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Kolumne: Es ist umsonst, wenn ich bezahle
Die Werbung bombardiert mich immer mit tollen Sätzen: „Jetzt mit 20 Prozent mehr Inhalt“ oder auch „Mit Gratis-Gutschein im Deckel“ – tolle Sprüche, die im Grunde genommen nichts aussagen. Was nützen mir 20 Prozent mehr Inhalt, wenn der Preis um 30 Prozent angehoben wurde und was soll ich mit einem Gratis-Gutschein anfangen, wenn ich gar keinen zweiten Toaster haben will? Gar nichts. Das Schöne an diesen Werbeversprechungen ist, dass sie für alle gelten. In der Welt der Computer und Konsolen, der Welt der Spiele, Patches und AddOns herrschen aber andere Gesetze, hier gibt es noch Zustände wie im alten Rom – nur gab es dort weder Microsoft noch irgendwelche kostenpflichtigen Inhalte zum Herunterladen.
Gut, ich gebe zu, dass nicht jeder zu Hause so verkabelt ist, wie ich. Nicht jeder hat da mehrere Konsolen und einen hochgezüchteten Rechner stehen, aber darum geht es auch nicht. Allerdings fallen mir auf diese Weise Dinge auf, die anderen gar nicht so deutlich werden. Beispiel gefällig? Lost Planet, ein Spiel für Menschen, die auf Äußerlichkeiten achten, hat meine Augen auf der Xbox 360 begeistert. Ob das nun ein echter Kracher, darum geht es nicht. Tolle Sache, es gibt irgendwann neue Karten. Tolle Sache, es gibt den Xbox-Marktplatz, wo ich mir die Daten mal eben herunterladen kann. Tolle Sache, das mit dem Bezahlen geht auch einfach: 400 Microsoft-Punkte werden mal eben schnell abgebucht. Dumme Sache, von meinem Konto. Aber dafür habe ich die neuen Multiplayer-Karten auf der Konsole. Super. Wirklich. Gleiches gilt übrigens auch für Rainbow Six: Vegas, Battlestations: Midway und noch ein paar andere Spiele, aber ich will hier keine Werbung für den Xbox-Marktplatz machen, darum geht es nicht.
Ein halbes Jahr später erreicht die eisige Front von Lost Planet auch meinen PC. Alles sieht toll aus und kurz darauf gibt es auch die „Map-Packs“ zum Download. Tolle Sache. Und weil es keinen PC-Marktplatz gibt, bekomme ich die Karten kostenlos. Tolle, äh, wie? Genau, die Konsoleros werden zur Kasse gebeten, die PC-Spieler bekommen alles umsonst. Das ist nicht nur bei dem Capcom-Shooter so, das ist eine grundsätzliche Lösung, die wirklich lächerlich ist. Es gibt kostenlose Demos für ein Gigabyte auf dem Marktplatz, aber vier Megabyte neue Karten kosten mich ungefähr fünf Euro. Klar, jetzt stehen sie schon da, die Neunmalklugen und sagen: Ätsch, bist selber Schuld, Konsolen sind eh blöd. Sehr interessant, aber darum geht es nicht. Schließlich hat Microsoft – oh Wunder – die Karten, nachdem sie für den PC kostenlos erschienen sind, umsonst auf dem Marktplatz angeboten. Gestern noch 400 Microsoft-Punkte, heute kostenlose Downloads. Tolle Sache, wirklich. Mit so einer Preispolitik mache ich Kunden glücklich. Noch geschickter war das Verhalten bei Rainbow Six: Vegas, als ein Map-Pack fehlerhaft war und dann die Kosten erstattet wurden, so dass es dann grundsätzlich kostenlos angeboten wurde. Tolle Sache, die anderen beiden Erweiterungspacks gab es ab dem Zeitpunkt auch umsonst. Dumme Sache für diejenigen, die schon bezahlt hatten. Ach, und bei Battlestations: Midway gab es die Erweiterungen bei gleichzeitigem Erscheinen auf PC und Xbox für den Rechenknecht natürlich umsonst, für die Konsole, na? Richtig, konstenpflichtig.
Natürlich werden wir von der Industrie zum Narren gehalten, aber dass es so offensichtlich passiert, das ist wirklich dreist. Vielleicht ist es ja auch so, dass das Einkommen der PC-Spieler grundsätzlich unter dem von Konsolen-Zockern liegt, und Microsoft gleicht mit seiner Preispolitik nur die soziale Ungerechtigkeit aus. Vielleicht ist es auch so, dass die Spiele auf dem PC meistens schlechter aussehen und der Hersteller ein AddOn deswegen kostenlos zur Verfügung stellt. Ich will jetzt nichts vom „Break even“ hören und auch nicht, dass der Marktplatz finanziert werden muss. Darum geht es nicht. Ich will, dass Microsoft endlich einen Spruch auf dem Marktplatz hat, der so ähnlich klingt wie: „Bezahlen Sie noch heute für das, was sie morgen schon umsonst kriegen oder kaufen Sie sich gleich einen PC.“ Irgendetwas in der Art. Dann ist der Betrug wenigstens amtlich.
