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Filmkritik: Mission Impossible Phantom Protokoll

Infos: Verleih: Universum Film, Länge: 132 Min., Kinostart: 15.12.2011, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Brad Bird
Darsteller: Tom Cruise, Jeremy Renner, Paula Patton, Michael Nyqvist, Simon Pegg, Josh Holloway, Anil Kapoor
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Teil vier. Oder heißt es Teil IV? Nein, es heißt Mission Impossible Phantom Protokoll, ein sehr schmissiger Titel, der vom Original nur das Wort „Ghost“ in „Phantom“ gewechselt hat. Vielleicht, weil der deutsche Kinobesucher Angst vor Geistern hat und sich mit Phantomen gut auskennt. Dabei ist bei Mission Impossible doch alles klar: Es wartet Action und eine verworrene Handlung auf den Zuschauer, schließlich kennen wir das aus den drei vorangegangenen Filmen. So richtig viel hat sich deshalb auch nicht verändert und schließlich wartet auch der vierte Teil der Serie um den Agenten Ethan Hunt wieder mit zahlreichen Stunts, brachialer Action und den üblichen Klischees auf.

Und wieder wird es unmöglich, aber machbar

Eine gewaltige Explosion erschüttert den Kreml: Ein verheerender Bombenanschlag, der den Frieden zwischen den Weltmächten und damit der gesamten zivilisierten Welt gefährden kann. Für Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) bedeutet dieser katastrophale Zwischenfall die bislang brisanteste Mission seiner Karriere. Denn der Kopf der „Impossible Missions Force“ wird mit seinem gesamten Team für den brutalen Terrorakt verantwortlich gemacht. Der US-Präsident aktiviert daraufhin das „Phantom Protokoll“, das den IMF fortan verleugnet. Sollte es Hunt und seinem Team rund um Jane Carter (Paula Patton), Benji Dunn (Simon Pegg) und den undurchsichtigen Brandt (Jeremy Render) nicht gelingen, die Drahtzieher zu fassen, werden sie weltweit als Terroristen gebrandmarkt und gejagt werden. Ohne Unterschlupf, Rückendeckung oder Verbündete führt ihr Weg sie von Prag über Moskau nach Vancouver und Dubai, um dem geheimnisvollen Mann (Michael Nyquist) auf die Spur zu kommen, der im Hintergrund die Fäden zieht. Doch eines ist klar: eine Mission: Impossible gibt es für sie nicht …

Durch den Sandsturm zur Unglaubwürdigkeit

Verwirrungen, Explosionen und Schießereien sowie technische Gimmicks vom Allerfeinsten machen diesen Film zu dem Hochglanz-Kino, das viele bereits erwartet haben. Ja, MI bleibt seiner Linie treu, was sich allein schon im Aufbau des Films zeigt: Hunt wird aus einem russischen Gefängnis befreit, es beginnt also alles sofort mit brachialer Action und Nahkampfszenen, in denen Nasen und andere Stellen bluten. Die 132 Minuten werden gefüllt mit viel Dynamik, einem kurzen Hänger und einigen etwas langatmigen Action-Szenen, in denen der genervte Zuschauer vielleicht auch gern mal rufen würde: „Jetzt stirb doch endlich, du Penner!“ Symbolisch dafür ist der finale Kampf zwischen unserem geliebtem Top-Agenten Hunt und dem Wissenschaftler Hendricks, die sich bei einer wilden Prügelei auf Augenhöhe begegnen. Welchen Kampfsport der schwedische Nuklearfachmann, der ganz sicher einige Jahre älter ist als Ethan Hunt, jahrelang betrieben hat, wird dem Zuschauer verschwiegen. Nun will bei der „Mission Impossible“-Reihe niemand wirklich die Logik bemühen, es geht hier immer um den Verkauf von Popcorn, Cola und Bier, nicht um ein schlüssiges Kino-Erlebnis. Aber warum muss wieder einmal alles auf dem Klischee der Feindschaft zwischen den USA und Russland ausgetragen werden?
Mal abgesehen von den durchschaubaren Wendungen und einem wenig überraschenden Handlungsverlauf, stehen aber dennoch einige nette Kleinigkeiten auf dem Programm. Unter anderem eine atemberaubende Kletterei auf dem Burj Khalifa, dem gigantischen Turm in Dubai. Dabei kommen auch sogenannte »Gecko-Handschuhe« zum Einsatz, mit denen man an der Wand – ach, seht euch das einfach selbst an. Spannend, dass Tom Cruise für viele Stunts selbst vor der Kamera stand – wer das vorher weiß, der sieht einige Szenen mit ganz anderen Augen und zollt der Leistung des Amerikaners etwas mehr Respekt. Dabei darf man schauspielerisch weder in Jubelschreie ausbrechen, noch wird man enttäuscht: Passend zum relativ belanglosen Inhalt des Films, präsentieren sich die Akteure vor der Kamera solide, ohne aber irgendwelche beachtenswerten Leistungen zu vollbringen. Für den einen oder anderen Schmunzler sorgt Simon Pegg als Benji, doch unterm Strich bleibt Mission Impossible seinem Image treu: Gradlinige, saubere Action mit etwas Technik und viel Popcorn.


