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Kolumne: Wie hätten sie es gern: Mit Blut oder Brustwarze?
Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das Land, in dem es keinen schwarzen oder einen weiblichen Präsidenten gibt – und ganz sicher keinen, der schwul ist. Das Land, in dem Alkoholflaschen in der Öffentlichkeit in einer Papiertüte versteckt werden müssen – und diesem Land ist es egal, wie viel Blut in einem Spiel fließt. Kopfschüsse, die Ragdoll-Effekte, bei denen die Leiche durch nachträgliche Einschüsse noch bewegt wird, meinetwegen auch Enthauptungen, all das stört dort niemanden. Ein Paradies für Zocker und Liebhaber des bluttriefenden Horrors? Vielleicht, aber nur so lange, wie es keine nackte Haut im Spiel zu sehen gibt
Ich muss immer noch über den „Hot-Coffee-Mod“ kichern, der mal dafür sorgte, dass in GTA: San Andreas Sex-Szenen öffentlich gemacht wurden und so ganz Amerika in Aufruhr versetzte. Nein, keine Geschlechtsteile waren zu sehen, es wurde der Fortpflanzungsakt – hey, das dient der Arterhaltung, liebe Amerikaner – gezeigt, teilweise sogar bekleidet. Oh, das ist wirklich jugendgefährdend, das ist viel schlimmer als die Kopfschüsse, die ich mit dem Scharfschützengewehr im selben Spiel abgeben kann, das ist auch viel schlimmer, als mit dem Schrotgewehr einen Polizisten niederzumachen. Amerika hat da echt den Durchblick und lässt nun auch Manhunt 2 freien Lauf – in leicht zensierter Form. In einem Land, in dem Waffen an jeder Ecke gekauft werden können, ist es wirklich wichtig, die sexuellen Werte im Griff zu haben. Ein abgetrennter Kopf ist eben ganz normal, eine nackte Brustwarze natürlich nicht. Meinen Respekt, liebe Amerikaner, das ist eine starke und konsequente Richtlinie bei der Erziehung Jugendlicher.
In Deutschland sind die moralischen Werte im Bezug auf Sex vermutlich verschwindend niedrig, dafür wird aber verstärkt darauf geachtet, dass kein Blut fließt und keine Leichen in einem Spiel zu sehen sind – selbst bei Spielen, die eine Alterseinstufung von USK 18 haben. Warum wird Erwachsenen vorgeschrieben, was sie zu sehen und zu spielen haben? Nun, weil es die Erwachsenen sind, die die Spiele kaufen und sie dann ihren Kindern schenken. An dieser Stelle wäre eine Geburtenkontrolle sinnvoll, so dass nur diejenigen auch Nachwuchs zeugen dürfen, die bei der nur in Deutschland eingerichteten „Zulassungsstelle für Kinder“ auch das Formular unterschrieben haben, dass sie keine Filme oder Spiele für Erwachsene an die Sprösslinge weiter geben. In diesem Sinn muss die Bundesregierung viel härter durchgreifen und die Aufklärung im Bezug auf Nachwuchs und Verantwortung ansetzen, vielleicht wäre es daher auch hier sinnvoller, auf nackte Haut in den Spielen zu verzichten, dafür aber Zerstückelungen zuzulassen. Vielleicht ist dann in Deutschland bald alles so toll wie in Amerika und wir haben ein Land voller unbegrenzter Dings, na, Spiele.
Ich bin gegen Ragdoll-Effekte und es stört mich auch nicht, dass sie Assassins Creed fehlen werden: Wenn das Spiel sich nur durch Blut und diese Effekte definiert, kann es damit nicht weit her sein. Ich bin gegen übertriebene und sinnlose Gewaltdarstellung, aber ich finde es wirklich grässlich, auf welche Weise mir teilweise vorgeschrieben wird, was ich spielen darf und was nicht. Mag Dead Rising für einige Spieler „echt witzig“ gewesen sein, für mich ist das ein kranker Humor. Aber deswegen muss ein Blutfleck nicht gleich auch ein Schandfleck sein, eine Brustwarze ist auch keine Einladung zur Vergewaltigung.
Was da im Zensierungswahn alles verboten wird, lässt mir die Brusthaare zu Berge stehen – in Amerika fällt das aber keinem auf, dieser Teil der Kolumne wird da zensiert. In Deutschland diskutieren sie sicher schon darüber, ob nicht auch FIFA 08 zu brutal ist, weil dort Spieler auf dem Rasen durch rüde Attacken verletzt werden. Vermutlich liefert uns dann EA eine Variante, in der nicht gefoult werden darf – aber nach dem Torjubel dürfen sich die Kerle wie im Fernsehen überschwänglich knutschen. Das wiederum dürfte dann in den USA fehlen – niemand ist wirklich unbegrenzt: ob nun Blutrausch oder Sex-Wahn, irgendetwas ist wohl immer zu viel.
