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Filmkritik: Dungeons & Dragons 3

Infos: Verleih: Planet Media Home, Länge: 86 Min., Verleih 11.01./Verkauf: 23.01.2013, FSK: ab 16 Jahren
Genre: Fantasy / Abenteuer
Regie: Gerry Lively
Darsteller: Jack Derges, Eleanor Gecks, Barry Aird
Bildmaterial © Planet Media Home
„Die Rückkehr der berühmten Saga“, heißt es auf dem Cover zu Dungeons & Dragons 3: Das Buch der dunklen Schatten - im Falle von D&D-Filmen muss man wohl eher von „berüchtigt“ sprechen.
2000 nahm das Unheil seinen Lauf, trotz Jeremy Irons und eines geschätzten Budgets von 45 Mio $ war der erste Film ein Desaster, erhielt vernichtende Kritiken und spielte sein Budget an den Kinokassen nicht wieder ein. 2005, nachdem Herr der Ringe gezeigt hatte, wie man eine Fantasy-Saga ins Kino bringt, versuchte man es mit D&D: Die Macht der Elemente noch einmal, diesmal mit nur 15 Mio $ Budget und als Direct2Video. Die Kritiken fielen immerhin etwas besser aus und so durfte Regisseur Gerry Lively nun, da der Hobbit gerade die Kinozuschauer begeistert, diesen dritten D&D-Film nachlegen.

Keine schlechte Idee

Der dritte Film basiert auf der D&D-Erweiterung „The Book of Vile Darkness“, in der es um Abenteuer von bösen Helden geht. Die Hintergrundstory des Films könnte dabei einem Computer-RPG entsprungen sein: Das Buch der Schatten wurde einst nach einem Kampf mit den „Knights of the New Sun“ zerstört. Seine Hülle ging verloren, die Seiten wurden versteckt und die Tinte vernichtet. Der böse Shathrax will es neu schreiben und die Welt in den Abgrund stürzen und schickt seine Schergen aus, um die Einzelteile zu finden.
Die letzten verbliebenen „Knights of the New Sun“ (es wird in der deutschen Vertonung immer der englische Name benutzt, dabei hätte „Ritter der neuen Sonne“ doch ganz gut geklungen) wollen dies verhindern, geraten jedoch in eine Falle. Der gerade erst initiierte junge Ritter Grayson überlebt als einziger, sein Vater wird entführt. Um ihn zu retten, schließt sich Grayson zum Schein den Dienern von Shathrax an – und verrät nach und nach seine Ideale.

Aber ein ganz schlechter Cast

Der Plot klingt per se gar nicht schlecht, endlich mal keine strahlenden Helden als Protagonisten, statt dessen begleitet man die bösen Jungs (+ Mädel) auf ihrer Quest, und sieht zu, wie der an sich edle Ritter immer wieder hin und hergerissen ist zwischen seinen Idealen und dem Ziel, seinen Vater zu finden.
Wobei man sagen muss: Man ahnt allenfalls etwas von dieser Zerrissenheit, denn der total unbekannte Hauptdarsteller Jack Derges ist mit der Rolle völlig überfordert. Sicher, es gab auch schon andere Fantasy-Filme mit mimisch begrenzt begabten Hauptdarstellern (man denke an Conan mit Arnold Schwarzenegger), aber dann war die Hauptrolle entsprechend geschrieben. Hier ist hingegen auch das Drehbuch Murks, Grayson ist mal Badass, mal weinerlicher Schwächling, mal wild entschlossen, dann wieder wankelmütig, es gibt keine klare charakterliche Entwicklung.
Der Rest des nicht minder unbekannten Casts ist meist nicht besser. Einzig der fiese Vermin Lord liefert eine ansprechende Performance und ist das schauspielerische Highlight des Films.

Low Budget

In Sachen Ausstattung und Technik darf man angesichts des wohl arg niedrigen Budgets keine Wunderdinge erwarten. Der obligatorische Drache ist allenfalls zweitklassig animiert, schon besser ist da die Begegnung mit einem Untoten oder der eine oder andere Zauberspruch umgesetzt.
Gegen Ende bekommt man aber das Gefühl, den Filmemachern ging das Geld aus. Das Finale wirkt total überhastet, ist außerdem massiv bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ abgekupfert und lässt den bis dahin vielleicht noch gnädigen Zuschauer etwas konsterniert zurück. Auch zwischenzeitlich scheint es, als habe es für die eine oder andere Sequenz nicht mehr gereicht, die Handlung wird zum Ende hin recht sprunghaft.

Trailer (Vorsicht: Spoiler!)


Fazit

D&D 3 ist sicher nicht das angekündigte „Fantasy-Abenteuer-Meisterwerk“, aber auch kein totaler Reinfall. Wer wie ich gerade den Hobbit gesehen hat, wird sich jedoch schwer tun, über die oft laienhaften Schauspieler und die miese Technik hinwegzusehen.
Absolute Fantasy- und vor allem D&D-Fans (dank diverser Anspielungen auf Klassen und Items aus dem Regelwerk) werden dem Film wohl noch etwas wohlwollender gegenüberstehen, man sollte seine Erwartungen aber möglichst niedrig ansetzen, denn es ist nun mal eine Low Budget Produktion.
Screen 1
Grayson sucht seinen Vater ...
Screen 2
...den der böse Shathrax entführen ließ
Screen 3
Hexe Akordia dient dem Bösen
Screen 4
Natürlich ist auch ein Drache mit von der Partie
Wertung: 3/10von Jörg Benne (11.01.2013)

Kommentare

Rösisch schrieb am 21.01.2013 17:14
Boah... Ich sag mal, nach der dritten Gurke gibt's keine Zuversicht mehr. Als Fan der D&D-Spiele muss man ja hinsichtlich der Filme noch masochistischer veranlagt sein, als als Fan des 1. FC Köln... Blöd, wenn man beides ist, wie ich...
Askarian schrieb am 21.01.2013 18:49
D&D 1 fand ich echt richtig gut, ist halt eher ein Kinderfilm und die Rolle der Königin ist ziemlich schlecht dargestellt, aber ansonsten fand ich den Film nicht wirklich schlecht. D&D 2 hingegen ist echt völlig sinnlos und einer der schlechtesten Filme, die ich jeh gesehen hab. Und von D&D 3 hab ich noch nie was gehört oder gelesen ^^ naja, scheint ja auch besser so zu sein.
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