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Mit Spinoffs oder direkten Sequels zu ihren Rollenspielteilen hatten die Entwickler von Square bisher kein all zu geschicktes Händchen. Doch vor einem guten Jahr brach mit dem „nur guten“ Final Fantasy XII gar das Zugpferd selbst ein. Immerhin sind damit aber auch die Ansprüche an eine Fortsetzung der Abenteuer aus Ivalice nicht ganz so hoch. Und ein weiteres Mal bewiesen die Entwickler Mut zur Veränderung. Der DS-Ableger Revenant Wings bricht in komplett neue Genregefilde auf. Mit Echtzeitstrategie kombiniert mit traditionellem Rollenspieleinschlag will Square das angeschlagene Image aufpolieren. Mit Erfolg?There and back againWir erinnern uns zurück. Protagonist im originalen Final Fantasy XII war Herumtreiber Vaan, der zusammen mit seiner Sandkastenfreundin Penelo ein einfaches Straßenleben in der Hauptstadt Rabanstre führte. Eines Tages trafen die beiden bei einem Job auf die Luftpiraten Balthier und Fran und kurz darauf Prinzessin Ashe. Mit ihnen zusammen galt es ein Königreich zu stürzen, was schließlich auch gelang. Seither ist in Ivalice wieder Frieden und ein Jahr kommt der Planet mehr oder weniger ohne Zwischenfälle aus.Vaan und Penelo sind mittlerweile selbst Luftpiraten und streifen durch die Kontinente auf der Suche nach Abenteuern. Durch einen Zufall stoßen die beiden und ihre kleine Crew auf den legendären Luftkontinent Lemurés und dessen Einwohner, greifartige Menschen. Und wie es nicht anders zu erwarten war, bahnt sich kurz darauf erneut großes Übel an. Nun gilt es den fliegenden Kontinent vor den unheilvollen Mächten zu beschützen. In ihrem Abenteuer trifft die Gruppe dabei auf viele alte aber auch einige neue Gesichter, so z.B. die beiden Geschwister Filo und Kytes. Die eigentliche Überraschung ist aber, dass sich die neue Geschichte grundsätzlich spannender spielen lässt, also noch auf der PS2. Sämtliche Charaktere fügen sich gut in den Plot ein und sogar der Ansatz einer Liebesgeschichte zwischen Vaan und Penelo ist diesmal erkennbar, gepaart mit zahlreichen Wendungen und Spannungsspitzen. Lediglich die Auswahl der Mitstreiter ist etwas überladen, da man nur jeweils fünf in den Kampf schicken kann. Erfreulich ist aber, dass jeder, der nicht an der Mission teilnimmt, trotzdem einen Teil an Erfahrungspunkten erhält. Die Missionen verlaufen übrigens strikt linear und erzählen konsequent die Geschichte weiter. Überhaupt besteht das Spiel nur aus solchen, entweder Storymissionen oder jene, in denen sich Üben und Leveln lässt oder die kleine Nebengeschichten erzählen. Freie Kämpfe auf dem Land gibt es dagegen nicht. Dafür sind die Missionen doch recht abwechslungsreich, wobei manche Arten auch echte Fehlgriffe waren. Z.B. müssen wir mal mit Vaan ohne Hilfe der anderen durch Monstermassen schleichen. Wird ein Feind auf uns aufmerksam, ist die Mission quasi gescheitert und das geht schnell. Eine echte Wutprobe, die aber zum Glück ein Einzelfall bleibt. Meist gilt es, den gegnerischen Boss zu bezwingen, alle Feinde zu töten oder die Schätze der Karte zu bergen. Zwischen den Missionen können wir uns auf einer frei bewegbaren Weltkarte umsehen und auf unserem Schiff Ausrüstung kaufen oder Waffen herstellen lassen. Mit der Zeit nerven die unzähligen Dialoge etwas. Wirklich jeder hat was zu erzählen. Erfreulich ist da zwar, dass man nur selten mit 1-Satzantworten abgespeist wird, auf Dauer ermüden die Redeschwälle allerdings. Abgesehen davon wird uns nicht viel Handlungsspielraum bei der Dialogführung gelassen, fast sämtliche Storymomente werden einfach herunter geschrieben. Strategie ohne StrategieSquare betritt mit der Echtzeitstrategie Neuland. Viele vermuteten bei Revenant Wings erst eine Fortsetzung der beliebten Final Fantasy Tactics Spinoffs, welche ja rundenbasierend waren. Die Echtzeitvariante spielt sich aber erstaunlich einfach, fast zu einfach. Anspruchsvolle Hobbystrategen werden hier kaum auf ihre Kosten kommen, meistens reicht es seine komplette Armee auf den Feind zu schicken und dem Gewusel zuzusehen, was aber zuweilen Spaß macht. Strategische Möglichkeiten wie Gruppenzugehörigkeiten oder Aufteilungen in Nah-, Fern- und Luftkampf werden indes geboten, aber nur wenig Anwendung finden. Wichtiger sind da eher die individuellen Fähigkeiten unserer Charaktere und Esper.Ja richtig, die aufrufbaren Kreaturen spielen auch in diesem Teil eine wichtige Rolle, bilden sie doch den Großteil unserer Armee befehligt von den Helden des Spiels. Jedem Charakter können dabei verschiedene Esper zugeteilt werden, die sich in drei Level unterscheiden. Die Kreaturen der ersten Kategorie sind zwar relativ schwach, können dafür aber in großer Zahl beschworen werden. Die auf der nächst höheren Stufe können schon mehr, kosten dafür aber auch mehr Einheitspunkte. Die stehen uns natürlich nicht unbegrenzt zur Verfügung, sondern werden in jeder Mission vorgegeben. Die Level 3 Monster sind schließlich richtige Brocken und teilen gut aus. Unter ihnen befinden sich auch bekannte Geschöpfe wie Ifrit oder Shiva. Von dieser Kategorie dürfen wir aber nur jeweils eines pro Mission in den Kampf schicken. Die verschiedenen Monster unterscheiden sich aber nicht nur in ihrer Angriffskraft sondern auch in Elementen und Resistenzen. Vor jeder Mission können wir das gegnerische Aufkommen studieren und anhand dessen festlegen, welche der Esper wir mitnehmen. Gegen eisanfällige Gegner macht Shiva demnach mehr Sinn als Ifrit. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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