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Kolumne: Wie speziell sind Special Editions?
Die Sache mit den Special-, den Limited- oder von mir aus den Collector's Editions geht mir in letzter Zeit irgendwie gegen den Strich. Immer mehr Entwickler bringen uns eine dieser Sonderversionen in die Regale. Natürlich findet man dabei die eine oder andere Perle, wie etwa die Limited Edition von Anno 1701. Hier bekomme ich einen ordentlichen, qualitativen Gegenwert in Form von Artbook, Schlüsselanhänger aus Messing, Postkarten, Soundtrack und als Krönung eine hochwertige, durchnummerierte Holzbox, in der der ganze Special-Kram standesgemäß untergebracht ist. Auch die angekündigte Legendary Edition mit Helm und weiteren Extras von Halo 3 scheint ein Kracher für Fans und Sammler zu werden.
Im Gegensatz dazu gibt es aber viel zu viele lieblos zusammengepackte Flops wie etwa die Limited Edition vom Siedler 2-Remake. Große Verpackung, in der sich als Highlight eine, so wörtlich: „... hochwertig, handbemalte Sammelfigur eines Spielcharakters der Römer....“ befindet. Diese Figur entpuppt sich dann allerdings als lieblose Plastikfigur, deren Herstellungspreis niemals den satten Aufpreis der Limited rechtfertigt. Bei Forza 2 muss ich gar den Großteil des Zusatzinhalts auch noch selber auf meine Xbox360-Festplatte herunterladen, dieser befindet sich nicht in der 10 Euro teureren Limited Edition.
Noch schlimmer wird es bei EA. Die in Deutschland vertriebene Special Edition von Schlacht um Mittelerde 2 beinhaltete neben diversen verzichtbaren Zugaben nur die englische Fassung des Spiels. Bei der C&C 3: Kane Edition trieb man den Unfug dann noch auf die Spitze: Auf die „exklusiven“ Bonus-Materialien, wie Outtakes, Strategie-Videos, Multiplayer-Karten, drei neue Einheiten-Skins und fünf Wallpaper kann ich eigentlich locker verzichten. Viel gewaltiger stinkt mir dabei aber der Marketingtrick mit der USK-Einstufung. Die normale Verkaufsversion bekommt von der USK eine ab 16 und die teurere Kane Edition eine ab 18. Der Unterschied mit ein paar Einheiten- und Waffenumbenennungen ist klein, der Gewinn für EA sicher groß. Hier wird unser USK-System noch schamlos zur Gewinnoptimierung ausgenutzt.
Und dann kommt noch die Sache mit dem Preisverfall. Als Beispiele fallen mir da die eigentlich guten Collector´s von SpellForce 2 - Shadow Wars mit Metall-Kompass, usw. und von Rush for Berlin mit schwerer Metall Adler-Statue etc. ein. Wie hab ich ewig vor Release vorbestellt und gebangt, auch eine von den ach so streng limitierten Versionen abzubekommen? Wie hab ich mit glänzenden Augen die Verpackung vorsichtig geöffnet und mich an dem Zusatzinhalt erfreut? Und nun? Jetzt gibt es die teuer erkauft Special Super Duper Collector's Edition für ein Viertel des Preises?
Bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich kaufe auch gern gute Spiele zum Budget-Preis, ABER bei den Special Editions hört mein Verständnis für preiswertes Spielen auf. Durch solche Preissenkungen fühle ich mich als Käufer der teureren Versionen glattweg verarscht. Die teuren Sonderauflagen sollten doch der Wertstabilität halber eigentlich nie gesenkt werden, ja eigentlich innerhalb weniger Tage ausverkauft sein. Die Frage ist hier: Wurden etwa zu viele der limitierten Versionen hergestellt, so dass man sie nach kurzer Zeit zum Schleuderpreis verkaufen muss? Limitiert sieht bei mir anders aus.
Hersteller und Publisher aufgepasst! Mit solchen Aktionen macht ihr die Special- zur Massen-Edition und braucht euch nicht zu wundern, wenn euch die Kunden durchschauen und die Teile in Zukunft weniger, wenn überhaupt kaufen. Ich jedenfalls überlege mir künftig mehr als einmal ob ich die teure Special nehme oder ob nicht doch die ganz normale Version reicht.
Tino Grundmann
Im Gegensatz dazu gibt es aber viel zu viele lieblos zusammengepackte Flops wie etwa die Limited Edition vom Siedler 2-Remake. Große Verpackung, in der sich als Highlight eine, so wörtlich: „... hochwertig, handbemalte Sammelfigur eines Spielcharakters der Römer....“ befindet. Diese Figur entpuppt sich dann allerdings als lieblose Plastikfigur, deren Herstellungspreis niemals den satten Aufpreis der Limited rechtfertigt. Bei Forza 2 muss ich gar den Großteil des Zusatzinhalts auch noch selber auf meine Xbox360-Festplatte herunterladen, dieser befindet sich nicht in der 10 Euro teureren Limited Edition.
Noch schlimmer wird es bei EA. Die in Deutschland vertriebene Special Edition von Schlacht um Mittelerde 2 beinhaltete neben diversen verzichtbaren Zugaben nur die englische Fassung des Spiels. Bei der C&C 3: Kane Edition trieb man den Unfug dann noch auf die Spitze: Auf die „exklusiven“ Bonus-Materialien, wie Outtakes, Strategie-Videos, Multiplayer-Karten, drei neue Einheiten-Skins und fünf Wallpaper kann ich eigentlich locker verzichten. Viel gewaltiger stinkt mir dabei aber der Marketingtrick mit der USK-Einstufung. Die normale Verkaufsversion bekommt von der USK eine ab 16 und die teurere Kane Edition eine ab 18. Der Unterschied mit ein paar Einheiten- und Waffenumbenennungen ist klein, der Gewinn für EA sicher groß. Hier wird unser USK-System noch schamlos zur Gewinnoptimierung ausgenutzt.
Und dann kommt noch die Sache mit dem Preisverfall. Als Beispiele fallen mir da die eigentlich guten Collector´s von SpellForce 2 - Shadow Wars mit Metall-Kompass, usw. und von Rush for Berlin mit schwerer Metall Adler-Statue etc. ein. Wie hab ich ewig vor Release vorbestellt und gebangt, auch eine von den ach so streng limitierten Versionen abzubekommen? Wie hab ich mit glänzenden Augen die Verpackung vorsichtig geöffnet und mich an dem Zusatzinhalt erfreut? Und nun? Jetzt gibt es die teuer erkauft Special Super Duper Collector's Edition für ein Viertel des Preises?
Bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich kaufe auch gern gute Spiele zum Budget-Preis, ABER bei den Special Editions hört mein Verständnis für preiswertes Spielen auf. Durch solche Preissenkungen fühle ich mich als Käufer der teureren Versionen glattweg verarscht. Die teuren Sonderauflagen sollten doch der Wertstabilität halber eigentlich nie gesenkt werden, ja eigentlich innerhalb weniger Tage ausverkauft sein. Die Frage ist hier: Wurden etwa zu viele der limitierten Versionen hergestellt, so dass man sie nach kurzer Zeit zum Schleuderpreis verkaufen muss? Limitiert sieht bei mir anders aus.
Hersteller und Publisher aufgepasst! Mit solchen Aktionen macht ihr die Special- zur Massen-Edition und braucht euch nicht zu wundern, wenn euch die Kunden durchschauen und die Teile in Zukunft weniger, wenn überhaupt kaufen. Ich jedenfalls überlege mir künftig mehr als einmal ob ich die teure Special nehme oder ob nicht doch die ganz normale Version reicht.
Tino Grundmann
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