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Kolumne: Busfahrer, schwachsinnige Konzepte und Auftragskiller
Die meisten Menschen haben Hobbys, einige haben sogar mehrere Hobbys. Oft sind das Tätigkeiten, die einen kleinen Teil der Freizeit ausmachen. Schach, Fußball oder Kampfsport, einige sind in einem Schützenverein, einige betrachten auch das Spielen am Computer oder an der Konsole als ihr Hobby. Die Industrie, die Programmierer und Entwickler sind mittlerweile so schlau, diese Bereiche zu verknüpfen: Wir können unseren Hobbys nun auch virtuell nachgehen, treten über den Controller nach dem Ball, zielen und schießen mit der Maus. Wer aber kommt jetzt auf die Idee, dass ich meinen Beruf auch noch in einem Spiel wieder finde?
Nein, ich bin kein Profi-Fußballer und auch kein ehemaliger Auftragskiller, aber mit Zoom: Paparazzi im Einsatz fand ich meine Ausrüstung auf dem Bildschirm wieder. Zugegeben, das Spiel wurde kein Erfolg, was aber auch an der schlampigen Programmierung gelegen haben kann. Im Dezember erscheint nun der Bus Simulator 2008, ein Spiel, auf das sicher alle sehnlich warten, deren Herzen für genaue Fahrpläne und Ausweiskontrollen schlagen, damit auch nur Rentner das Seniorenticket kaufen. Nur in Japan erhältlich ist der Straßenbahn-Simulator, bei dem nicht einmal gelenkt werden muss, bremsen und Gas geben steht auf dem Programm, eventuell muss noch auf Menschen geachtet werden, die sich vor den Stadtzug werfen.
Gut, einige Menschen machen ihr Hobby zum Beruf, aber muss deswegen nun auch jeder Beruf in meinem Hobby vorkommen? Kommt bald Herbert, der Totengräber als Friedhof-Simuation mit Klappspaten in der Packung oder erreicht uns mit dem neuartigen Spiel Scanner-Wahnsinn eine lebensechte Nachbildung einer Supermarktkasse als Controller, an der ich dann zu Hause kassieren und neues Papier einlegen kann?
Liebe Entwickler, bevor ihr euch in schwachsinnige Projekte stürzt, die nur zu Weihnachten verkauft werden, weil Oma und Opa keine Ahnung haben und einfach zum günstigsten Spiel greifen, bevor da eine Flut von Unsinn kommt, biete ich euch kostenlos ein paar Ideen an.
Zum einen wäre da der Klärgruben-Manager mit dem Untertitel „Über Geschmack lässt sich streiten.“ Sicher keine appetitliche Angelegenheit, aber die meisten Shooter-Spieler waten in Eingeweiden, da macht das keinen Unterschied. Schließlich noch mein Ass im Ärmel: Zocker’s Life. Ein Titel, der sich um einen Computer-Spieler dreht und bei dem ihr die ganze Zeit am Rechner oder an der Konsole sitzt. Neue Games müssen gekauft werden, alte werden bei ebay vertickt und sogar der illegale Download ist möglich – aber nicht erwischen lassen, sonst ist das Spiel schnell zu Ende. Ja, das sind tolle Ideen, ich verschenke sie meistbietend.
Bitte kommt mir jetzt nicht mit dem Schwachsinn, dass auch diese unsinnigen Spiele ihre Berechtigung haben – die haben sie nicht. Vergeudung von Zeit und Ressourcen ist leider nicht strafbar, andernfalls landeten viele Entwicklerstudios schnell hinter Gittern. Dabei geht es gar nicht um die Idee, sondern in erster Linie um die Umsetzung: Dass ein Gärtner-Spiel wirklich klasse sein kann, zeigt Viva Pinata - es ist eine Frage, wie ernst ich meinen Beruf nehme, wenn ich ein Spiel entwickle, wenn ich ein Spiel programmiere. Vielleicht ist es so, dass uns die Studios als Spieler gar nicht mehr ernst nehmen und uns deswegen in Busse stecken. Vielleicht ist es auch so, dass einige Programmierer und Entwickler ihren Beruf zum Hobby gemacht haben, mittlerweile Profi-Fußballer oder Auftragskiller sind und keine Zeit mehr zum Programmieren haben. Vielleicht sind nun Busfahrer und Lokführer plötzlich in den Entwicklerstudios, die Putzhilfe meiner Mutter hat sich da auch beworben und will ihr Adventure Helga und der mysteriöse Dreckfleck noch vor Weihnachten rausbringen.
