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Kolumne: Spiele zum halben Preis zu verschenken
Quelle: intern
von Armin, 03.02.2008 12:08
Mir ist klar, dass wir in Deutschland den Euro haben und ich weiß auch, dass das schon länger der Fall ist. Ich jammere auch nicht darüber, dass statt des üblichen Umrechnungskurses fast alle Preise 1:1 konvertiert wurden, im Grunde genommen ist das ja auch viel einfacher und logischer als sich mit so kruden, endlosen Nachkommastellen zu befassen. Das macht nur meine Bank, wenn sie meine Überziehungszinsen berechnet. Aber so langsam hat das Leiden ein Ende, denn die Spiele-Industrie hat ein Einsehen mit uns Zockern und bietet hochklassige Titel nun endlich günstig an.
Nicht, dass nun alle sofort jubeln, nein, bitte noch ein wenig Geduld: Günstige Spiele gibt es nicht zum Release, sondern erst ein paar Wochen später. Wer also schlau ist und die Hälfte des Preises sparen will, der wartet ein wenig ab. Das stimmt nicht? Crysis habe ich mir ganz offiziell wenige Wochen nach dem Erscheinen für schludrige 30 Euro gekauft. Neu. Direkt beim Händler. Im Internet. Gut, Command & Conquer war länger als ein paar Wochen im Handel, ehe es für die Xbox 360 für 29,95 Euro angeboten wurde, aber das ändert nichts daran, dass der Trend ganz klar dahin geht, hochwertige Titel frühzeitig zu einem günstigen Preis zu verkaufen. Übrigens wären 29,95 Euro umgerechnet immer noch 60 Mark, was nun wieder nicht gerade geschenkt ist - wobei nichts geschenkt ist, wenn ich dafür bezahle. Egal, vielleicht begreift das ja irgendwann auch mal jemand.
Warum ich mich darüber beklage, dass der Preisverfall bei Spielen immer weiter fortschreitet? Bin ich jetzt komplett wahnsinnig? Ja, das steht ohnehin außer Frage, aber mein Wahnsinn hat auch Methode. Zugegeben, der Wahnsinn der Spiele-Industrie auch. Nun, los, kommt und erklärt mir, dass der Preis für Spiele erst dann gesenkt wird, wenn der "Break-Even" erreicht wurde, so dass die Titel zum "Selbstkostenpreis" verkauft werden. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Planeten diese Menschen leben und aufgewachsen sind, aber niemand, der sich in der Geschäftswelt erfolgreich bewegen will, verkauft etwas zum Selbstkostenpreis, verkauft etwas ohne Gewinn. Niemand. Sicher mag es hin und wieder mal Lockangebote geben, aber selbst die sind knallhart kalkuliert. Selbst die "Classics", die es für verschiedene Plattformen gibt, werfen noch Gewinn ab - oder glaubt hier irgendjemand, die Publisher würden uns Spielern etwas schenken? Auf diesem Planeten? In Euro oder in Mark?
Ich habe meine eigene Frage noch nicht beantwortet, ich habe immer noch nicht genau erklärt, warum ich mich über den zunehmenden Preisverfall beklage. Für alle, die immer noch in Zeitlupe denken: Wir Spieler werden gezielt hinters Licht geführt und abgezockt. Erst wird großer Reibach mit den Lemmingen gemacht, die wie eine Herde das Spiel am ersten Tag haben müssen - dafür bezahlen sie dann eben auch den doppelten Preis. Oder 100 Prozent mehr. Mitunter auch nur das Zweifache. Aber das sind Zahlenspielereien, die die meisten Zocker gar nicht verstehen: Die Pisa-Studie hat auch Vorteile. Nach dem ersten Ansturm freut sich der Publisher über das pralle Geldsäckel und macht seinem schlechten Gewissen Luft, indem er den Preis dem Wert gemäß taxiert - und natürlich auch weiterhin Gewinne einstreicht. Das ist aus marktwirtschaftlicher Sicht einwandfrei, das ist sogar sehr clever. Es ist nur dumm, dass so viele auf diesen Trick hereinfallen und dazu beitragen, dass es funktioniert. Wenn die Mehrzahl der Käufer hart bliebe und erklärte: "Ich kaufe doch kein Spiel für 70 Euro" - so viel kosten mittlerweile die Dinger für die PS3 -, dann würde sich das auch wieder regeln. Schöne, friedliche Welt, die ich mir da zusammenspinne. Schon klar. Wer aber nachdenken kann, der versteht das schon.
