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Test: Dementium: Die Anstalt
Gruselschocker oder Gruselspiel?
Warum gibt es es eigentlich so wenige Ego-Shooter auf dem DS? Liegts an den beschränkten Kapazitäten? Dabei hat Metroid Prime Hunters bereits vorgemacht, dass der Handheld durchaus fähig und eigentlich sogar bestens für dieses Genre geeignet ist. Bereits seit geraumer Zeit in Amerika zu haben, hat es der Vertreter Dementium – Die Anstalt nun endlich auch nach Deutschland geschafft und versucht das Flair eines Silent Hill mit der Dynamik eines Shooters zu verbinden. Wir haben uns das Resultat angeschaut. Willkommen in der AnstaltDunkle Gänge, Blut an den Wänden, Geschrei aus der Ferne und unsympathisches Personal. Ja, wir befinden uns zweifelsfrei in einem Horror-Survival-Spiel. Wer wir sind, ist uns nicht wirklich klar, was wir hier machen auch nur ansatzweise: Es geht ums Überleben und nebenbei noch Schlüssel suchen und in einem Labyrinth umher irren. Klischeehafter könnte das Setting kaum sein, ein abgewracktes Krankenhaus dient uns als Schauplatz in dem es nur darum geht, irgendwie den Ausgang zu suchen und nebenbei noch herauszufinden was hier eigentlich los ist. Eine Geschichte ist leider kaum vorhanden, eine anfängliche Cutscene führt uns in die beklemmende Atmosphäre ein und hier und da werden ein paar Schreckmomente inszeniert, ansonsten lässt uns das Spiel ziemlich alleine, es gilt sich Schritt für Schritt vorzutasten.Bald finden wir eine erste Waffe, einen Knüppel, kurz darauf entnehmen wir einer Wärterleiche eine Pistole. Im Laufe des Spiels finden wir noch so manches Arsenal, was wir aber auch bitter nötig haben, denn der Schwierigkeitsgrad zieht schon nach kurzer Zeit massiv an, unterstützt von der Tatsache, dass die Checkpunkte für einen Wiederbeginn äußerst mager verteilt wurden. So kommt es nach einem Ableben öfters vor, dass wir komplette Spielabschnitte erneut durchforsten müssen, was ordentlich Frustpotential aufbaut und die Motivation stört. Dem Umstand dienlich sind auch nicht unbedingt die recht abwechslungsarmen Gegner oder teils nervige Rätsel die über Standardkost nicht hinauskommen. Einarmiger BanditFazit zur Steuerung: Gelungen…größtenteils. Unser Protagonist steuert sich via Stylus überraschend intuitiv und direkt. Zum Umsehen und Zielen streichen wir ihn einfach über das Touchpad, was zugleich auch noch Lebensenergie und andere Statuswerte wiedergibt, so dass der obere Schirm nur dem blanken Geschehen dient. Doch auch hier gibt es einige Schwachstellen: Die sehr hilfreiche Taschenlampe, welche wir schon früh im Spiel finden, lässt sich nur separat halten und nicht etwa in Kombination mit einer Waffe. Wer gerade fluchend an Doom 3 denkt, erlebt hier ein Deja vu! Zusätzlich ist die Kollisionskontrolle der Waffen nicht einwandfrei. Manchmal schießen wir daneben obwohl wir genau auf den Gegner zielen, der enorme Rückschlag der Pistole stört das Zielen zudem. Und unsere einzige Chance auch ohne kostbare Munition nicht wehrlos zu sein – der Knüppel – lässt sich auch äußerst schwammig benutzen und trifft sein Ziel nicht immer dann wenn er es soll. Die Spielabschnitte sind stark linear und nicht sehr abwechslungreich. Meist schlendern wir durch blutbeschmierte Gänge um darauf in einen größeren Raum mit allerlei Messgeräten zu stolpern und anschließend wieder in blutbeschmierte Gänge zu gelangen. Immerhin spielen die Entwickler gut mit unserer Angst, hier und da lauern uns missgebildete Kreaturen (gerne auch von hinten) auf und immer wieder hallen typische Folterschreie durch die Flure. Grusel in der HosentascheAbgesehen von den abwechslungsarmen Levelabschnitten bietet das Spiel für die Kapazitäten des DS erstaunlich viel Atmosphäre. Die Gänge sind dunkel und gruselig und selbst die erhellende Taschenlampe lässt sich wie gesagt nur ohne Waffe einsetzen wodurch der Angstfaktor noch mal steigt. Besonderes Lob verdienen die leider viel zu seltenen Cutscenes.Auch beim Sound gaben sich die Entwickler große Mühe ein möglichst beklemmendes Flair zu schaffen – mit Erfolg. Abseits der knackigen Schussgeräusche warnen gelegentliche Sprachsamples aus der Ferne indirekt vorm Weitergehen. Es hat lange gedauert, bis die Portierung in deutsche Gefilde gelang, dafür wurden aber sämtliche Texte eingedeutscht, sogar im Spiel selbst wenn z.B. auf einer Tür deutlich ‚Operationssaal’ zu lesen ist. Lediglich die Sprachsamples bleiben auf Englisch. Dementium ist kein Spiel für Zartbesaidete, das USK 18 Logo prangt nicht ohne Grund auf der Verpackung: Überall klebt Blut an den Wänden, und zahlreiche Gegner könnten direkt aus der Hölle stammen. |
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