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Kolumne: Entschädigungen für Abgeordnete und die Pädagogik
Wir waren alle mal jung und selbst die, die noch etwas jünger als ich sind, waren auch mal noch jünger. Das ist so, die Zeit macht vor gar nichts Halt. Nicht nur die Zeit, auch die Bundesregierung macht vor gar nichts Halt: Jüngst wurde gerade entschieden, dass die „Abgeordnetenentschädigung“ – eigentlich sind es Gehälter, aber Politik ist ja ehrenamtlich – der Bundestagsabgeordneten um 9.4 Prozent erhöht werden. Vorher verfassten die Politiker aber noch einen Antrag, wonach ein – in meinen Augen schwachsinniger – Computerspiel-Bundespreis ausgelobt werden soll. Nicht für irgendwelche Spiele, nein, für pädagogisch wertvolle und qualitativ hochwertige Spiele. Tolle Idee. Leider klafft hier Anspruchsdenken und Wirklichkeit so weit auseinander, wie BioShock und Viva Pinata oder wie Autos und der Wasserdampfmotor.
Was bedeutet „pädagogisch wertvoll“? Keine Schusswaffen, keine Messer und Schwerter, keine Kanonen, keine Äxte, kurz: keine Gewalt, kein Krieg. Gut, dass so etwas funktionieren kann, zeigen auch Spiele wie Anno 1701 oder auch das kürzlich getestete Global Conflicts: Palestine, was aber dummerweise extrem schlampig programmiert wurde. Bei „Anno“ ist es hingegen so, das komplexe wirtschaftliche Simulationen nur wenig Spieler ansprechen.
Mit der Pädagogik ist das eben so eine Sache. Pädagogisch wertvoll ist es unter anderem, wenn miteinander gespielt wird, wen einer dem anderen hilft, wenn es darum geht, gemeinsam ein Ziel zu erreichen – nein, liebe Counter Strike-Freunde, ihr seid jetzt nicht gemeint, denn es folgt noch ein wichtiger Zusatz. Schließlich muss in diesem pädagogisch wertvollen Spiel auch noch ein Lerneffekt zu finden sein, der unter anderem die moralischen Werte der Welt widerspiegelt und vermittelt. Also doch Halo 3 als Multiplayer? Nein, Mensch: keine Waffen!
Grundsätzlich finde ich die Idee der Bundesregierung gut, aber ich halte es für falsch, lediglich einen – vermutlich dürftig dotierten – Preis auszuloben. Statt sich das Geld selbst in die Tasche zu stopfen, sollte die Erhöhung der „Abgeordnetenentschädigung“ in die Entwicklung pädagogisch wertvoller und qualitativ hochwertiger Spiele gesteckt werden. Projekte mit guten Ideen würden so gefördert und dann gäbe es auch vernünftige Alternativen zu den Shootern und der Killerspiel-Debatte. Ein Prüfsiegel für die geförderten und mit einem Siegel ausgezeichneten Spiele erleichterte es dann den Eltern, pädagogisch wertvolle Spiele für ihre Sprösslinge zu kaufen.
Kleines Rechenbeispiel: Die 613 Abgeordneten sollen nun knapp rund 700 Euro im Monat mehr bekommen. Als Entschädigung. Und ich bin mir sicher, dass die Gesamtsumme 429.100 Euro pro Monat sinnvoller investiert werden können: in die Unterstützung von pädagogisch wertvollen Spielen. Wenn ich also beim Antrag für den Computerspiel-Bundespreis nur müde abwinke, dann nur, weil das in meinen Augen ein Tropfen ist, der das Feuer nicht löscht – und das, obwohl genug Wasser für Entschädigungen da ist. Na, bitte meine Herren: Wenn das pädagogisch sinnvolles Verhalten ist, dann aber ganz sicher nicht qualitativ hochwertig.
Armin Sengbusch
Was bedeutet „pädagogisch wertvoll“? Keine Schusswaffen, keine Messer und Schwerter, keine Kanonen, keine Äxte, kurz: keine Gewalt, kein Krieg. Gut, dass so etwas funktionieren kann, zeigen auch Spiele wie Anno 1701 oder auch das kürzlich getestete Global Conflicts: Palestine, was aber dummerweise extrem schlampig programmiert wurde. Bei „Anno“ ist es hingegen so, das komplexe wirtschaftliche Simulationen nur wenig Spieler ansprechen.
Mit der Pädagogik ist das eben so eine Sache. Pädagogisch wertvoll ist es unter anderem, wenn miteinander gespielt wird, wen einer dem anderen hilft, wenn es darum geht, gemeinsam ein Ziel zu erreichen – nein, liebe Counter Strike-Freunde, ihr seid jetzt nicht gemeint, denn es folgt noch ein wichtiger Zusatz. Schließlich muss in diesem pädagogisch wertvollen Spiel auch noch ein Lerneffekt zu finden sein, der unter anderem die moralischen Werte der Welt widerspiegelt und vermittelt. Also doch Halo 3 als Multiplayer? Nein, Mensch: keine Waffen!
Grundsätzlich finde ich die Idee der Bundesregierung gut, aber ich halte es für falsch, lediglich einen – vermutlich dürftig dotierten – Preis auszuloben. Statt sich das Geld selbst in die Tasche zu stopfen, sollte die Erhöhung der „Abgeordnetenentschädigung“ in die Entwicklung pädagogisch wertvoller und qualitativ hochwertiger Spiele gesteckt werden. Projekte mit guten Ideen würden so gefördert und dann gäbe es auch vernünftige Alternativen zu den Shootern und der Killerspiel-Debatte. Ein Prüfsiegel für die geförderten und mit einem Siegel ausgezeichneten Spiele erleichterte es dann den Eltern, pädagogisch wertvolle Spiele für ihre Sprösslinge zu kaufen.
Kleines Rechenbeispiel: Die 613 Abgeordneten sollen nun knapp rund 700 Euro im Monat mehr bekommen. Als Entschädigung. Und ich bin mir sicher, dass die Gesamtsumme 429.100 Euro pro Monat sinnvoller investiert werden können: in die Unterstützung von pädagogisch wertvollen Spielen. Wenn ich also beim Antrag für den Computerspiel-Bundespreis nur müde abwinke, dann nur, weil das in meinen Augen ein Tropfen ist, der das Feuer nicht löscht – und das, obwohl genug Wasser für Entschädigungen da ist. Na, bitte meine Herren: Wenn das pädagogisch sinnvolles Verhalten ist, dann aber ganz sicher nicht qualitativ hochwertig.
Armin Sengbusch
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