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Kolumne: EA fusioniert mit Konami und Ubisoft
Jeder, der schon mal Sport gemacht hat, kennt das Problem: Der kleine Verein ist zwar bemüht, aber für den ganz großen Wurf fehlt die breite Masse. Der Nachbarverein hat auch ein paar gute Spieler und schon schließen sich zwei Vereine zusammen. Als Spielgemeinschaft oder – was mitunter auf den ersten Blick einfacher erscheint – sie fusionieren zu einem Großverein. Anschließend steht dann die Tür offen, um auch mal in die höheren Regionen des Sports einzugreifen. Tja, wer die Nachrichten der Spielewelt aufmerksam verfolgt hat, der weiß schon, worauf ich hinaus will: Vivendi Games und Activision fusionieren und setzen sich so an die Spitze der Publisher-Rangliste – noch vor dem übermächtigen Konzern Electronic Arts. Ist es uns Spielern jetzt egal, sollten wir jubeln oder lieber die Stirn runzeln?
Ich neige bei solchen Großveranstaltungen ja immer zum Stirnrunzeln – und das darf ruhig auf jedes groß angelegte Ereignis bezogen werden. So ein Konzert in einer Fußball-Arena mag ja ein großes Schauspiel sein, wer aber ganz hinten steht, der bekommt vom Geschehen auf der Bühne nicht viel mit. Na, dabei zu sein, das ist wohl alles. Mir sind solche Aktionen immer suspekt. Bei Fusionen geht immer irgendetwas unter, meistens der Überblick. Und bei großen Firmen geschieht es dann auch oft, dass die eine Abteilung gar nicht weiß, was die andere tut. Letztlich bekommt das Ganze einen Behördenstatus, der vielleicht einem Verlag noch gut zu Gesicht steht, aber in der kreativen Spielewelt Gift für die produktive Umgebung ist.
Sicher, der bisherige Branchenprimus Electronic Arts hatte sich seinen Rang hart erarbeitet – aber waren die zuletzt veröffentlichten Spiele deswegen besser als die der Konkurrenz? Viel Masse, wenig Klasse. Und ich befürchte, dieser Trend wird auch bei Activision Blizzard Einzug halten. Da können mir die PR-Manager erzählen, was sie wollen, solche Fusionen hinterlassen Spuren – und die Qualität sinkt. Eine Fusion in der Wirtschaft dient in der Regel nicht dazu, die Kräfte zu bündeln, sondern es geht darum, noch mehr Geld zu scheffeln. Oh, das ist vollkommen in Ordnung, nur geht das dann zu Lasten der Spieler, die nur durchschnittliche Titel vom Fließband bekommen. So wie bei EA, die mittlerweile dabei sind, jeder ihrer einstigen Top-Titel durch das Serien-Prinzip ins Nirvana zu programmieren. Da hat dann Activision im Rahmen der Fusion auch gleich angekündigt, dass es einen weiteren Tony Hawk-Titel geben wird – ich glaube, der Untertitel lautet „Der alte Mann und das Brett“ – und es gibt auch noch einen Call of Duty-Ableger, wahrscheinlich „Ancient Warfare“. Das erinnert mich an einen anderen Publisher, den ich hier irgendwo erwähnt habe.
Klar, jetzt geht das Gemecker wieder los: Was regt sich der Sengbusch so auf, das kann ja doch niemand ändern. Nein, solche Aktionen, solche Fusionen sind nicht aufzuhalten. Aber ich vermisse langsam die kleinen Studios, die noch mit Idealismus und Liebe zum Detail ein Spiel entwickeln – die Großen machen so einen kleinen Nischen-Bewohner sofort platt, kaufen ihn auf und er gehört zur Familie. Warum muss es immer eine Fusion sein, warum reicht nicht eine Spielgemeinschaft? So etwas wie bei Microsoft und Bungie – keine Fusion, ein Kauf mit anschließender Lösung der beiden Parteien. Das hat wunderbar funktioniert und beide Seiten haben davon profitiert .
