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Test: Giana Sisters DS
Nach mehr als zwanzig Jahren will Giana dem Klempner mal wieder richtig Konkurrenz machen.Als regelrechtes Remake-Maschinchen hat der Nintendo DS schon so mancher Perle ein Comeback auf zwei bunten Bildschirmen beschert. Oftmals im Rollenspiel-Bereich, doch auch der Jump&Run-Sektor liefert interessantes Material. Mit Gianas fröhlicher Hüpferei haben die Entwickler mal wieder einen richtig alten Klassiker ausgegraben, der sich damals, Ende der 80er, interessanterweise ganz frech beim Genreprimus Super Mario Bros. bediente – und das nicht nur was den Namen betrifft. Die Ähnlichkeit ging so weit, dass der japanische Branchenriese gerichtlich gegen das Spiel vorging und es schließlich aus dem Verkehr gezogen wurde.Diesen Block kenne ich doch...So mancher Heimcomputer-Besitzer schielte zu dieser Zeit wohl neidisch in Richtung NES, wenn der Klempner spaßig durch bunte Pilzwelten turnte. Um da eine Alternative bieten zu können, macht Giana Sisters damals wie heute vieles gekonnt nach, vom Leveldesign über die Steuerung bis zum Grafikstil. Die optischen Parallelen sind im neuen Spiel zwar nicht mehr so frappierend, das traditionelle Spielgefühl blieb aber erhalten.In zweidimensionalen Levels, insgesamt mehr als 80 an der Zahl (von denen sich aber manche lediglich über ein paar Bildschirme erstrecken – das Zeitlimit von meist fünf Minuten wird da nicht annähernd ausgereizt), sprintet man bis zum Zielfähnchen und sackt auf dem Weg möglichst viele Diamanten ein. Diese entsprechen Marios Münzen und liefern so auch jeweils bei hundert gesammelten Exemplaren ein Extraleben. Was Mario der Superpilz ist Giana das Punk-Upgrade. Es verwandelt die kleine Blondine in eine frech aussehende rothaarige Göre, die Blöcke mit ihrem Kopf zertrümmern und Feuerbälle schmeißen kann. Außerdem hält sie dann auch einen gegnerischen Treffer aus (schrumpft wieder auf normale Größe), ohne gleich einen der wertvollen Versuche zu verlieren. Mit dem Steuerkreuz kann man das Sichtfeld ein Stück nach oben oder unten verschieben, um vor dem Sprung erste Blicke auf drohende Gefahren zu erhaschen. Und die sind wie im Original zahlreich – Stacheln, lodernde Flammen, sich auflösende Plattformen und natürlich etliche Abgründe. Gespart wurde währenddessen bei der Gegnervielfalt. Meistens hüpft man den immer gleichen Eulen und Wespen auf die Birne oder hütet sich vor stachligen Würmern. Wie beim rotgewandeten Vorbild tritt als Erzfeind ein fetter feuerspeiender Drache auf, den es in jeder der Welten aus seinem Schloss zu vertreiben gilt. Steuerkreuz und zwei Knöpfe, mehr braucht man nichtHüpfen und Wurfgeschosse schleudern reicht nicht immer aus, deswegen haben die Entwickler Giana zwei Hilfsmittel verpasst, die man stellenweise aus herumstehenden Automaten zieht und auf dem Touchscreen aktiviert: Kaugummi-Blasen und Soda-Flaschen. Ersteren kann durch Pusten ins Mikrofon Auftrieb verliehen werden, präziser klappt es aber schlicht mit wiederholtem Knopfdrücken. Der herausspritzende Bitzelwasser-Strahl zerkrümelt im angepeilten Bereich störendes Mauerwerk.Fräulein Giana ist übrigens Nichtschwimmerin – Unterwasserlevels findet man hier nicht. Viel mehr muss man übers Gameplay nicht wissen, Giana Sisters ist praktisch innovationslos. Der Reiz des Spiels liegt viel mehr in seinem klassischen Charme, der tadellosen Steuerung und dem gelungenen Leveldesign. Ganz so schwer wie mancher Genrevertreter aus der „guten alten Zeit“ ist die Neuauflage allerdings nicht. Vor allem in den ersten Welten kommt man auch mit weniger geübten Fingern gut zurecht. Kniffliger wird´s, wenn in jedem Unterlevel die versteckten roten Diamanten gesammelt werden sollen. Auf diese Weise schaltet man nämlich in jeder Welt reichhaltig mit Klunkern gefüllte Extralevels frei. Und für ganz Ehrgeizige vergibt das Spiel ein paar „Erfolge“, wie man sie von der Xbox 360 kennt. So kann man sich etwa über eine Auszeichnung freuen, falls das Abenteuer beendet wird, ohne zwischendurch alle Leben zu verlieren. Altmodisch, aber sympathischGianas Reise gewinnt keine Schönheitspreise und wäre weitgehend sicherlich auch auf schwächerer Hardware möglich gewesen, besitzt aber durchaus hübsche Elemente wie einige witzige, liebevolle Animationen, Bindfadenregen und teils schöne Hintergründe. Die genretypischen Hintergrundmelodien orientieren sich am Klassiker und wurden "inspiriert von" Soundmagier Chris Hülsbeck. Ein orchestraler Soundtrack ist dabei nicht entstanden, die Musik unterstützt aber zuverlässig die fröhliche Stimmung.Gianas Schwester Maria lässt sich übrigens nicht blicken – aber in Super Mario Bros. kam Luigi ja auch nicht zum Zug… |
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Giana Sisters DS

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