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Kolumne: Soll ich jetzt tanzen oder wie?
„Irgendwann bin ich für den ganzen Mist zu alt.“ Ein ganz normaler Satz für einen etwas reiferen Menschen, aber das habe ich schon gesagt, als ich 13 Jahre alt wurde und meine Freunde mich dazu überreden wollten, Silvester die Briefkästen der Nachbarschaft in die Luft zu sprengen. Heute sprenge ich lieber ganze Häuser in die Luft oder wirble eine Horde Aliens mit einer Splittergranate durcheinander – aber das merkt in der Nachbarschaft niemand. Zum Glück. Aber vielleicht werde ich für diesen ganzen Mist wirklich zu alt, denn mittlerweile wird jeder Granatenwurf von einem Tusch untermalt, jeder Schuss mit dem Laser hat einen Techno-Rhythmus. Musik in Spielen: Pflichtprogramm, ein notwendiges Übel oder eine Vertuschungsmethode?
Gut, in den 80er Jahren war Musik obligatorisch: Ballerspiele ohne Dialoge brauchten etwas mehr als „Poing“, „Zisch“ und „Frizzle“ unter der Geräuschdecke. Damals waren Musiker wie Chris Hülsbeck oder Martin Galway echte Künstler. Schließlich waren sie es, die dafür sorgten, dass ein vertikal scrollendes Shoot’em Up nicht in Langweile verfiel und die Hintergrundmusik zudem nicht nervte. Gut, so etwas gibt es heute auch noch, denn Hexic HD kommt auf der Xbox 360 auch mit sehr ordentlicher Mucke daher – aber ganz ehrlich: Das ist eine Ausnahme. Mittlerweile will jeder sein Spiel mit Musik unterlegen, Shooter sollen plötzlich orchestral dramatisch werden, Rennspiele dynamisch fetzig und die Japan-RPG’s scheinen ohne Koto-Gedudel gar nicht mehr auszukommen. „Na, schalte doch die Musik aus“, sagen jetzt wieder die ganz Schlauen. Ja, das ist wirklich schlau.
Was bleibt von einem Spiel übrig, wenn die Musik ausgeschaltet wird? Die pure Geräuschkulisse – und das ist manchmal wahrhaftig erbärmlich, denn das Orcherster-Gefiedel sorgt lediglich dafür, dass wir den restlichen Murks nicht hören. Manchmal ist das Abschalten aber wirklich von Vorteil: Bei Forza 2 ging mir die Musik schon während des ersten Rennens auf das Trommelfell, zumal ich den Motor gar nicht mehr hören konnte. Warum also die Musik? Soll ich dazu tanzen? Nein, ich soll sie mir kaufen, wobei die Titel mitunter speziell für das Spiel angefertigt wurden und gar nicht im freien Handel erhältlich sind. Oder es läuft so wie bei EA, mittlerweile habe ich mich auf diesen Konzern eingeschossen. Ich hätte gern „Monsta“ aus dem aktuellen Madden NFL 08. Kein Problem, über „EA Trax“ werde ich direkt mit iTunes verbunden, kann den Titel kaufen und herunterladen. Äh, nein, nicht ganz: Da das der amerikanische iTunes-Store ist, bekomme ich mit meinem deutschen Zugang dort nichts. Bei BioShock gibt es – ja-ja, ich weiß, ich soll nicht so viel loben – die komplette Musik zum Download, es gab sie schon vor der Veröffentlichung des Spiels. Was hindert EA daran, es mit ihrer Musik genauso zu machen? Die haben sie schon bezahlt, das könnten sie bei einem Preis von knapp 70 Euro für ein Konsolenspiel gern mal an den Kunden weitergeben. Gern, sehr gern. In dem Fall tanze ich dann auch mal. Auch wenn ich dafür längst zu alt bin. Oder es sein könnte.
