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Gegründet hat den Women’s Murder Club der US-Bestsellerautor James Patterson im Jahre 2001, der u.a. die Vorlage zu „... denn zum Küssen sind sie da“ und „Im Netz der Spinne“ lieferte. Der Club dreht sich um Hauptprotagonistin Detective Lindsay Boxer, die bisher in acht Romanen mit einigen anderen Mädels ihren Mann stehen musste. 2007 gab es in den Staaten auch eine TV-Serie rund um die Detektivin, die allerdings schon nach der ersten Staffel wieder eingestellt wurde. Der Name scheint eine Fanbasis zu haben, zumindest in den USA. Nun gibt es die Frauenpower auf dem Nintendo DS. Reicht die geballte Kraft an Weiblichkeit für ein gutes Spiel? Viele Fälle, viele Verdächtige, ein Täter?In San Francisco häufen sich die Todesfälle. An einem Tag wird ein totes Mädchen angeschwemmt, an einem anderen wird jemand mitten im Park ermordet und ein paar Tage später wird aus einem Selbstmordfall doch eine Tötung. Zu Beginn scheinen die Fälle für Lindsay Boxer in keinem Zusammenhang zu stehen. Erst nach und nach erkennen sie und ihre Bekannten, Cindy, Jill und Claire einen Zusammenhang. Die Mädels treffen sich übrigens abends in regelmäßigen Abständen und tratschen über die blutigen Vorfälle. Von polizeilicher Verschwiegenheit keine Spur plaudert Lindsay alles aus, was sie so am Tag erlebt hat und das obwohl einer ihrer Freundinnen eine Klatschreporterin ist.Frauen machen das, was sie am besten könnenDie Story an sich ist gar nicht mal schlecht konstruiert, doch das ganze drumherum ist gähnend langweilig. Das beginnt mit der Untersuchung des Tatortes. Die Orte des Geschehens sehen auf den ersten Blick so aus, als hätte die Müllabfuhr dort einen Abstecher gemacht und einmal den Container dort geleert. Überall liegen Dinge rum, die überhaupt nichts mit dem Fall zu tun haben. Darum gilt es die Talente einer Frau sinnvoll zu nutzen und das heißt hier: Aufräumen ist angesagt. Anhand einer Liste auf dem linken Bildschirm – der DS wird wie ein Buch gehalten – sammelt man nun die Objekte auf, die am Tatort nichts zu suchen haben, darunter jede Menge sinnlosen Kram wie Tassen oder Symbole wie das Peace-Zeichen.Das funktioniert, indem man auf einem Bild umher scrollt und dort die gesuchten Gegenstände anklickt. Sieht der Tatort etwas aufgeräumter aus, gilt es z.B. die Tatwaffe ausfindig zu machen, was nach dem gleichen Prinzip funktioniert. Im Park wurde beispielsweise jemand erstochen. Da in San Francisco scheinbar jeder Mensch mit einer Stichwaffe aus dem Haus geht, liegt der ganze grüne Garten voller Messer, Skalpelle und Äxte. Nach der Abarbeitung der Liste geht’s dann meist mit einer Befragung eines Verdächtigen weiter. Keine KonsequenzenDie Gespräche laufen nur in Textform ab. Sprachausgabe gibt es nicht. Um einem Verdächtigen Informationen zu entlocken, gilt es ihn unter Druck zu setzen. Um das zu bewältigen, muss man meist zwei Gegenstände kombinieren, die mit ihm in Verbindung gebracht werden können. Eine passende Frage gibt Hilfestellung. Wer einmal falsch liegt, darf es gleich noch einmal probieren. Irgendwelche Folgen hat das nicht, da ein Bewertungssystem oder ähnliches fehlt. Das macht das Spiel dann auch ziemlich leicht, da man wie wild alles probieren kann.Sinnloses Experimentieren ist allerdings selten von Nöten, da die Lösung meist sehr offensichtlich auf der Hand liegt. Schwierig wird es nur, wenn man mal einige Zeit den DS und das Spiel aus der Hand gelegt hat. Eine Zusammenfassung der Geschehnisse wie in Professor Layton oder ein Notizbuch gibt es nicht. Das alles klingt nicht nur langweilig, sondern ist es auch. Um das spannungsarme Spektakel geringfügig aufzupeppen, hat man hin und wieder Minispiele eingestreut. Darunter gibt e z.B. das allseits beliebte Mah-Jongg, dass man aus dem Hauptmenü heraus sogar als eigenes Spielchen zocken kann. Verfremdete FotosDie Optik ist eine Mischung aus realistischer Grafik, die mit Comic-Elementen verfremdet wurde. Die Darsteller ähneln dabei ihren US-Schauspielern. Animationen sind Mangelware. Die meiste Zeit klickt man sich durch detaillierte Standbilder, auf der Suche nach verdächtigem Material. Dennoch ist die Optik insgesamt recht stimmig. Soundtechnisch gibt es eine sehr unauffällige Kulisse, die mit sehr wenigen Effekten daherkommt und musikalisch ebenfalls kaum etwas Besonderes zu bieten hat. | ||||||||||||||||||
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