Wer jetzt noch jammert, weil ein Publisher immer nur Updates zum Vollpreis herausbringt - ich nenne keine Namen, das mögen die Jungs bei EA nicht so gern - oder Spiele zu teuer sind, der sollte sich mal an die eigene Nase fassen und überlegen, welchen Teil er zu diesem Desaster beiträgt oder beigetragen hat. Die Macht haben nicht die, die die Preise festlegen, sondern diejenigen, die sie bezahlen. Ob nun in Mark oder Euro, das ist in diesem Fall vollkommen egal.
Armin Sengbusch
Nicht, dass nun alle sofort jubeln, nein, bitte noch ein wenig Geduld: Günstige Spiele gibt es nicht zum Release, sondern erst ein paar Wochen später. Wer also schlau ist und die Hälfte des Preises sparen will, der wartet ein wenig ab. Das stimmt nicht? Crysis habe ich mir ganz offiziell wenige Wochen nach dem Erscheinen für schludrige 30 Euro gekauft. Neu. Direkt beim Händler. Im Internet. Gut, Command & Conquer war länger als ein paar Wochen im Handel, ehe es für die Xbox 360 für 29,95 Euro angeboten wurde, aber das ändert nichts daran, dass der Trend ganz klar dahin geht, hochwertige Titel frühzeitig zu einem günstigen Preis zu verkaufen. Übrigens wären 29,95 Euro umgerechnet immer noch 60 Mark, was nun wieder nicht gerade geschenkt ist - wobei nichts geschenkt ist, wenn ich dafür bezahle. Egal, vielleicht begreift das ja irgendwann auch mal jemand.
Warum ich mich darüber beklage, dass der Preisverfall bei Spielen immer weiter fortschreitet? Bin ich jetzt komplett wahnsinnig? Ja, das steht ohnehin außer Frage, aber mein Wahnsinn hat auch Methode. Zugegeben, der Wahnsinn der Spiele-Industrie auch. Nun, los, kommt und erklärt mir, dass der Preis für Spiele erst dann gesenkt wird, wenn der "Break-Even" erreicht wurde, so dass die Titel zum "Selbstkostenpreis" verkauft werden. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Planeten diese Menschen leben und aufgewachsen sind, aber niemand, der sich in der Geschäftswelt erfolgreich bewegen will, verkauft etwas zum Selbstkostenpreis, verkauft etwas ohne Gewinn. Niemand. Sicher mag es hin und wieder mal Lockangebote geben, aber selbst die sind knallhart kalkuliert. Selbst die "Classics", die es für verschiedene Plattformen gibt, werfen noch Gewinn ab - oder glaubt hier irgendjemand, die Publisher würden uns Spielern etwas schenken? Auf diesem Planeten? In Euro oder in Mark?
Ich habe meine eigene Frage noch nicht beantwortet, ich habe immer noch nicht genau erklärt, warum ich mich über den zunehmenden Preisverfall beklage. Für alle, die immer noch in Zeitlupe denken: Wir Spieler werden gezielt hinters Licht geführt und abgezockt. Erst wird großer Reibach mit den Lemmingen gemacht, die wie eine Herde das Spiel am ersten Tag haben müssen - dafür bezahlen sie dann eben auch den doppelten Preis. Oder 100 Prozent mehr. Mitunter auch nur das Zweifache. Aber das sind Zahlenspielereien, die die meisten Zocker gar nicht verstehen: Die Pisa-Studie hat auch Vorteile. Nach dem ersten Ansturm freut sich der Publisher über das pralle Geldsäckel und macht seinem schlechten Gewissen Luft, indem er den Preis dem Wert gemäß taxiert - und natürlich auch weiterhin Gewinne einstreicht. Das ist aus marktwirtschaftlicher Sicht einwandfrei, das ist sogar sehr clever. Es ist nur dumm, dass so viele auf diesen Trick hereinfallen und dazu beitragen, dass es funktioniert. Wenn die Mehrzahl der Käufer hart bliebe und erklärte: "Ich kaufe doch kein Spiel für 70 Euro" - so viel kosten mittlerweile die Dinger für die PS3 -, dann würde sich das auch wieder regeln. Schöne, friedliche Welt, die ich mir da zusammenspinne. Schon klar. Wer aber nachdenken kann, der versteht das schon.
Wer jetzt noch jammert, weil ein Publisher immer nur Updates zum Vollpreis herausbringt - ich nenne keine Namen, das mögen die Jungs bei EA nicht so gern - oder Spiele zu teuer sind, der sollte sich mal an die eigene Nase fassen und überlegen, welchen Teil er zu diesem Desaster beiträgt oder beigetragen hat. Die Macht haben nicht die, die die Preise festlegen, sondern diejenigen, die sie bezahlen. Ob nun in Mark oder Euro, das ist in diesem Fall vollkommen egal.
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