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Kolumne: Alles faule Gewohnheitsspieler

Quelle: intern
von Armin, 24.11.2007 22:59
Vor einigen Jahren, vermutlich sind es schon Jahrzehnte, wurde das Kaugummi „Big Red“ eingeführt – unglaublich lecker, damals wie heute. Ich hatte immer das Gefühl, der Geschmack dieser Dinger würde nahezu ewig halten. Na, was hält schon ewig, selbst der beste Kaugummi schmeckt irgendwann so fade wie Wasser. Das sind die Gesetze der Natur, die mein Englischlehrer früher immer mit Satz untermauerte: Getretener Quark wird breit, nicht stark. Und genauso verhält es sich auch mit Spielen für PC und Konsolen.

Dabei ist es doch gar nicht so schwierig, mal etwas Neues auf den Markt zu bringen und trotzdem Erfolg zu haben – zumindest beweist das gerade Ubisoft mit Assassin’s Creed: Ein neuer Held, eine neue Geschichte, ein in dieser Kombination neues Spiel und das Spiel verkauft sich fast so gut wie Halo 3, das sich im Gegensatz dazu anfühlt, wie ein sieben Jahre alter Kaugummi. Oh, keine Frage, auch Altair hat seine Schwächen, wenn er durch Jerusalem tapst, aber Tatsache ist nun einmal, dass wir nicht zum fünften Mal Sam Fisher steuern oder zum x-ten Mal das Busenwunder Lara Croft – auch wenn sich so mancher Jüngling vermutlich mehr über ihre Rundungen freut, als über die Kutte des Assassinen.

Mein Arzt würde jetzt folgenderweise fragen: Freuen wir uns wirklich darauf, dass Sam Fisher wieder auf Schleichgang geht? Ob wir uns freuen, weiß ich nicht, ich winke mittlerweile in solchen Momenten müde ab. So wie bei Need for Street: Prostreet: Warum muss der Name „Need for Street“ herhalten? Um Geld zu machen? Sind Spieler langweilige Gewohnheitstiere, die durch neue Namen und Ideen überfordert werden? Sind Spieler Lemminge und umgekehrt, dass sie nur wegen eines Namens in die Geschäfte laufen und sich das Spiel besorgen? Du meine Güte, für so blöd kann ich doch niemanden halten, nicht einmal mich selbst. Die Spielindustrie hat meiner Meinung nach mittlerweile Panik vor neuen Marken – vielleicht weil wir Spieler eben wie eine Herde hinterherlaufen, wenn es heißt: Da hinten schleicht Sam Fischer. Niemand hinterfragt, ob das Spiel gut aussieht, ob es Sinn macht, nein, es geht nur um die Marke Splinter Cell. Klar, einen Nachfolger darf ein Spiel haben, es muss auch mal Trilogien geben, aber was ist im Jahr 2017? Tony Hawk’s Comeback Underground?

Man mag mir wieder einen Vogel zeigen, weil ich etwas anprangere, was angeblich gar nicht zu ändern ist. Ach, ist es das nicht? Wenn die Industrie markentreu bleibt, müssen wir Käufer es auch sein? Lieber eine Gurke im Laufwerk als gar kein Spiel? Wenn das die landläufige Meinung ist, na, dann gute Nacht, Spielwelt. Wenn schon die Publisher und Entwickler keinen Mut zum Umbruch zeigen, dann tue ich es eben – wer mitmacht, ist nicht straffällig, könnte aber als „uncool“ gelten, wenn er sich zum Beispiel Viva Pinata in die Xbox schiebt. Dabei wäre es aber möglich, mal eine neue Spielerfahrung zu erleben: Spaß während des Spielens, statt immer wieder dasselbe vor einem anderen Hintergrund zu sehen.

