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Kolumne: When it's done?
Keine Frage: Wer ein Produkt vom ersten Tag an gut verkaufen möchte, muss frühzeitig mit dem Werben anfangen. Anzeigen und Testberichte werden z.B. auch in der Autoindustrie schon lange veröffentlicht bevor das neue Fahrzeug in die Verkaufsräume fährt. „Ab Herbst bei ihrem Autohändler“ heisst es dann da. Ähnlich wie in einer Preview zu einem Spiel.
Nur gibt es da einen klitzekleinen Unterschied. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ein Auto, zu dem ich in den einschlägigen Magazinen einen Vorabfahrbericht gelesen habe, plötzlich deutlich später als geplant auf den Markt kam. Das wiederum ist bei Spielen scheinbar völlig normal, oder andersherum: Spielehersteller scheinen sich dazu genötigt zu fühlen, Erscheinungstermine zu einem Zeitpunkt zu nennen, wo sie noch gar nicht wissen können, ob das Produkt zu dem Zeitpunkt auch fertig ist.
Extremstbeispiele sind sicherlich Duke Nukem Forever und Prey, letzteres hat es immerhin nach fast zehn Jahren noch in die Läden geschafft, aber Verschiebungen um mehrere Monate sind weiß Gott keine Seltenheit. Man denke nur mal an S.T.A.L.K.E.R. oder ganz aktuell an Age of Conan, das soeben zum dritten Mal verschoben wurde, und mittlerweile 16 Monate hinter dem ursprünglichen Releaseplan liegt. Beinahe harmlos mutet da die Verschiebung von GTA IV an, statt Oktober kommt es Anfang 2008 - heisst es zumindest jetzt, im Januar mag das schon wieder anders aussehen.
Und warum das alles? Weil irgendwer irgendwann beschlossen zu haben scheint, dass man Computerspiele hypen muss und zwar so früh und so lange wie möglich. „Hey, wir entwickeln ein neues Spiel namens XY. Wir haben zwar erst ein Artwork zum zeigen, aber es kommt im Dezember nächstes Jahr raus, das wissen wir jetzt schon.“. Und wenig später: „Wir haben uns entschieden noch einige weitere Features einzubauen, das Spiel bekommt ausserdem einen neuen Titel und kommt jetzt ein halbes Jahr später. Aber hier ein Work in Progress Trailer“. Wieder später: „Das Feedback aus dem Alpha-Test hat uns veranlasst, zum Wohle der Spieler noch einmal die Entwicklungszeit zu verlängern.“ Zum Release ist dann von den einst angekündigten neuen Features keine Rede mehr, sie haben es doch nicht ins Spiel geschafft, aus Zeitgründen.
Was soll das? Sicher, Vorfreuen ist leichter, wenn man weiß auf welchen Termin man sich hin vorfreuen soll, aber es ist doch absoluter Irrsinn, sich Monate im voraus, noch bevor das Spiel überhaupt Alpha-Status erreicht hat, schon auf Releasezeiträume festzulegen. Diese dann zu verschieben verärgert nicht nur die Fans, noch dazu gibt es von Analysten eins aufs Dach, weil natürlich alle Gewinnprognosen hinfällig werden, wenn ein Blockbuster deutlich verschoben wird.
Sicher müssen Kosten im Rahmen gehalten und dementsprechend Entwicklungszeiträume ungefähr eingehalten werden, aber das sind doch interne Planungen, die in keinster Weise an die Öffentlichkeit gehören, denn so oft wie Releasedaten von Spielen verschoben werden, nimmt sie doch heutzutage kaum noch jemand ernst, bis die Gold-Meldung durch die Nachrichten geht.
Warum nehmen sich nicht mehr Hersteller ein Beispiel an 3DRealms, die offenbar ihre Lehren aus den Desastern mit den oben genannten Titeln gezogen und den Slogan „When it's done“ als „Releasedatum“ geprägt haben. So schade es sein mag, sich so undefiniert vorfreuen zu müssen, ein Spiel sollte rauskommen, wenn es fertig ist und nicht früher. Denn das vorzeitige Festlegen von Releaseterminen führt nicht nur dazu, dass Spiele verschoben werden, sondern auch, dass uns statt dessen minder- oder unfertige Ware auf Gedeih und Verderb zu dem einst anvisierten Releasedatum serviert wird, weil schon Marketingpläne usw. darauf ausgerichtet wurden.