Wenn Electronic Arts sehr schlau ist, dann machen sie das, was sich alle Fußballer wünschen: Sie gehen eine Spielgemeinschaft mit Konami ein und basteln ein „FIFA EVOLUTION 10“ – das perfekte Fußballspiel, das die Stärken beider Titel vereint. Aber es wird wohl anders kommen, EA fusioniert mit Ubisoft und plant schon mal „Assassin’s Creed: Underground“ – oder etwas ähnliches. Für den Vorstand gibt es wieder mehr Geld, für die Spieler noch mehr Titel im 70er-Bereich und das genervte Fazit eines Redakteurs: Es hätte etwas ganz Großes werden können. Aber große Spiele entstehen eben oft in kleinen Studios – und vielleicht, ja, vielleicht darf Blizzard auch weiterhin im kleinen Kämmerlein werkeln, was dann die Ausnahme der Regel wäre.
Armin Sengbusch
Ich neige bei solchen Großveranstaltungen ja immer zum Stirnrunzeln – und das darf ruhig auf jedes groß angelegte Ereignis bezogen werden. So ein Konzert in einer Fußball-Arena mag ja ein großes Schauspiel sein, wer aber ganz hinten steht, der bekommt vom Geschehen auf der Bühne nicht viel mit. Na, dabei zu sein, das ist wohl alles. Mir sind solche Aktionen immer suspekt. Bei Fusionen geht immer irgendetwas unter, meistens der Überblick. Und bei großen Firmen geschieht es dann auch oft, dass die eine Abteilung gar nicht weiß, was die andere tut. Letztlich bekommt das Ganze einen Behördenstatus, der vielleicht einem Verlag noch gut zu Gesicht steht, aber in der kreativen Spielewelt Gift für die produktive Umgebung ist.
Sicher, der bisherige Branchenprimus Electronic Arts hatte sich seinen Rang hart erarbeitet – aber waren die zuletzt veröffentlichten Spiele deswegen besser als die der Konkurrenz? Viel Masse, wenig Klasse. Und ich befürchte, dieser Trend wird auch bei Activision Blizzard Einzug halten. Da können mir die PR-Manager erzählen, was sie wollen, solche Fusionen hinterlassen Spuren – und die Qualität sinkt. Eine Fusion in der Wirtschaft dient in der Regel nicht dazu, die Kräfte zu bündeln, sondern es geht darum, noch mehr Geld zu scheffeln. Oh, das ist vollkommen in Ordnung, nur geht das dann zu Lasten der Spieler, die nur durchschnittliche Titel vom Fließband bekommen. So wie bei EA, die mittlerweile dabei sind, jeder ihrer einstigen Top-Titel durch das Serien-Prinzip ins Nirvana zu programmieren. Da hat dann Activision im Rahmen der Fusion auch gleich angekündigt, dass es einen weiteren Tony Hawk-Titel geben wird – ich glaube, der Untertitel lautet „Der alte Mann und das Brett“ – und es gibt auch noch einen Call of Duty-Ableger, wahrscheinlich „Ancient Warfare“. Das erinnert mich an einen anderen Publisher, den ich hier irgendwo erwähnt habe.
Klar, jetzt geht das Gemecker wieder los: Was regt sich der Sengbusch so auf, das kann ja doch niemand ändern. Nein, solche Aktionen, solche Fusionen sind nicht aufzuhalten. Aber ich vermisse langsam die kleinen Studios, die noch mit Idealismus und Liebe zum Detail ein Spiel entwickeln – die Großen machen so einen kleinen Nischen-Bewohner sofort platt, kaufen ihn auf und er gehört zur Familie. Warum muss es immer eine Fusion sein, warum reicht nicht eine Spielgemeinschaft? So etwas wie bei Microsoft und Bungie – keine Fusion, ein Kauf mit anschließender Lösung der beiden Parteien. Das hat wunderbar funktioniert und beide Seiten haben davon profitiert .
Wenn Electronic Arts sehr schlau ist, dann machen sie das, was sich alle Fußballer wünschen: Sie gehen eine Spielgemeinschaft mit Konami ein und basteln ein „FIFA EVOLUTION 10“ – das perfekte Fußballspiel, das die Stärken beider Titel vereint. Aber es wird wohl anders kommen, EA fusioniert mit Ubisoft und plant schon mal „Assassin’s Creed: Underground“ – oder etwas ähnliches. Für den Vorstand gibt es wieder mehr Geld, für die Spieler noch mehr Titel im 70er-Bereich und das genervte Fazit eines Redakteurs: Es hätte etwas ganz Großes werden können. Aber große Spiele entstehen eben oft in kleinen Studios – und vielleicht, ja, vielleicht darf Blizzard auch weiterhin im kleinen Kämmerlein werkeln, was dann die Ausnahme der Regel wäre.
Armin Sengbusch
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