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Test: Kriminologie

Ihr könnt schlecht einschlafen? Dann legt euch diesen Titel zu!
 
Krimiserien wie CSI und Co. liegen immer noch im Trend, was die hohen Quoten im TV regelmäßig beweisen. Darum ist es nicht überraschend, dass Entwickler ebenfalls ein Stück vom Kuchen haben wollen und fleißig Knobelspiele produzieren, um die eine simple Räuber & Gendarm Geschichte gestrickt wird. Das so etwas mittelprächtig bis gar nicht funktioniert, zeigten vor kurzem MetropolisWeitere Infos und Women’s Murder ClubWeitere Infos. Der Titel Kriminologie stammt aus der Schmiede White Bird - das ist das Studio von Story-Schreiber Benoit Sokal - und ist schon längere Zeit unter anderem Namen in anderen Ländern erhältlich. Der Titel steht also unter einem schlechten Stern, zu Recht?

Neu in der Truppe

Als Spieler schlüpft man in die Rolle des jungen Detektives Matt Simmons, der gerade frisch in die Abteilung Spurensicherung versetzt wurde. Dort wird man auch gleich überaus herzlich von Kollege Peter Wayne begrüßt, der Matt direkt zum ersten Tatort verfrachtet. Am Ort des Geschehens warten zwei Leichen auf eine Untersuchung. Ein Ehepaar, beide tödlich durch Kugeln aus einer Bleispritze verwundet. Was zu Beginn wie ein Doppelselbstmord aussieht, erfährt im Laufe der Ermittlungen eine dramatische Wendung. Überraschung! Es war Mord. Der Täter ist schnell gefasst, doch es scheint, als hingen Cops und diverse andere Mitarbeiter der Justiz auch mit drin. Es ist also an der Zeit den Sumpf aus Korruption trocken zu legen.

Der Mensch hat Freunde

Matt Simmons scheint bei der Masse gut anzukommen. Überall wird der Mensch geduzt und in lässigem Stil mit ihm geplaudert, sei es jetzt Kollege, Zeuge oder Verdächtiger. Das wirkt alles ein wenig unrealistisch, wenn man z.B. zwischen einem Haufen Leichen steht und den Tag eines Ermittlers einigermaßen simulieren will. Somit hapert es bei der Atmosphäre und der klischeebehafteten Story, die nur langsam in Fahrt kommt.
Laut Kriminologie besteht der Alltag eines Spurensuchers aus überaus langweiligen und sich ständig wiederholenden Tätigkeiten. Zu Beginn gilt es die Örtlichkeiten nach Hot-Spots abzusuchen und das indem man wie ein wilder auf den Touchscreen klickt. Eine unterstützende Anzeige gibt es nicht. Hat man etwas Interessantes gefunden, wird rangezoomt, beispielsweise an eine Austrittswunde. Dort wird dann auch nicht mit blutigen Details gespart, was mich bei einer Freigabe „ab 6“ doch sehr überrascht. Jetzt beginnt die eigentliche Untersuchung und der Kampf mit der störrischen Steuerung.

Blut, immer wieder Blut

Für die genauere Analyse hat der Protagonist insgesamt neun Werkzeuge in der Tasche, darunter beispielsweise eine UV-Lampe und ein Wattestäbchen. Mit letzterem gilt es eine Blutprobe zu nehmen und das indem man das flauschige Teil in einen Lösung taucht und dann über den Fleck rubbelt. Klingt simpel, geht aber dank fehlenden Feedbacks öfter in die Hose als einem lieb ist. Hat man die Probe ergattert, geht’s damit ins Labor und unters Mikroskop, was vorbereitet werden muss, indem man die Probe mit einer Flüssigkeit versetzt und zu guter Letzt mit einer Glasplatte versieht. Auch hier hat man Probleme mit der Rückmeldung. Unterm Mikroskop gilt es ein Minispiel zu bewältigen. Unreinheiten und unwichtige Zellen müssen weggelasert werden und das indem man fingerbrechend einen Tastenkombination hinlegt. Am Ende bleibt eine saubere Blutprobe, die man einer Person zuordnen kann.
Roter Lebenssaft ist an einem Tatort häufig zu finden und so gilt es auch die eben beschriebene Aktion immer und immer wieder zu wiederholen. Andere Tätigkeiten wie das Finden eines Flecks anhand eines Sprays und UV-Licht werden ebenfalls immer und immer wieder durchgeführt und das ist Langeweile pur. Wer mal zu viele Wattestäbchen zerbricht, wird suspendiert und auf die Ersatzbank geschickt, was ein Neustart der Aktion zur Folge hat. Sollte man mal nicht weiterkommen, gibt es Tipps von einem geheimen Informanten, die sehr vage und selten hilfreich sind.

Standbild für Standbild

Optisch bekommt man eine schlichte Zeichentrickgrafik geboten. Die Locations sind nicht sonderlich detailliert und glänzen eher durch die Abwesenheit sämtlicher Animationen.
Die Story wird nur in Textform weitergesponnen. Sprachausgabe gibt es keine. Dafür werden die Ohren mit langweiliger Musik und nervigen Geräuschen gequält.
Screen 1
Der Kollege gibt zu Beginn einige Tipps
Screen 2
Fingerabdrücke sichern gilt als Alltag
Screen 3
Der Quotenschwarze ist natürlich auch dabei
Screen 4
Blut gibt es ne Menge. Die Freigabe ab 6 überrascht mich

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Kriminologie

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von Nobilis
USK-Freigabe ab 6 Jahren
NDSNovember 2009

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