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Test: Baphomets Fluch: The Director's Cut

Gelungene Neuauflage oder sollte man den Klassiker in Frieden ruhen lassen?
 Baphomets Fluch: The Director's Cut
Baphomets Fluch darf unbestritten zu den Adventure-Klassikern gezählt werden. Es erschien 1996 und war eine gute Alternative zu den Abenteuern aus dem Hause LucasArts oder Sierra. Es zog drei Sequels und ein Fan-Adventure nach sich. Kein Wunder also, dass dem Spiel eine Neuauflage gewidmet wird und das sogar als Director’s Cut. Was hinter dieser Bezeichnung steckt, wird im folgenden Test aufgedeckt.

Nico in Gefahr

Veteranen werden vom Anfang des Spiels überrascht sein. Die Geschichte beginnt nicht mit Hauptdarsteller George Stobbard, sondern mit seiner Gefährtin Nicole Collard. Die Journalistin wird für ein Interview mit einem wohlhabenden Mann in ein Apartment gebeten. Doch bevor es überhaupt zum eigentlichen Gespräch kommt, wird dieser von einem Pantomimen ermordet. Statt der Polizei den Fall zu überlassen, nimmt Nico das Zepter in die Hand und entdeckt dabei, dass sie persönlich mit dem Mord verbunden ist. Im Laufe ihrer Ermittlungen verabredet sie sich mit einem Mann im Trenchcoat. Das Treffen soll in einem Cafe stattfinden.
Einige Stunden später sitzt genau dort der durch Europa reisende George Stobbard und ahnt nicht im Geringsten, was auf ihn zukommt. Die Ruhe endet mit dem Auftreten eines Clowns, der das Cafe in die Luft sprengt. George überlebt unverletzt, der ominöse Kontaktmann segnet das Zeitliche. Die Polizei scheint sich für das explosive Ereignis nicht allzu sehr zu interessieren. George macht sich also selber an die Sache. Kurz darauf kreuzen sich die Wege von Nico und George und sie machen sich zusammen an die Arbeit den Fall zu klären, ohne zu ahnen, welch weitreichende Konsequenzen das für sie und den Rest der Welt hat.

Alte Fragen aufgeklärt

Den Untertitel Director’s Cut trägt die DS-Umsetzung zurecht. Neu sind die Szenen, in denen man Nico steuert und das klärt einige Ungereimtheiten in der - an sich unveränderten - Story auf und vertieft die spannende Geschichte umso mehr. Man bekommt ein deutlich besseres Verständnis dafür, warum Nico sich so in den Fall reinhängt. Baphomets Fluch beweist übrigens auch, dass ein Adventure mit Comic-Grafik nicht zwingend witzig und überdreht sein muss. Bis zur Auflösung vergehen rund zwölf ereignisreiche Stunden.
Mit dem neuen Anfang wird einem auch gleich die überarbeitete Steuerung erklärt. Bewegt man den Stylus auf dem Touchscreen, leuchten in dessen Nähe die Gegenstände auf, die man verwenden kann. Klickt man darauf, erscheinen meist zwei Icons, mit denen man sich das Utensil genauer betrachten, es benutzen oder einsacken kann. Das Inventar befindet sich in einer Bildschirmecke und öffnet sich mit einem Klick darauf. Eine Hot-Spot-Anzeige hat es nicht ins Remake geschafft, dafür aber neue Rätsel, die auf die Hardware des DS zugeschnitten sind.

Erst schieben, dann öffnen

Um eine Tür zu öffnen, gilt es vorher zwei Schieberätsel zu knacken. Dort gilt es Klötzchen zu verrücken, die entweder nur horizontal oder nur vertikal geschoben werden können. An anderer Stelle gilt es chiffrierte Schriftstücke zu entschlüsseln, dessen Zeichenwirrwarr man mit dem Alphabet kombinieren muss. Die neuen Kopfnüsse fügen sich sehr gut ein und wirken nicht wie ein Fremdkörper. Nur gelegentlich hakt es mit der Genauigkeit, so dass man beispielsweise mehrmals ein Klötzchen antippen muss, bevor es sich bewegt.
Die restlichen Denkspielchen bestehen aus diversen Itemrätseln und viel, viel Gerede. Es wäre schön gewesen, wenn man die vielen überflüssigen Dialoge gekürzt hätten. Während der Gespräche kann man seinem Gegenüber Fragen zu allen Objekten im Inventar stellen und diese führen zu 95 % ins Leere. Als Adventuraner probiert man trotzdem alles durch, um nicht vielleicht doch etwas zu verpassen. Da hätte man den Begriff Director’s Cut doch etwas genauer nehmen sollen. Bei den Dialogen hat sich eine kleine Neuheit eingeschlichen. Auf dem oberen Screen sieht man stets eine Nahansicht der Protagonisten, so dass man deren Gefühlslage erkennt.
Baphomets Fluch gehörte damals zu den knackigeren Adventuren. Um das jüngere Publikum nicht zu verschrecken und um Frust zu vermeiden, hat man ein mehrstufiges Hilfesystem eingebaut, das erst nur vage Tipps gibt und bis zur eigentlichen Lösung ausgereizt werden kann. Eine tolles Feature!

Kaum gealtert

Es gibt Spiele, deren Optik kaum altert. Vergleicht man viele 3D-Titel, die dreizehn Jahre auf dem Buckel haben mit Baphomets Fluch, so ist das Spiel ein echtes Glanzstück. Die schicke Zeichentrickgrafik hat man größtenteils 1:1 übernommen, inklusive den flüssigen Animationen der Charaktere. Aus Platzmangel mussten jedoch viele der eingestreuten Zwischenfilmchen weichen, die für Atmosphäre sorgten. Ohne die netten Cutscenes wirkt der ein oder andere Übergang etwas holprig. Die handlungsrelevanten Sequenzen sind aber glücklicherweise unberührt geblieben. Leider nicht mehr an Bord ist die grandiose Sprachausgabe. Stattdessen ist Lesen angesagt. Die Musik ist stellenweise arg komprimiert und neigt gelegentlich zum Klirren.
Screen 1
Die wichtigsten Zwischensequenzen sind drin geblieben
Screen 2
Nicos Auftritt ...
Screen 3
... beginnt gleich mit einem Mord
Screen 4
Hier wird die Hardware des DS genutzt
Screen 5
George kommt in der Welt gut rum
Screen 6
Abgefahrene Frisur

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Baphomets Fluch: The Director's Cut

Packshot
Klassisches Adventure
von Ubisoft
USK-Freigabe ab 12 Jahren
NDSMärz 2009

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