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Test: Phantasy Star Ø
Die berühmte Reihe ist zurück. Doch bröckelt der alte Glanz?
Auf dem Konsolenmarkt hatte Square im Rollenspielgenre die 90er in fester Hand. Egal ob Flagschiff „Final Fantasy“ oder kleinere Hits wie die „Secret of“-Reihe, nahezu jedes Spiel konnte überzeugen. Schwer für andere Entwickler an diese Übermacht heran zu kommen. Sega schaffte es auf ihren System dennoch: Shining Force und vor allem Phantasy Star waren auf dem Master System oder Megadrive die Verkaufsgaranten. Nur die letztgenannte Serie schaffte es jedoch auch in die Gegenwart und wurde spätestens seit dem erfolgreichen Dreamcast MMO Phantasy Star Online weltbekannt. Zehn Jahre später versucht Sega mit einer Wiederbelebung der Serie auf dem DS an alte Erfolge anzuknüpfen, stellen sich dabei aber leider selbst so manches Bein.Monsterjagd im SchützengrabenWie schon sein ehrwürdiger Vorgänger setzt auch Phantasy Star Zero den Focus auf ein Multiplayerabenteuer. Erwartungsgemäß rudimentär fällt die Story für Solisten aus: Vor 200 Jahren tobte ein grausamer Krieg durch die Welt. Seitdem lernten deren Einwohner und versuchten ein möglichst friedliches Miteinander zu finden. Dass das auf Dauer nicht gut geht, zeigen aktuelle Ereignisse, denn nicht nur etwaige Monster terrorisieren die Idylle, auch die Schatten des Kriegs ziehen ihre Kreise. Mit mehr Infos werden wir zu Beginn leider nicht versorgt, das animierte Intro würfelt lediglich vereinzelte Zwischensequenzen durcheinander und verwirrt mehr, als dass es erklärt. So müssen wir uns durch eine Menge recht seelenlose Dialoge und Tutorials quälen, bevor wir selbst auf Monsterjagd gehen können oder auch nur einen Schimmer haben, was vor sich geht.Nicht nur anfangs dreht sich alles um die Jagd nach Monstern und deren Beute. Dass die auch den Hauptteil des Spiels ausmacht, wird uns spätestens nach der zweiten Mission klar, denn auch diese verlangt nichts anderes von uns als ein bestimmtes Gebiet zu durchkämmen und an dessen Ende einen Boss zu erledigen. Durch insgesamt sieben unterschiedliche Welten zieht uns die Geschichte, die Aufträge, die wir in der Stadt annehmen, bleiben dabei immer ähnlich simpel. Zwischendurch entwickelt sich aber auch die Geschichte weiter, jedoch ohne größere Spannungsbögen zu bieten. PartykracherImmerhin gibt es genügend Möglichkeiten vorab unseren Charakter zu personalisieren. Wir dürfen zunächst aus einer von drei Klassen auswählen, jede davon mit eigenen Stärken. Anfänger berufen sich daher am besten auf die Allround-Menschen, während Serienversierte sich direkt auf die anspruchsvolleren Newmans oder Casts stürzen. Nach der Entscheidung steht noch die Wahl des Berufes aus. Auch hier gibt es markante Unterschiede: Lieber zaubern oder prügeln? Anders als die Grundklassen, lassen sich die Berufe aber auch im Spiel noch jederzeit wechseln. Wer nur solo ins Spiel ziehen möchte, den werden jedoch auch die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten nicht motivieren, denn abgesehen vom drögen Spielprinzip, gestaltet sich das Abenteuer zumindest alleine bockschwer und bietet zahlreiche Frustmomente, was nicht zuletzt an der dürftigen KI liegt.Wer in diesem Abenteuer also Fuß fassen möchte, sollte sich bis zu drei Mitspieler via Internetlobby zusammensuchen. Dann geht das Spielprinzip voll auf: Gemeinsam jagen wir (teils bildschirmfüllende) Monster und leben vor allem den MMO-typischen Sammeltrieb aus. Die Sucht nach immer besseren Waffen oder Rüstungen greift auch im aktuellen Teil und es kann durchaus mal vorkommen, dass wir beim Spielen die Zeit vergessen. Nebenbei steigen wir außerdem noch in Leveln auf. Wenn Igelköpfe umher irrenWas jedoch auch im Multiplayer stört, ist die sehr unpräzise Steuerung gepaart mit dürftiger Kameraführung. Dafür bietet aber zumindest der untere Schirm des DS einige Komfortfunktionen, wie einen schnellen Waffenwechsel und Zuteilung der verschiedenen Fähigkeiten auf die einzelnen Knöpfe. Der obere bildet das Geschehen ab. Nettes Gimmick: Per Stylus können wir unseren Teammitgliedern Texte oder auch Bildchen senden, Laute per Mikrophon sind leider nicht drin. Davon abgesehen steuern wir das Spiel aber mit den klassischen Knöpfen.Die teils völlig unübersichtliche und gerade in Bosskämpfen nervige Kamera wurde bereits bemängelt. Davon ab bietet der Titel visuell ebenfalls nur wenig. Die 3D Landschaften sind detailarm, die Aufmachung seelenlos und gesprochen wird grundsätzlich gar nicht. Dazu kommt eine gänzlich fehlende deutsche Lokalisierung, was gerade die Hauptzielgruppe der Jugendlichen abschrecken dürfte – schließlich wurde das Spiel im Animestil gehalten. |
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