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Test: Schauderhafte Geschichten: Skrupellose Römer DS
Allerlei skurrile Fakten über die antike Weltmacht werden hier mit Minigames kombiniert.Salvete discipuli! (Für alle Germanen unter uns: Seid gegrüßt, Schüler!) Nehmt Platz für eine Geschichtsstunde der etwas anderen Art. Hier die passende Hintergrundstory: Ein Sklaven-Jüngling mit dem ungewöhnlichen Namen Rassismus dient als Maskottchen des römischen Offiziers Lucius, seit dieser auf seinem letzten Feldzug aus einer brenzligen Situation entkommen konnte. Als sich der alternde Legionär schließlich zur Ruhe setzt und eine Gladiatorenschule gründet, soll auch sein persönlicher „Glücksknabe“ die harte Ausbildung zum Elitekämpfer durchlaufen, um im Idealfall als freier Mann die Arena zu verlassen.Morituri te salutant? Nö.Acht Kampfstile vom Netzschwinger bis zum Bogenschützen warten darauf, erlernt zu werden. Allerdings läuft das, anders als man vielleicht erwarten würde, nicht etwa in Form eines Prügelspiels oder anderweitig actionbetont ab, sondern als kleine Sammlung von Wissenstests und Minigames. Jeweils drei dieser Aufgaben muss der Held abarbeiten, bevor er sich dem Champion der betreffenden Disziplin stellen darf.Die erste Mission ist immer gleich, lediglich das Motiv ändert sich. Motiv? Genau. Wer gerne an seine Kindergartenzeit voller Buntstifte und Wachsmalkreiden zurückdenkt, ist hier nämlich goldrichtig: Innerhalb eines Zeitlimits wählt man verschiedene Farben und malt das Porträt eines Gladiators aus, natürlich möglichst ohne über die Konturen zu kritzeln wie das die dummen Jungen immer gemacht haben... Ein ruhiges Händchen kann da nicht schaden, ein bisschen seltsam ist das Ganze aber auf jeden Fall. Etwas erwachsener geht es beim ebenfalls obligatorischen Abfragen des fleißig angehäuften Wissens zu – in allen Bereichen der nicht allzu weitläufigen Spielwelt halten Bücher Infos zum alten Rom bereit, welche man sich zu Gemüte führen sollte, um in Multiple-Choice-Fragen die richtigen Antworten zu erwischen. Zum Glück sind die Fakten weniger trocken als in vielen Schulbüchern, sondern mit einem Hauch von Ironie oder schwarzem Humor gespickt. Ich als einigermaßen interessierte Person mit Latein als erster Fremdsprache (war das manchmal ätzend...) kenne mich in der Epoche ja notgedrungen ein wenig aus, konnte aber trotzdem noch was über durchgeknallte Kaiser, ihre Haushühner und all ihre schlechten Tischmanieren lernen. Wusstet ihr schon, wie der Gott des Schimmels hieß? Oder, dass die vermeintliche Gladiatoren-Standardfloskel „Die Todgeweihten grüßen dich“ nur für ein einziges Mal historisch belegt ist? Mens sana in corpore sano, oder soDen dritten Teil des Trainingsprogramms bilden wechselnde Minigames, in denen u.a. schnelle Reaktionen am Touchscreen oder etwas Köpfchen gefragt sind. So muss man ein simples Rhythmusspiel meistern, mit einer Scheibe herumfliegenden Hindernissen ausweichen oder eine Memory-Variante absolvieren. Typische Minigame-Kost - ganz nett, aber eben nicht wirklich vor Ideen übersprudelnd...Wurden alle Vorbereitungen getroffen, erhält man von Lucius die Erlaubnis für den Kampf gegen den Champion (dummerweise muss man dazu immer noch mal extra zum Standort des Sklavenhalters latschen, anstatt einfach gleich ins Kolosseum einzumarschieren). Im „Bossgefecht“ geht es darum, dem Gegner all seine Lebenspunkte abzuluchsen, indem man die Linien verschiedener Waffen nachzeichnet oder angezeigte Buttonkombos drückt. Die Karriere verläuft allerdings nicht komplett nach Plan, Rassismus muss deshalb durch Rom streifen und weitere Aufgaben lösen, insbesondere Suchbilder nach dem Motto „Finde die 15 Unterschiede“. In einer kurzen Nebenhandlung gilt es außerdem, Erkundigungen über den Verbleib der eigenen Familie einzuholen und die Flucht aus der Stadt zu planen. So kommt ein ganz dezenter Adventure-Touch ins Spiel, im Endeffekt läuft es aber doch wieder hauptsächlich auf Suchbilder bis zum Erbrechen hinaus, die einem in allen erdenklichen Situationen zusammenhanglos von Gesprächspartnern vorgesetzt werden. Man sollte schon genug Geduld und ein Faible für sowas mitbringen ;) Hier zeigt sich jedenfalls ein Hauptproblem des Spiels: Trotz geringer Spieldauer (ca. 4 Stunden) werden die Aufgaben häufig wiederholt. Zudem ist alles wohl eher für Gelegenheitszocker gedacht – während sämtlicher Minigames kam ich nie auch nur annähernd in Verlegenheit, einen zweiten Versuch zu benötigen. Das ist kein LateinDie schmucklose Grafik in den Minigames kann man bestenfalls zweckmäßig nennen. Etwas besser sieht es bei den per Comic-Standbild erzählten Storysequenzen oder beispielsweise den Suchbildern aus, die durchaus einige hübsche Details zu bieten haben.Bleibt noch die Frage, ob der Held lieber Tinnitus heißen sollte. Entwarnung: Die schwungvolle Hintergrundmusik im Stil von Historienschinken-Soundtracks kann sich sogar gut hören lassen, wird jedoch leider viel zu oft wiederholt. Die Stimmen der Figuren haben Nervensägen-Potenzial – statt richtiger Sprachausgabe ist nur ein monotones Gebrabbel zu hören. |
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