Armin Sengbusch
Nein, ich bin kein Profi-Fußballer und auch kein ehemaliger Auftragskiller, aber mit Zoom: Paparazzi im Einsatz fand ich meine Ausrüstung auf dem Bildschirm wieder. Zugegeben, das Spiel wurde kein Erfolg, was aber auch an der schlampigen Programmierung gelegen haben kann. Im Dezember erscheint nun der Bus Simulator 2008, ein Spiel, auf das sicher alle sehnlich warten, deren Herzen für genaue Fahrpläne und Ausweiskontrollen schlagen, damit auch nur Rentner das Seniorenticket kaufen. Nur in Japan erhältlich ist der Straßenbahn-Simulator, bei dem nicht einmal gelenkt werden muss, bremsen und Gas geben steht auf dem Programm, eventuell muss noch auf Menschen geachtet werden, die sich vor den Stadtzug werfen.
Gut, einige Menschen machen ihr Hobby zum Beruf, aber muss deswegen nun auch jeder Beruf in meinem Hobby vorkommen? Kommt bald Herbert, der Totengräber als Friedhof-Simuation mit Klappspaten in der Packung oder erreicht uns mit dem neuartigen Spiel Scanner-Wahnsinn eine lebensechte Nachbildung einer Supermarktkasse als Controller, an der ich dann zu Hause kassieren und neues Papier einlegen kann?
Liebe Entwickler, bevor ihr euch in schwachsinnige Projekte stürzt, die nur zu Weihnachten verkauft werden, weil Oma und Opa keine Ahnung haben und einfach zum günstigsten Spiel greifen, bevor da eine Flut von Unsinn kommt, biete ich euch kostenlos ein paar Ideen an.
Zum einen wäre da der Klärgruben-Manager mit dem Untertitel „Über Geschmack lässt sich streiten.“ Sicher keine appetitliche Angelegenheit, aber die meisten Shooter-Spieler waten in Eingeweiden, da macht das keinen Unterschied. Schließlich noch mein Ass im Ärmel: Zocker’s Life. Ein Titel, der sich um einen Computer-Spieler dreht und bei dem ihr die ganze Zeit am Rechner oder an der Konsole sitzt. Neue Games müssen gekauft werden, alte werden bei ebay vertickt und sogar der illegale Download ist möglich – aber nicht erwischen lassen, sonst ist das Spiel schnell zu Ende. Ja, das sind tolle Ideen, ich verschenke sie meistbietend.
Bitte kommt mir jetzt nicht mit dem Schwachsinn, dass auch diese unsinnigen Spiele ihre Berechtigung haben – die haben sie nicht. Vergeudung von Zeit und Ressourcen ist leider nicht strafbar, andernfalls landeten viele Entwicklerstudios schnell hinter Gittern. Dabei geht es gar nicht um die Idee, sondern in erster Linie um die Umsetzung: Dass ein Gärtner-Spiel wirklich klasse sein kann, zeigt Viva Pinata - es ist eine Frage, wie ernst ich meinen Beruf nehme, wenn ich ein Spiel entwickle, wenn ich ein Spiel programmiere. Vielleicht ist es so, dass uns die Studios als Spieler gar nicht mehr ernst nehmen und uns deswegen in Busse stecken. Vielleicht ist es auch so, dass einige Programmierer und Entwickler ihren Beruf zum Hobby gemacht haben, mittlerweile Profi-Fußballer oder Auftragskiller sind und keine Zeit mehr zum Programmieren haben. Vielleicht sind nun Busfahrer und Lokführer plötzlich in den Entwicklerstudios, die Putzhilfe meiner Mutter hat sich da auch beworben und will ihr Adventure Helga und der mysteriöse Dreckfleck noch vor Weihnachten rausbringen.
Armin Sengbusch
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