Armin Sengbusch
Gut, ich gebe zu, dass nicht jeder zu Hause so verkabelt ist, wie ich. Nicht jeder hat da mehrere Konsolen und einen hochgezüchteten Rechner stehen, aber darum geht es auch nicht. Allerdings fallen mir auf diese Weise Dinge auf, die anderen gar nicht so deutlich werden. Beispiel gefällig? Lost Planet, ein Spiel für Menschen, die auf Äußerlichkeiten achten, hat meine Augen auf der Xbox 360 begeistert. Ob das nun ein echter Kracher, darum geht es nicht. Tolle Sache, es gibt irgendwann neue Karten. Tolle Sache, es gibt den Xbox-Marktplatz, wo ich mir die Daten mal eben herunterladen kann. Tolle Sache, das mit dem Bezahlen geht auch einfach: 400 Microsoft-Punkte werden mal eben schnell abgebucht. Dumme Sache, von meinem Konto. Aber dafür habe ich die neuen Multiplayer-Karten auf der Konsole. Super. Wirklich. Gleiches gilt übrigens auch für Rainbow Six: Vegas, Battlestations: Midway und noch ein paar andere Spiele, aber ich will hier keine Werbung für den Xbox-Marktplatz machen, darum geht es nicht.
Ein halbes Jahr später erreicht die eisige Front von Lost Planet auch meinen PC. Alles sieht toll aus und kurz darauf gibt es auch die „Map-Packs“ zum Download. Tolle Sache. Und weil es keinen PC-Marktplatz gibt, bekomme ich die Karten kostenlos. Tolle, äh, wie? Genau, die Konsoleros werden zur Kasse gebeten, die PC-Spieler bekommen alles umsonst. Das ist nicht nur bei dem Capcom-Shooter so, das ist eine grundsätzliche Lösung, die wirklich lächerlich ist. Es gibt kostenlose Demos für ein Gigabyte auf dem Marktplatz, aber vier Megabyte neue Karten kosten mich ungefähr fünf Euro. Klar, jetzt stehen sie schon da, die Neunmalklugen und sagen: Ätsch, bist selber Schuld, Konsolen sind eh blöd. Sehr interessant, aber darum geht es nicht. Schließlich hat Microsoft – oh Wunder – die Karten, nachdem sie für den PC kostenlos erschienen sind, umsonst auf dem Marktplatz angeboten. Gestern noch 400 Microsoft-Punkte, heute kostenlose Downloads. Tolle Sache, wirklich. Mit so einer Preispolitik mache ich Kunden glücklich. Noch geschickter war das Verhalten bei Rainbow Six: Vegas, als ein Map-Pack fehlerhaft war und dann die Kosten erstattet wurden, so dass es dann grundsätzlich kostenlos angeboten wurde. Tolle Sache, die anderen beiden Erweiterungspacks gab es ab dem Zeitpunkt auch umsonst. Dumme Sache für diejenigen, die schon bezahlt hatten. Ach, und bei Battlestations: Midway gab es die Erweiterungen bei gleichzeitigem Erscheinen auf PC und Xbox für den Rechenknecht natürlich umsonst, für die Konsole, na? Richtig, konstenpflichtig.
Natürlich werden wir von der Industrie zum Narren gehalten, aber dass es so offensichtlich passiert, das ist wirklich dreist. Vielleicht ist es ja auch so, dass das Einkommen der PC-Spieler grundsätzlich unter dem von Konsolen-Zockern liegt, und Microsoft gleicht mit seiner Preispolitik nur die soziale Ungerechtigkeit aus. Vielleicht ist es auch so, dass die Spiele auf dem PC meistens schlechter aussehen und der Hersteller ein AddOn deswegen kostenlos zur Verfügung stellt. Ich will jetzt nichts vom „Break even“ hören und auch nicht, dass der Marktplatz finanziert werden muss. Darum geht es nicht. Ich will, dass Microsoft endlich einen Spruch auf dem Marktplatz hat, der so ähnlich klingt wie: „Bezahlen Sie noch heute für das, was sie morgen schon umsonst kriegen oder kaufen Sie sich gleich einen PC.“ Irgendetwas in der Art. Dann ist der Betrug wenigstens amtlich.
Armin Sengbusch
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