Fazit

Unterhaltsam ist der vierte Teil der Serie, er sorgt dafür, dass die 132 Minuten nicht langweilig werden, von atemloser Spannung ist aber keine Spur. Sehr routiniert arbeitet Regisseur Brad Bird die Höhepunkte ab. Die Action steht immer klar im Vordergrund, alles rast, alles hastet und am Ende steht wie immer ein Erfolg des Teams. Große Dramen und Verwicklungen bleiben aus, es ist ein Film mit einem Gut-Böse-Schema, bei dem es nach bester Hollywood-Manier immer nur einen Sieger geben kann.
Die wirklich großen Momente bleiben in diesem Film aus, er rauscht vorbei und bleibt immer wieder an Klischees hängen, die aber in die Vergangenheit gehören. Für einen Besuch im Kino reicht es gerade noch, aber der vierte Teil der Serie ist mal wieder einer der Filme, auf die man auch getrost warten kann, bis sie auf DVD erscheinen.
Screen 1
Oha, der Kreml wird gesprengt - kommt auch nicht oft vor.
Screen 2
Einem Sandsturm entkommt man nicht - oder schafft es Ethan Hunt?
Screen 3
Verdammt, das ist jetzt wirklich hoch - Hauptsache, die Handschuhe halten das aus.
Screen 4
Benji und Hunt beim Begutachten des tollen Gimmicks, das hoffentlich funktioniert.
Wertung: 6/10von Armin Sengbusch (5.12.2011)

Kommentare

TheCrow schrieb am 07.12.2011 12:54
Hey Armin, was hältst du denn von Teil 3? Besser oder schlechter als Phantom Protokoll?
Schriftstehler schrieb am 07.12.2011 13:24
Ähnliches Niveau - ich finde beide eher belanglos, sind halt Aufgüsse des ersten Teils, kommen aber nicht mehr in seine Nähe. So ist das eben mit Kopien, selbst wenn sie gut gemacht sind.
hobbit1978 schrieb am 07.12.2011 18:21
Hmmm.... Roman Beele von GameCaptain hat den 3. Teil klar als den besten definiert. So verschieden sind halt die Geschmäcker.
TheCrow schrieb am 07.12.2011 18:41
Für mich ist Teil 3 auch das bisherige Highlight. Knapp vor Teil 1.
Sméagol schrieb am 07.12.2011 19:40
Ich hab zwar auch den einen oder anderen Teil gesehen, weiss aber nicht mal welcher welcher ist, so belanglos finde ich diese Serie. MfG Sméagol
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