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Test: Catan DS
Die Bewohner von Catan siedeln wieder - macht das auch auf dem DS so viel Spaß wie in der Holz- und Pappversion?
| Die Siedler von Catan, das Spiel des Jahres 1995, hat seit seinem Erscheinen bereits unzählige Spieleabende bereichert und dürfte den meisten Leuten ein Begriff sein. Nach diversen anderen Umsetzungen erreicht es nun auch Nintendos Erfolgs-Handheld. Erneut firmiert das Ganze hier schlicht als Catan, um Verwechslungen mit den bekannten Wuselhelden zu vermeiden. Im Zentrum steht wie immer die Besiedelung der namensgebenden Insel, wo bis zu vier Anführer Ressourcen für ihre Dörfler horten. Diese Aktivitäten wurden diesmal sogar in eine Kampagne mit 16 Szenarien verpackt, welche Elemente des Hauptspiels und dessen Seefahrer-Erweiterung nutzen. Geschaffte Bereiche können im Freien Spiel beliebig oft wiederholt werden. Ein Mini-Lexikon erläutert sämtliche dazugehörigen Begriffe, für völlige Einsteiger wäre ein spielbares Tutorial aber sicherlich noch hilfreicher gewesen - schließlich lernt es sich am leichtesten, wenn Regeln gleich in der Praxis erprobt werden. Wobei letztere den meisten Interessenten angesichts der Popularität von Catan wahrscheinlich ohnehin bekannt sind. Wenn ihr auch zu dieser Gruppe gehört, lest einfach ein Stück tiefer weiter, jetzt kommt nämlich erst mal eine knappe Zusammenfassung für Neulinge. So geht´sAuf einem variablen Spielplan aus sechseckigen Feldern versuchen bis zu vier Teilnehmer abwechselnd, eine vorgegebene Menge von Siegpunkten zu ergattern. Diese winken hauptsächlich für errichtete Siedlungen, die zu doppelt zählenden Städten ausgebaut werden. Auf den Feldern befinden sich Zahlenplättchen, die Größe der Zahlen symbolisiert ihre statistische Wahrscheinlichkeit beim Einsatz von zwei Würfeln.Wer eine Ortschaft auf angrenzenden Kreuzungen sein Eigen nennt, erhält den abgebildeten Rohstoff, wenn die betreffende Augenzahl erzielt wird. Die Ressourcen benötigt man in diversen Kombinationen für Bauvorhaben und andere Aktionen. Falls jemand knapp bei Kasse ist, können den Mitspielern Angebote unterbreitet oder mit der „Bank“ nicht benötigte Waren gegen das gefragte Gut getauscht werden. Bei einer Sieben wird der gefürchtete Räuber auf ein Feld nach Wahl versetzt, um dort die Rohstoff-Erträge zu blockieren. Sonder-Siegpunkte werden unter anderem für die längste durchgehende Straßenkette vergeben. Gekaufte Entwicklungskarten sorgen außerdem für unliebsame Überraschungen unter den Kontrahenten, wenn man ihnen z.B. sämtliche Ressourcen-Vorräte einer Art stiebitzt. Bei der Seefahrer-Erweiterung sind Schiffe als Verbindung zwischen mehreren Unterinseln im Spiel, das fleißige Besiedeln von Hafenorten wird extra belohnt oder der Pirat kommt als Strauchdieb-Alternative zum Einsatz. Teurer MehrspielerspaßIn den interessanten Szenarien versprechen einige besondere Bedingungen zusätzliche Abwechslung. So herrscht z.B. Erzknappheit durch „schlechte“ Zahlen auf den Gebirgsfeldern, oder dichter Nebel verdeckt die Sicht aufs Gebiet, wo möglicherweise wertvolle Schätze warten. Da muss man sich stellenweise schon ein bisschen anstrengen und passende Strategien entwickeln, um der künstlichen Intelligenz ein Schnippchen zu schlagen. Leider besitzt Catan auch nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad. Praktisch ist hingegen die Speicherfunktion mit vier Slots: Während des eigenen Zuges darf jederzeit das Spiel gesichert und im Fall des Scheiterns von der betreffenden Stelle neu angegangen werden.Trotz pfiffiger KI geht doch nichts über eine Partie mit menschlichen Widersachern, allerdings benötigt dafür jeder Teilnehmer ein eigenes Exemplar – da dürfte es schwierig werden, Mitspieler zu finden. Immerhin ist der Spaß ja auch nicht ganz billig, etwa im Vergleich mit der wirklich guten Xbox Live-Variante, die schon für umgerechnet ca. 10€ zu haben ist. Nein, ich tausche nichtÜber das Steuerkreuz kann die Ansicht etwas gezoomt, mit dem Touchpen der Bildausschnitt verschoben werden. Im Nu platziert man geschickt Häuschen und Straßen per Stylus auf dem zugegebenermaßen (hardwarebedingt) etwas mickrigen Spielfeld, wählt aus, welcher Gegner bestohlen werden soll, oder startet Tauschgeschäfte.Womit wir bei einem weniger erfreulichen Thema wären: Die KI-Siedler sind bei ihren Handelsversuchen recht penetrant und starten oft mehrere Angebote hintereinander mit geringfügig veränderten Rohstoffen. Das wird lästig und erfordert ständiges Wegklicken der entsprechenden Fenster. Hier fehlt eine Funktion, um Tauschgeschäfte für diese Runde komplett abzulehnen. Die rudimentäre Geschichte der Kampagne wird in Standbildern mit ansatzweise lustigem Text erzählt, das Spielgeschehen selbst richtet sich grafisch stark nach der Vorlage und kommt ohne schicke Animationen oder anderen Schnickschnack aus. Blökende Schafe und andere passende Geräusche untermalen die Rohstoff-Zuteilung. Die schöne Hintergrundmusik lässt mich irgendwie immer ans Auenland denken, wiederholt sich aber recht bald. |
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