Klar, das ist alles Geschmacksache, aber ich will richtig Spiele und nicht einen halben Musiksender kaufen. Bei Ghost Recon: Advanced Warfighter kann ich zum Beispiel Musikvideos freischalten – was das auch immer mit dem Spiel zu tun haben soll. Vielleicht besinnen sich die Entwickler mal wieder auf das Wesentliche: die Spiele und die Geräusche, die damit zu tun haben und sorgen für Atmosphäre, auch ohne eine Geige oder ein Gitarren-Brett. Vielleicht kommt dann ein findiger Kopf auf die Idee und macht aus den Gewehrsalven oder dem Motorgeräusch Musik, das wäre mal was. Vielleicht sogar mal was zum Tanzen.
Armin Sengbusch
Gut, in den 80er Jahren war Musik obligatorisch: Ballerspiele ohne Dialoge brauchten etwas mehr als „Poing“, „Zisch“ und „Frizzle“ unter der Geräuschdecke. Damals waren Musiker wie Chris Hülsbeck oder Martin Galway echte Künstler. Schließlich waren sie es, die dafür sorgten, dass ein vertikal scrollendes Shoot’em Up nicht in Langweile verfiel und die Hintergrundmusik zudem nicht nervte. Gut, so etwas gibt es heute auch noch, denn Hexic HD kommt auf der Xbox 360 auch mit sehr ordentlicher Mucke daher – aber ganz ehrlich: Das ist eine Ausnahme. Mittlerweile will jeder sein Spiel mit Musik unterlegen, Shooter sollen plötzlich orchestral dramatisch werden, Rennspiele dynamisch fetzig und die Japan-RPG’s scheinen ohne Koto-Gedudel gar nicht mehr auszukommen. „Na, schalte doch die Musik aus“, sagen jetzt wieder die ganz Schlauen. Ja, das ist wirklich schlau.
Was bleibt von einem Spiel übrig, wenn die Musik ausgeschaltet wird? Die pure Geräuschkulisse – und das ist manchmal wahrhaftig erbärmlich, denn das Orcherster-Gefiedel sorgt lediglich dafür, dass wir den restlichen Murks nicht hören. Manchmal ist das Abschalten aber wirklich von Vorteil: Bei Forza 2 ging mir die Musik schon während des ersten Rennens auf das Trommelfell, zumal ich den Motor gar nicht mehr hören konnte. Warum also die Musik? Soll ich dazu tanzen? Nein, ich soll sie mir kaufen, wobei die Titel mitunter speziell für das Spiel angefertigt wurden und gar nicht im freien Handel erhältlich sind. Oder es läuft so wie bei EA, mittlerweile habe ich mich auf diesen Konzern eingeschossen. Ich hätte gern „Monsta“ aus dem aktuellen Madden NFL 08. Kein Problem, über „EA Trax“ werde ich direkt mit iTunes verbunden, kann den Titel kaufen und herunterladen. Äh, nein, nicht ganz: Da das der amerikanische iTunes-Store ist, bekomme ich mit meinem deutschen Zugang dort nichts. Bei BioShock gibt es – ja-ja, ich weiß, ich soll nicht so viel loben – die komplette Musik zum Download, es gab sie schon vor der Veröffentlichung des Spiels. Was hindert EA daran, es mit ihrer Musik genauso zu machen? Die haben sie schon bezahlt, das könnten sie bei einem Preis von knapp 70 Euro für ein Konsolenspiel gern mal an den Kunden weitergeben. Gern, sehr gern. In dem Fall tanze ich dann auch mal. Auch wenn ich dafür längst zu alt bin. Oder es sein könnte.
Klar, das ist alles Geschmacksache, aber ich will richtig Spiele und nicht einen halben Musiksender kaufen. Bei Ghost Recon: Advanced Warfighter kann ich zum Beispiel Musikvideos freischalten – was das auch immer mit dem Spiel zu tun haben soll. Vielleicht besinnen sich die Entwickler mal wieder auf das Wesentliche: die Spiele und die Geräusche, die damit zu tun haben und sorgen für Atmosphäre, auch ohne eine Geige oder ein Gitarren-Brett. Vielleicht kommt dann ein findiger Kopf auf die Idee und macht aus den Gewehrsalven oder dem Motorgeräusch Musik, das wäre mal was. Vielleicht sogar mal was zum Tanzen.
Armin Sengbusch
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