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Kolumne: Verschwinde hier, Anfänger!
Ich gehörte in der Schule nicht zu den kleinen Dicken, die beim Fußballspiel in der Pause als Letztes oder gar nicht gewählt wurden – nein, ich war immer einer der Ersten, die der Pausen-Kapitän herauspickte. Die Dicken mussten ins Tor, wir auf dem Feld hatten den Spaß und haben uns über den Dicken aufgeregt, der die einfachsten Bälle passieren ließ. Ach, Kinder können so grausam sein, jetzt weiß ich auch, wie das ist. Seitdem ich online gegen andere Spieler antrete, weiß ich, was mir mittlerweile fehlt: Der Offline-Multiplayer-Modus.
Als ich vor einigen Tagen Besuch von einer entzückenden jungen Dame bekam, die ähnliche Leidenschaften hat wie ich, wurde ich wieder an meine Wurzeln erinnert. Himmel, wer jetzt schon wieder quer denkt, der ist selbst Schuld: Wir haben Rockstar präsentiert Tischentennis gespielt, sind mit Forza 2 im Kreis gefahren und haben uns dann noch eine wahre Mittelfeldschlacht bei Pro Evolution Soccer 2008 geliefert. Jubel und Trauer inklusive – und ausgerechnet beim Fußball habe ich kläglich verloren. Egal, es hat Spaß gemacht. Und als ich mit meinem Porsche 911 über eine Runde Vorsprung hatte, da konnte ich nebenbei auch mal auf die andere Hälfte schielen und ein wenig frotzeln, wenn der Wagen meiner Rivalin auf dem Grünstreifen landete. Ja, ja, Multiplayer ist schon eine großartige Sache – aber es funktioniert in der Regel offline einfach besser.
Dabei loben alle die Online-Möglichkeiten der neuen Spiele, die uns angeblich mit anderen Menschen verbinden sollen. Tun sie das? Äh. Nein. Jedenfalls dann nicht, wenn ihr keine virtuellen Freunde habt, wenn ihr einfach mal ein wenig spielen wollt: In dem Fall zählen euch die Profis auf den Servern aus, die kennen da kein Erbarmen. Hier wird nicht gespielt, hier herrscht Krieg, das ist ernst und wichtig. Oder wie es mir während eines Kurztrips bei Halo 3 entgegenschallte, nachdem ich dreimal binnen weniger Sekunden das Zeitliche segnete: „F*** off, this one is for pros!“ Mit so viel Freundlichkeit hatte ich in einem Online-Spiel gar nicht gerechnet, da war ich doch glatt sprachlos. Zum Glück verstehe ich die Franzosen, die Italiener und die Japaner nicht, wenn sie mich beschimpfen.
Nein, es stört mich nicht, von einem popelnden 13-Jährigen bei Fifa 08 platt gemacht zu werden, aber mich stört die Überheblichkeit, mit der sich viele Spieler im Internet umgeben. Unerkannt hinter Avatar-Masken reißen die Controller-Akrobaten den Mund auf, sparen nicht mit Spott oder gar mit Hass, weil der Typ am anderen Ende schlechter ist. Hey, ich will nur spielen, ich beiße nicht – und gebissen werden möchte ich auch nicht. Ich weiß nicht, was so ein Verhalten bedeuten soll, vielleicht wäre es am besten, die Mikrofone bei den meisten Spielen einfach stumm zu schalten, das Gebrabbel geht mir oft ohnehin auf den Keks. Besonders dann, wenn irgendjemand mit so einer Mickey-Maus-Stimme spricht, da bekomme ich Fliegenpilze auf der Zunge. Offline passiert so etwas nicht und bei einem Fehlverhalten kann ich mit dem langen Arm mal kurz bis zum Hinterkopf des Gegner vordringen und für Ordnung im Oberstübchen sorgen. Mit so einer Online-Funktion wäre mein Seelenfrieden gesichert.
Wer gegen mich spielen will, soll sich jemand anderen suchen. Wer mit mir spielen will, der kann mich gern fragen – das wird immer lustig, fair und lehrreich zugleich. So wie beim letzten Mal bei Battlestations: Midway, als mir einer meiner Gegner nach dem hitzigen Gefecht zurief: „Das war cool, Alter – machst du noch ‘ne Runde mit?“ Da konnte ich nicht anders und antwortete: „Stimmt, ich könnte dein Vater sein, aber du kannst mir noch einiges beibringen – auf ein Neues.“ Na, Ausnahmen bestätigen die Regel, mehr Spaß gibt es aber ganz sicher offline.