Jörg Benne
Nur gibt es da einen klitzekleinen Unterschied. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ein Auto, zu dem ich in den einschlägigen Magazinen einen Vorabfahrbericht gelesen habe, plötzlich deutlich später als geplant auf den Markt kam. Das wiederum ist bei Spielen scheinbar völlig normal, oder andersherum: Spielehersteller scheinen sich dazu genötigt zu fühlen, Erscheinungstermine zu einem Zeitpunkt zu nennen, wo sie noch gar nicht wissen können, ob das Produkt zu dem Zeitpunkt auch fertig ist.
Extremstbeispiele sind sicherlich Duke Nukem Forever und Prey, letzteres hat es immerhin nach fast zehn Jahren noch in die Läden geschafft, aber Verschiebungen um mehrere Monate sind weiß Gott keine Seltenheit. Man denke nur mal an S.T.A.L.K.E.R. oder ganz aktuell an Age of Conan, das soeben zum dritten Mal verschoben wurde, und mittlerweile 16 Monate hinter dem ursprünglichen Releaseplan liegt. Beinahe harmlos mutet da die Verschiebung von GTA IV an, statt Oktober kommt es Anfang 2008 - heisst es zumindest jetzt, im Januar mag das schon wieder anders aussehen.
Und warum das alles? Weil irgendwer irgendwann beschlossen zu haben scheint, dass man Computerspiele hypen muss und zwar so früh und so lange wie möglich. „Hey, wir entwickeln ein neues Spiel namens XY. Wir haben zwar erst ein Artwork zum zeigen, aber es kommt im Dezember nächstes Jahr raus, das wissen wir jetzt schon.“. Und wenig später: „Wir haben uns entschieden noch einige weitere Features einzubauen, das Spiel bekommt ausserdem einen neuen Titel und kommt jetzt ein halbes Jahr später. Aber hier ein Work in Progress Trailer“. Wieder später: „Das Feedback aus dem Alpha-Test hat uns veranlasst, zum Wohle der Spieler noch einmal die Entwicklungszeit zu verlängern.“ Zum Release ist dann von den einst angekündigten neuen Features keine Rede mehr, sie haben es doch nicht ins Spiel geschafft, aus Zeitgründen.
Was soll das? Sicher, Vorfreuen ist leichter, wenn man weiß auf welchen Termin man sich hin vorfreuen soll, aber es ist doch absoluter Irrsinn, sich Monate im voraus, noch bevor das Spiel überhaupt Alpha-Status erreicht hat, schon auf Releasezeiträume festzulegen. Diese dann zu verschieben verärgert nicht nur die Fans, noch dazu gibt es von Analysten eins aufs Dach, weil natürlich alle Gewinnprognosen hinfällig werden, wenn ein Blockbuster deutlich verschoben wird.
Sicher müssen Kosten im Rahmen gehalten und dementsprechend Entwicklungszeiträume ungefähr eingehalten werden, aber das sind doch interne Planungen, die in keinster Weise an die Öffentlichkeit gehören, denn so oft wie Releasedaten von Spielen verschoben werden, nimmt sie doch heutzutage kaum noch jemand ernst, bis die Gold-Meldung durch die Nachrichten geht.
Warum nehmen sich nicht mehr Hersteller ein Beispiel an 3DRealms, die offenbar ihre Lehren aus den Desastern mit den oben genannten Titeln gezogen und den Slogan „When it's done“ als „Releasedatum“ geprägt haben. So schade es sein mag, sich so undefiniert vorfreuen zu müssen, ein Spiel sollte rauskommen, wenn es fertig ist und nicht früher. Denn das vorzeitige Festlegen von Releaseterminen führt nicht nur dazu, dass Spiele verschoben werden, sondern auch, dass uns statt dessen minder- oder unfertige Ware auf Gedeih und Verderb zu dem einst anvisierten Releasedatum serviert wird, weil schon Marketingpläne usw. darauf ausgerichtet wurden.
Jörg Benne
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