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Test: Sonic Chronicles: Die dunkle Bruderschaft
Sonic in unbekannten Gefilden - der schnelle Igel versucht sich jetzt als Rollenspielheld.
Dass Jump&Run-Stars mitunter auch gute Rollenspielhelden abgeben, hat ein gewisser dicklicher Klempner bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Sein ewiger Konkurrent, der blaue Igel mit den schnellen Füßen, will es ihm nun gleichtun. Interessanter wird das ganze Unterfangen noch dadurch, dass bei Sonic Chronicles Entwickler aus jenem Studio am Werk waren, dessen Name für diverse Klassiker des Genres steht: BioWare. Ob aber auch das Stacheltier-RPG das Zeug zum Hit hat, erfahrt ihr hier. Alte Bekannte wohin man schautNix mit faulenzen: Eine Eilmeldung ruft Sonic mitten im Urlaub auf den Plan. Ameisenigel Knuckles, sein alter Kumpel, wurde entführt, die verantwortliche Bande hatte es auf die wertvollen Chaos Emeralds abgesehen und zu allem Übel scheint der besiegt geglaubte Eggman doch noch nicht am Ende zu sein…Für Rollenspielverhältnisse keine weltbewegende Geschichte, aber das hat angesichts der Vorlage wahrscheinlich auch kaum jemand erwartet. Später wird das Ganze immerhin noch ein wenig komplexer. Die wahre Stärke liegt jedoch sowieso eher im dazugehörigen Szenario - für alle Serienkenner gibt es ein Wiedersehen mit zahlreichen bekannten Elementen, etwa den allgegenwärtigen goldenen Ringen, die hier als Zahlungsmittel dienen, und vor allem liebgewonnenen (oder verhassten) Charakteren. Füchslein Tails darf da genausowenig fehlen wie Igeldame Amy, der minderbemittelte Big the Cat samt imaginärem Froschfreund Froggy oder das süße Kaninchenmädchen Cream. Laufen wie LinkSteuerkreuz-Liebhaber müssen jetzt ganz tapfer sein: Sonic Chronicles setzt völlig auf Touchscreen-Kontrolle. Wie bei Zelda: Phantom Hourglass wird selbst die Bewegung in der Spielwelt komplett mit dem Stylus erledigt. Das funktioniert an sich tadellos, kann aber auf Dauer leichte Ermüdungserscheinungen der Hände hervorrufen. Außerdem kommt schon durch die indirekte, Maus-ähnliche Steuerung und die isometrische Perspektive nicht das Geschwindigkeitsgefühl der „richtigen“ Igelspiele auf.Eine wichtige Rolle spielen in den Levels die individuellen Fähigkeiten der Begleiter, welche an markierten Stellen durch Berühren der dazugehörigen Symbole aktiviert werden. Sonic saust dann durch Loopings, Tails oder die Fledermaus Rouge schweben über Abgründe, Amy zerbröselt mit ihrem Hammer störende Steine, Knuckles packt die Leiter aus und der dicke Kater stapft unbeschadet durch giftige Dämpfe. Solche Umgebungs-Fähigkeiten haben teils mehrere Stufen, die man durch aufleveln erreicht - so kann man etwa manche Felsen nur mit stärkerer Zertrümmerungskraft beseitigen. Demzufolge klappert man viele Bereiche mehrfach ab, sobald sich die entsprechenden Figuren zur Gruppe gesellt oder weiterentwickelt haben. Maximal vier Leute passen gleichzeitig in die Party, austauschen kann man sie an wichtigen Stellen oder im Hauptquartier, wo auch die Energiereserven aufgefüllt werden. Lange Laufwege kürzt schon bald das Flugzeug ab, welches in allen größeren Gebieten einen Landeplatz findet. Keine Zeit für PausenDie Feinde (beziehungsweise ganze Gruppen, symbolisiert durch eins der Viecher) sind jederzeit in der normalen Spielumgebung zu sehen und man kann ihnen manchmal schlicht aus dem Weg gehen. Kommt es zum Kampf, wechselt das Geschehen in einen Extra-Bildschirm, wo dann die komplette Gegnertruppe auftaucht.Die Gefechte laufen rundenbasiert mit typischen Befehlen wie Angriff, Verteidigung und Item-Benutzung ab, haben allerdings ein paar Timing-basierte Actionelemente. So kann man etwa durch schnelles Antippen eines eingeblendeten Kreises oder das gleichmäßige Nachzeichnen von Linien schwere Angriffe abwehren und vor allem die so genannten POWERaktionen ausführen. Diese Spezialfähigkeiten ersetzen die Magie anderer Rollenspiele und können z.B. Heilung mit sich bringen, besonders starke Angriffe auf alle Widersacher starten oder durch Unterstützung die Kampfkraft in den folgenden Runden verbessern. Auch einige ulkige Aktionen wie Bigs „Froschregen“ sind darunter. Verpatzt man die Touchscreen-Befehle, was gerade bei den Bögen häufiger vorkommt, scheitert der Einsatz. Für manche POWERaktionen wird außerdem das Vorhandensein bestimmter Partner in der Gruppe benötigt. |
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