Armin Sengbusch
Als ich vor einigen Tagen Besuch von einer entzückenden jungen Dame bekam, die ähnliche Leidenschaften hat wie ich, wurde ich wieder an meine Wurzeln erinnert. Himmel, wer jetzt schon wieder quer denkt, der ist selbst Schuld: Wir haben Rockstar präsentiert Tischentennis gespielt, sind mit Forza 2 im Kreis gefahren und haben uns dann noch eine wahre Mittelfeldschlacht bei Pro Evolution Soccer 2008 geliefert. Jubel und Trauer inklusive – und ausgerechnet beim Fußball habe ich kläglich verloren. Egal, es hat Spaß gemacht. Und als ich mit meinem Porsche 911 über eine Runde Vorsprung hatte, da konnte ich nebenbei auch mal auf die andere Hälfte schielen und ein wenig frotzeln, wenn der Wagen meiner Rivalin auf dem Grünstreifen landete. Ja, ja, Multiplayer ist schon eine großartige Sache – aber es funktioniert in der Regel offline einfach besser.
Dabei loben alle die Online-Möglichkeiten der neuen Spiele, die uns angeblich mit anderen Menschen verbinden sollen. Tun sie das? Äh. Nein. Jedenfalls dann nicht, wenn ihr keine virtuellen Freunde habt, wenn ihr einfach mal ein wenig spielen wollt: In dem Fall zählen euch die Profis auf den Servern aus, die kennen da kein Erbarmen. Hier wird nicht gespielt, hier herrscht Krieg, das ist ernst und wichtig. Oder wie es mir während eines Kurztrips bei Halo 3 entgegenschallte, nachdem ich dreimal binnen weniger Sekunden das Zeitliche segnete: „F*** off, this one is for pros!“ Mit so viel Freundlichkeit hatte ich in einem Online-Spiel gar nicht gerechnet, da war ich doch glatt sprachlos. Zum Glück verstehe ich die Franzosen, die Italiener und die Japaner nicht, wenn sie mich beschimpfen.
Nein, es stört mich nicht, von einem popelnden 13-Jährigen bei Fifa 08 platt gemacht zu werden, aber mich stört die Überheblichkeit, mit der sich viele Spieler im Internet umgeben. Unerkannt hinter Avatar-Masken reißen die Controller-Akrobaten den Mund auf, sparen nicht mit Spott oder gar mit Hass, weil der Typ am anderen Ende schlechter ist. Hey, ich will nur spielen, ich beiße nicht – und gebissen werden möchte ich auch nicht. Ich weiß nicht, was so ein Verhalten bedeuten soll, vielleicht wäre es am besten, die Mikrofone bei den meisten Spielen einfach stumm zu schalten, das Gebrabbel geht mir oft ohnehin auf den Keks. Besonders dann, wenn irgendjemand mit so einer Mickey-Maus-Stimme spricht, da bekomme ich Fliegenpilze auf der Zunge. Offline passiert so etwas nicht und bei einem Fehlverhalten kann ich mit dem langen Arm mal kurz bis zum Hinterkopf des Gegner vordringen und für Ordnung im Oberstübchen sorgen. Mit so einer Online-Funktion wäre mein Seelenfrieden gesichert.
Wer gegen mich spielen will, soll sich jemand anderen suchen. Wer mit mir spielen will, der kann mich gern fragen – das wird immer lustig, fair und lehrreich zugleich. So wie beim letzten Mal bei Battlestations: Midway, als mir einer meiner Gegner nach dem hitzigen Gefecht zurief: „Das war cool, Alter – machst du noch ‘ne Runde mit?“ Da konnte ich nicht anders und antwortete: „Stimmt, ich könnte dein Vater sein, aber du kannst mir noch einiges beibringen – auf ein Neues.“ Na, Ausnahmen bestätigen die Regel, mehr Spaß gibt es aber ganz sicher offline.
Armin Sengbusch
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