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Test: Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin
Sherlocks erstes DS-Abenteuer verlief nicht gerade rühmlich. Was taugt der Engländer als Professor Layton-Verschnitt?
Wenn heute in Königshäusern irgendwas Interessantes abgeht, ist die ganze Welt live dabei, man lauscht gerührt dem liebevoll gehauchten „Joa“ und kurz darauf ist die Bunte ausverkauft. Die gekrönten Häupter früherer Epochen waren da meistens weniger volksnah und mussten sich keinen Kopf um ihre Outfits im Scheinwerferlicht machen, hatten aber wahrscheinlich auch schlechtere Alarmanlagen. So wird im vorliegenden Spiel Königin Victoria (allerdings nicht von Schweden, sondern die berühmte englische aus dem 19. Jahrhundert) ihres Stammbaums beraubt, der die Thronansprüche der Königsfamilie legitimiert. Da wäre eine Kamera in der Nähe vielleicht gar nicht mal so übel gewesen... Auf Laytons SpurenDie Abstammungsurkunden müssen also wieder her und Victorias Topdetektiv Sherlock Holmes, selbstverständlich unterstützt von Dr. Watson, soll es richten. Das bunte, komplett per Stylus gesteuerte Geheimnis der Königin unterscheidet sich nicht nur optisch von den herkömmlichen Sherlock-Games wie etwa der grottigen Umsetzung von Das Geheimnis der Mumie .Zwar kommen auch diverse „normale“ Adventure-Rätsel rund ums Kombinieren von Items vor, für die man Objekte wie Werkzeug im kleinen Inventar verstaut. Die Anwendung derselben gestaltet sich aber durch geringe Anzahl, Nähe von Fund- zum Einsatzort sowie entsprechende Kommentare des Hauptdarstellers meist ziemlich simpel. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen stattdessen Kopfnüsse unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die im Stil der erfolgreichen Professor Layton -Titel thematisch passend über die als Standbilder präsentierten Orte verteilt sind. Das können etwa zu knackende Codes, Dreh- und Schiebepuzzles oder Labyrinthe sein – die Mischung zeigt sich durchaus abwechslungsreich und unterhaltsam. Jedem Rätsel ist ein Wert zugeordnet, mit genug Punkten auf dem Konto schaltet man am Ende bis zu vier Bonusrätsel frei. Tipps in zwei „Deutlichkeitsstufen“ müssen allerdings mit Punkten erkauft werden. Die Aufgaben bleiben manchmal etwas unklar (was andernorts gratis als Erklärung geliefert wird, ist hier schon der erste kostenpflichtige Hinweis) und auch nach Beendigung des Rätsels wird keine weitere Begründung geliefert. Bei Zufallstreffern weiß man so unter Umständen selber nicht genau, warum es jetzt eigentlich geklappt hat.Neben dem erwähnten Denksport-Mix gelten auch ein paar eher actionorientierte Tätigkeiten wie das Zerbröseln eines Durchgang per Kanone als Rätsel. Eine Besonderheit des Spiels sind kurze Prüfungen, bei denen der Nachwuchsdetektiv die zu den bisherigen Erkenntnissen passenden Theorien zum Tathergang samt dazugehörigen Beweisen ankreuzt. Spaßig, aber kurzKomfortabel: Beim Klick auf das Fragezeichensymbol werden alle manipulierbaren Objekte des aktuellen Bilds markiert. Holmes´ Aktentasche enthält darüber hinaus neben Inventar und Speichermöglichkeit (zwischen den Rätseln kann jederzeit in drei Slots der Spielstand gesichert werden) unter anderem Aufzeichnungen aller bisherigen Dialoge, falls man in der Geschichte mal den Faden verlieren sollte. Außerdem gibt’s beim Spielstart nach Unterbrechungen immer eine kurze Zusammenfassung der letzten Ereignisse. Der Wermutstropfen an der Sache ist allerdings, dass man letztere wohl kaum öfter brauchen wird, denn das Abenteuer ist locker in fünf bis sechs Stunden zu bewältigen, falls sich der Spieler nicht gerade an einem Rätsel festbeißt – die Geschichte verläuft sehr linear und es können auch keine Puzzles ausgelassen werden.Bekommt man beim zweiten Layton-Game weit über 100 Story-Aufgaben plus Extrarätsel und eine Reihe von Nebenaktivitäten geboten, ist hier eben nach nur 39 Knobeleien und lediglich vier Bonusrätseln Schluss. Der Wiederspielwert hält sich bei sowas natürlich auch arg in Grenzen, zumal Sherlock Holmes nicht – wie sein starker Konkurrent – für Downloadnachschub sorgt. Trotz durchaus netter Rätsel-Ideen wäre in Sachen Umfang also einiges mehr drin gewesen, und das gilt auch für die Präsentation. Schöne Bilder, aber wenig LebenWährend aufs Laytons Weg an jeder Ecke schräge Gestalten eigene Rätsel aus dem Hut zaubern, trifft man hier an den zugegebenermaßen hübschen, handgezeichneten Schauplätzen oft maximal nur eine Nebenfigur an. Die Gespräche besitzen einen Ansatz von Humor und erzählen eine ganz vernünftige Story, bestehen jedoch nur aus unbeweglichen Porträts und Texten, ohne Zwischensequenzen und Sprachausgabe. So mangelt es den Szenen an Leben, was nur mal durch ein flackerndes Feuerchen oder ähnliches gemildert wird.Als musikalische Untermalung vernimmt man meistens die immer gleiche Melodie, die mir schnell auf den Keks ging, plus ein paar Umgebungsgeräusche wie Möwengekreische. |
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