Armin Sengbusch
Ich muss immer noch über den „Hot-Coffee-Mod“ kichern, der mal dafür sorgte, dass in GTA: San Andreas Sex-Szenen öffentlich gemacht wurden und so ganz Amerika in Aufruhr versetzte. Nein, keine Geschlechtsteile waren zu sehen, es wurde der Fortpflanzungsakt – hey, das dient der Arterhaltung, liebe Amerikaner – gezeigt, teilweise sogar bekleidet. Oh, das ist wirklich jugendgefährdend, das ist viel schlimmer als die Kopfschüsse, die ich mit dem Scharfschützengewehr im selben Spiel abgeben kann, das ist auch viel schlimmer, als mit dem Schrotgewehr einen Polizisten niederzumachen. Amerika hat da echt den Durchblick und lässt nun auch Manhunt 2 freien Lauf – in leicht zensierter Form. In einem Land, in dem Waffen an jeder Ecke gekauft werden können, ist es wirklich wichtig, die sexuellen Werte im Griff zu haben. Ein abgetrennter Kopf ist eben ganz normal, eine nackte Brustwarze natürlich nicht. Meinen Respekt, liebe Amerikaner, das ist eine starke und konsequente Richtlinie bei der Erziehung Jugendlicher.
In Deutschland sind die moralischen Werte im Bezug auf Sex vermutlich verschwindend niedrig, dafür wird aber verstärkt darauf geachtet, dass kein Blut fließt und keine Leichen in einem Spiel zu sehen sind – selbst bei Spielen, die eine Alterseinstufung von USK 18 haben. Warum wird Erwachsenen vorgeschrieben, was sie zu sehen und zu spielen haben? Nun, weil es die Erwachsenen sind, die die Spiele kaufen und sie dann ihren Kindern schenken. An dieser Stelle wäre eine Geburtenkontrolle sinnvoll, so dass nur diejenigen auch Nachwuchs zeugen dürfen, die bei der nur in Deutschland eingerichteten „Zulassungsstelle für Kinder“ auch das Formular unterschrieben haben, dass sie keine Filme oder Spiele für Erwachsene an die Sprösslinge weiter geben. In diesem Sinn muss die Bundesregierung viel härter durchgreifen und die Aufklärung im Bezug auf Nachwuchs und Verantwortung ansetzen, vielleicht wäre es daher auch hier sinnvoller, auf nackte Haut in den Spielen zu verzichten, dafür aber Zerstückelungen zuzulassen. Vielleicht ist dann in Deutschland bald alles so toll wie in Amerika und wir haben ein Land voller unbegrenzter Dings, na, Spiele.
Ich bin gegen Ragdoll-Effekte und es stört mich auch nicht, dass sie Assassins Creed fehlen werden: Wenn das Spiel sich nur durch Blut und diese Effekte definiert, kann es damit nicht weit her sein. Ich bin gegen übertriebene und sinnlose Gewaltdarstellung, aber ich finde es wirklich grässlich, auf welche Weise mir teilweise vorgeschrieben wird, was ich spielen darf und was nicht. Mag Dead Rising für einige Spieler „echt witzig“ gewesen sein, für mich ist das ein kranker Humor. Aber deswegen muss ein Blutfleck nicht gleich auch ein Schandfleck sein, eine Brustwarze ist auch keine Einladung zur Vergewaltigung.
Was da im Zensierungswahn alles verboten wird, lässt mir die Brusthaare zu Berge stehen – in Amerika fällt das aber keinem auf, dieser Teil der Kolumne wird da zensiert. In Deutschland diskutieren sie sicher schon darüber, ob nicht auch FIFA 08 zu brutal ist, weil dort Spieler auf dem Rasen durch rüde Attacken verletzt werden. Vermutlich liefert uns dann EA eine Variante, in der nicht gefoult werden darf – aber nach dem Torjubel dürfen sich die Kerle wie im Fernsehen überschwänglich knutschen. Das wiederum dürfte dann in den USA fehlen – niemand ist wirklich unbegrenzt: ob nun Blutrausch oder Sex-Wahn, irgendetwas ist wohl immer zu viel.
Armin Sengbusch
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