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Kolumne: Künstliche Dummheit, Toaster und Eckensteher
In der Terminator-Trilogie basiert die Geschichte auf einem Krieg zwischen den Maschinen und den Menschen, der durch die überlegene künstliche Intelligenz der Blechkumpanen ausgelöst wird. Gleiches gilt auch für den Gedanken, der hinter der Filmreihe Matrix steht, doch das sind nur Hirngespinste, denn tatsächlich ist die künstliche Intelligenz momentan so weit der Cleverness entfernt wie Michael Jackson von seiner schwarzen Hautfarbe.
Immer wieder reden die Entwickler über die „bahnbrechenden Verbesserungen“ der künstlichen Intelligenz, immer wieder sitzen wir Spieler vor dem Bildschirm und fragen uns, wer so blöd ist wie die computergesteuerten Figuren. Das beginnt mit simplen Sportspielen wie FIFA, bei denen Rasen-Akteure immer noch am Ball vorbeilaufen und die Keeper gern mal an der Kugel vorbeispringen. Ja, das soll es auch in der Wirklichkeit geben, aber nicht fünfmal in einem Spiel. Die Sammel-Dronen bei Command & Conquer waren schon immer ein spezieller Fall von künstlicher Dummheit gewesen und da fragen sich vermutlich alle Spieler, wer dort statt Hirnströmen oder Schaltkreisen ein Toastbrot installiert hat.
Mein liebstes Beispiel im Punkt „künstlicher Intelligenz“ ist das frisch für den PC veröffentlichte Ghost Recon Advanced Warfighter 2: Da haben die gegnerischen Panzerfahrer hellseherische Fähigkeiten und können vermutlich auch durch die Blechwände ihrer Kiste sehen, während die Elite-Soldaten des eigenen Teams zu dumm sind, einfach mal hinter einem Mauervorsprung in Deckung zu gehen. Die Krönung des Ganzen: Im Tutorial weigert sich Schütze Ramirez in den Hubschrauber zu steigen und bleibt vor einer Wand sitzen. Kein Befehl des Spiels oder des Universums kann ihn dazu bewegen, sein lauschiges Plätzchen zu verlassen. Ein moderner Kriegsdienstverweigerer, ich bin begeistert. Um die Mission zu beenden, müssen aber alle Teammitglieder im Hubschrauber sitzen – was tun? Hier wäre eine „Überredungs-Funktion“ sicher angebracht, bei der ich den Soldaten mit gut sortierten Argumenten davon überzeugen kann, dass sein Handeln egoistisch und nicht im Sinne der Regierung, geschweige denn der Mission ist. Weil es so eine Funktion nicht gibt und ich im Vergleich zur hoch entwickelten künstlichen Intelligenz einfach zu dumm bin, musste ich den armen Pixel-Kerl erschießen, um das Tutorial verlassen zu können.
Mit dieser minder bemittelten künstlichen Intelligenz kommen bald Millionen von Arnold-Schwarzenegger-Terminator und werden die Menschen in einen Krieg verwickeln, der sich gewaschen hat. Dabei hat sicher jeder dieser Blech-Kämpfer einen Reset-Knopf oder er verhält sich am besten so, wie die Gegner in Hour of Victory: Beim Suchen nach Deckung werden vermutlich alle anderen Sinne ausgeschaltet und ich kann bequem neben dem Feind Platz nehmen – wenn dieser dann irgendwann merkt, dass er nicht allein hinter seiner Kiste hockt, ziehe ich ihm einfach den Stecker raus und baue ihm schnell meinen Toaster in den Kopf ein. Dieses Gerät kann bekanntlich Temperaturunterschiede erkennen und schaltet sich bei Überhitzung automatisch aus, was wesentlich intelligenter und zuverlässiger ist als die dusseligen Pixel-Gegner.
Armin Sengbusch
Immer wieder reden die Entwickler über die „bahnbrechenden Verbesserungen“ der künstlichen Intelligenz, immer wieder sitzen wir Spieler vor dem Bildschirm und fragen uns, wer so blöd ist wie die computergesteuerten Figuren. Das beginnt mit simplen Sportspielen wie FIFA, bei denen Rasen-Akteure immer noch am Ball vorbeilaufen und die Keeper gern mal an der Kugel vorbeispringen. Ja, das soll es auch in der Wirklichkeit geben, aber nicht fünfmal in einem Spiel. Die Sammel-Dronen bei Command & Conquer waren schon immer ein spezieller Fall von künstlicher Dummheit gewesen und da fragen sich vermutlich alle Spieler, wer dort statt Hirnströmen oder Schaltkreisen ein Toastbrot installiert hat.
Mein liebstes Beispiel im Punkt „künstlicher Intelligenz“ ist das frisch für den PC veröffentlichte Ghost Recon Advanced Warfighter 2: Da haben die gegnerischen Panzerfahrer hellseherische Fähigkeiten und können vermutlich auch durch die Blechwände ihrer Kiste sehen, während die Elite-Soldaten des eigenen Teams zu dumm sind, einfach mal hinter einem Mauervorsprung in Deckung zu gehen. Die Krönung des Ganzen: Im Tutorial weigert sich Schütze Ramirez in den Hubschrauber zu steigen und bleibt vor einer Wand sitzen. Kein Befehl des Spiels oder des Universums kann ihn dazu bewegen, sein lauschiges Plätzchen zu verlassen. Ein moderner Kriegsdienstverweigerer, ich bin begeistert. Um die Mission zu beenden, müssen aber alle Teammitglieder im Hubschrauber sitzen – was tun? Hier wäre eine „Überredungs-Funktion“ sicher angebracht, bei der ich den Soldaten mit gut sortierten Argumenten davon überzeugen kann, dass sein Handeln egoistisch und nicht im Sinne der Regierung, geschweige denn der Mission ist. Weil es so eine Funktion nicht gibt und ich im Vergleich zur hoch entwickelten künstlichen Intelligenz einfach zu dumm bin, musste ich den armen Pixel-Kerl erschießen, um das Tutorial verlassen zu können.
Mit dieser minder bemittelten künstlichen Intelligenz kommen bald Millionen von Arnold-Schwarzenegger-Terminator und werden die Menschen in einen Krieg verwickeln, der sich gewaschen hat. Dabei hat sicher jeder dieser Blech-Kämpfer einen Reset-Knopf oder er verhält sich am besten so, wie die Gegner in Hour of Victory: Beim Suchen nach Deckung werden vermutlich alle anderen Sinne ausgeschaltet und ich kann bequem neben dem Feind Platz nehmen – wenn dieser dann irgendwann merkt, dass er nicht allein hinter seiner Kiste hockt, ziehe ich ihm einfach den Stecker raus und baue ihm schnell meinen Toaster in den Kopf ein. Dieses Gerät kann bekanntlich Temperaturunterschiede erkennen und schaltet sich bei Überhitzung automatisch aus, was wesentlich intelligenter und zuverlässiger ist als die dusseligen Pixel-Gegner.
Armin Sengbusch
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