Armin Sengbusch
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Kolumne

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Kommentare (3)

Ghaleon schrieb am 25.11.2007 10:08
Hey, schöne Kolumne. Das angesprochene Thema von dir ist auch in meinem Freundeskreis immer häufiger anzutreffen - gerade unter den "älteren" Spielern. Ich muss an der Stelle aber auch die Spieleindustrie mal in den Schutz nehmen: Auch wenn es für uns unangenehm ist, immer die selben Spiele mit neuerer Grafik aber selber Spielemechanik anzutreffen ist - Ist es für die Hersteller eine sichere Einnahmequelle. Denn jedes gewagte spiel geht ein großes Risiko ein und könnte das Ende einer Entwicklerfirma sein; hinter diesen Firmen sitzen auch immer Investoren die es nicht interessiert wie genial toll das Spiel ist, sondern nur Zahlen sehen wollen. Relativ sichere Einnahmen erziehlt man nunmal mit Mainstream-Produkten. Ein weiteres Problem ist, dass unsere Erwartungen wohl zu hoch sind. Heut muss ein Spiel fette Grafik, Sound, Story, Ki, Gamplay haben und Innovativ sein um gut bewertet zu werden. Es gibt nur wenige Firmen die ein so großes Budget haben, sich solche Innovationen leisten zu können. Ich war früher mit Streetfighter wochenlang beschäftigt und fand es ziemlich cool. Wenn ich das heute spiele denk ich mir "würg...." Andererseits sieht die Grafik von Crysis für mich nicht supgerenial aus, in meiner Erinnerung unterscheidet sich die Grafik von Crysis nicht von Halflife 1, 2 , Farcry , etc. - Erst wenn ich den direkten vergleich sehe, fällt mir wieder ein "ah... die alte grafik ist ja voll müll". Die jährliche, spiel mit der geilsten-grafik-hatz ..... Hoffen wir darauf, dass es genug innovative, risikobereite Firmen gibt, die neue Wege gehen. ^^
Basso schrieb am 25.11.2007 11:17
Ja, da muss ich dir zustimmen. Diese Markenpolitik ist lästig, aber nicht wirklich verhinderbar. Was sich leider in der Qualität der Spiele wiederfinden lässt. Bestes Beispiel ist da für mich die Splinter Cell Reihe, die bis zum dritten Teil wirklich gut war und dann kam Double Agent ...Alles positive, woran ich mich z.B. in Chaos Theory erfreut hatte, wurde über den Haufen geworfen. Angefangen bei der Tatsache, dass man nun auch im hellen rumschleicht, dass komischerweise jeder Schuss trifft (Konsolenabstammung wird da deutlich) oder, dass die deutsche Version übelst in den Zwischensequenzen beschnitten ist. Aber weil da halt Splinter Cell draufsteht, haben sich viele, auch aus meinem Bekanntenkreis, auf dieses Spiel gestürzt und waren maßlos enttäuscht, aber das is den Investoren/Publishern denke ich ziemlich egal, hauptsache das Geld stimmt. Und nochwas, das größte Problem ist einfach, dass sogut wie jedes Thema in jedem Genre abgedeckt ist und nun krampfhaft versucht wird Innovation in ein Spiel zu bringen, doch irgendwann gibt es Gameplay mäßig nichts neues mehr. Was man dann halt nur noch verbessern kann sind Visuelle Dinge, wie Grafik, Sound, Physik und die KI, wobei ich bis jetzt noch keine richtig gute KI gesehen habe, bis auf die von FarCry und FEAR, und selbst die hatte Fehler. Naja lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke den Entwicklern fehlt es einfach an Ideen, weil einfach alles schon so ziemlich ausgelutscht ist (Z.B. WWII) und somit ist Innovation nicht möglich, wobei aber unsere Anforderungen einfach stetig steigen. Aus diesem Grund bekommen Spiele heutzutage auch nicht mehr so gute Bewertungen, weil man das alles irgendwo und irgendwie schonmal gesehen hat, wenn auch in einer etwas anderen Form. MFG
SW schrieb am 25.11.2007 12:09
naja es gibt schon immer n paar neuigkeiten und es ist nicht das problem das immer der gleiche name auf dem spiel steht den auch das kann gut sein wenn sie einfach dort anständige neuerungen reinbringen
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