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Kolumne: Stealth-Modus im Siemens-Trikot
Heute ist es selbstverständlich, aber vor fast 30 Jahren saß ich vor dem Fernseher und mein bester Freund kreischte mir vorpubertär ins Ohr „Schleichwerbung!“ Was war geschehen? Da hatte doch tatsächlich jemand in der Vorabendserie geraucht, sich zuvor den Glimmstengel aus der Packung gepolkt, so dass diese dabei sichtbar war. Unglaublich. Und zwei Minuten später sahen wir in der Küchen-Szene deutlich die Spülmittelflasche. Heute ist das in Film und Fernsehen ganz normal – in den Spielen soll es nun verwerflich sein?
Wie damals mein vorpubertärer Freund kreischen sie heute alle auf „InGame Werbung!“ und zeigen auf Reklametafeln in Spielen oder deutliche Hinweise von Sponsoren. Und? Ist das schlimm? Ist der Titel nun unspielbar? Nö. Stört sich wirklich jemand daran, wenn es da etwas zu sehen ist? Ja? Wirklich? Schon mal bei Fifa 08 oder PES 2008 dafür plädiert, die Banden und die Trikots wie in den Kreisklassen einfach unbedruckt zu lassen? Ach so, da ist es erlaubt, da gehört es zum Spiel? Und die „Gatorade-Around-The-Cooler“-Updates in NBA 2K8? Alles überflüssig und ganz schlimm? Die meisten Meckerheinis beschweren sich nur dann, wenn sie das Spiel nicht gerade benutzen, tatsächlich bemerkt kaum jemand die InGame-Werbung, so wie auch heute niemand mehr in den Filmen oder Vorabendserien „Schleichwerbung“ brüllt. Und Sam Fisher hat damit auch ganz sicher nichts zu tun, das nur für die Freunde des Schleichangriffs.
Im Fernsehen werden ganze Werbeblöcke akzeptiert, die einen spannenden Film in lächerliche Teile zerstückeln, aber die Spiele müssen sauber bleiben, obwohl da auch ohne Werbung gestückelt wird. Plötzlich geht es um „Profitgier“ und „überflüssige Vermarktung“, plötzlich ist die Jungfräulichkeit der Spiele dahin. Jeder Kugelschreiber, jede Zapfsäule an den Tankstellen dient als Werbefläche, nur nicht die Spiele, die Millionen von Kunden zu Hause ansehen? Dann kriechen die Schwarzseher aus ihren Popups und malen mir eine düstere Spiele-Zukunft. Mit Werbe-Einblendungen wie im Fernsehen oder aggressiven Methoden, an denen niemand vorbeisehen kann. Liebe Freunde der Spielkultur, wenn ihr so ein Spiel kauft, dann seid ihr tatsächlich selbst Schuld, liebe Freunde des flüssigen Gameplays, wenn ihr euren Geldbeutel schonen wollt, dann akzeptiert, dass die Wirtschaft eure Leidenschaft unterstützt und dafür eure Augen für den Bruchteil einer Sekunde ablenkt – wenn überhaupt. Jeder Sportverein bedient sich der Werbe-Einnahmen, um seine Kosten zu reduzieren, das muss auch den Entwicklern gestattet sein.
Nur weil jedes Mal beim Start von Assassin’s Creed das Ubisoft-Logo auftaucht, kaufe ich von diesem Verein weder Aktien noch sämtliche Spiele. Und wenn mir das „Siemens“-Logo von der Brust eines virtuellen Fußballers ins Auge springt, besorge ich mir auch nicht gleich eine neue Waschmaschine. Ich habe mich schon seit langem dafür entschieden, meine Kolumnen an große Industriekunden zu verkaufen: Die ausgedruckte Version muss auf dem Kopf stehend aus einer Entfernung von 17 Metern betrachtet werden, dann wird das Logo sofort sichtbar, die Internetadresse des Werbepartners ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben aller Sätze, die entweder ohne Verb sind oder eine ungerade Zahl von Worten beinhalten. Diese Lettern dann bitte nur noch in die richtige Reihenfolge bringen. Jeder Klick bringt mir bares Geld, damit möchte ich mir die Ausbildung zum Werbekaufmann finanzieren.
Sollte wirklich mal zu viel Werbung in einem Spiel sein, dann wird es jeder in den Rezensionen der einzelnen Print- und Online-Magazine lesen können. Die Jungs und Mädels von GameCaptain.de sind da im Übrigen sehr kompetent, wenn ich das mal schleichend einfügen darf. Die meisten werden es jedoch gar nicht bemerken, dass da für irgendein Produkt geworben wird und sind gar nicht in der Lage „InGame-Werbung“ zu schreien. Allen anderen wünsche ich: Fröhliches Brüllen bis die Werbung weg ist.
Armin Sengbusch
Wie damals mein vorpubertärer Freund kreischen sie heute alle auf „InGame Werbung!“ und zeigen auf Reklametafeln in Spielen oder deutliche Hinweise von Sponsoren. Und? Ist das schlimm? Ist der Titel nun unspielbar? Nö. Stört sich wirklich jemand daran, wenn es da etwas zu sehen ist? Ja? Wirklich? Schon mal bei Fifa 08 oder PES 2008 dafür plädiert, die Banden und die Trikots wie in den Kreisklassen einfach unbedruckt zu lassen? Ach so, da ist es erlaubt, da gehört es zum Spiel? Und die „Gatorade-Around-The-Cooler“-Updates in NBA 2K8? Alles überflüssig und ganz schlimm? Die meisten Meckerheinis beschweren sich nur dann, wenn sie das Spiel nicht gerade benutzen, tatsächlich bemerkt kaum jemand die InGame-Werbung, so wie auch heute niemand mehr in den Filmen oder Vorabendserien „Schleichwerbung“ brüllt. Und Sam Fisher hat damit auch ganz sicher nichts zu tun, das nur für die Freunde des Schleichangriffs.
Im Fernsehen werden ganze Werbeblöcke akzeptiert, die einen spannenden Film in lächerliche Teile zerstückeln, aber die Spiele müssen sauber bleiben, obwohl da auch ohne Werbung gestückelt wird. Plötzlich geht es um „Profitgier“ und „überflüssige Vermarktung“, plötzlich ist die Jungfräulichkeit der Spiele dahin. Jeder Kugelschreiber, jede Zapfsäule an den Tankstellen dient als Werbefläche, nur nicht die Spiele, die Millionen von Kunden zu Hause ansehen? Dann kriechen die Schwarzseher aus ihren Popups und malen mir eine düstere Spiele-Zukunft. Mit Werbe-Einblendungen wie im Fernsehen oder aggressiven Methoden, an denen niemand vorbeisehen kann. Liebe Freunde der Spielkultur, wenn ihr so ein Spiel kauft, dann seid ihr tatsächlich selbst Schuld, liebe Freunde des flüssigen Gameplays, wenn ihr euren Geldbeutel schonen wollt, dann akzeptiert, dass die Wirtschaft eure Leidenschaft unterstützt und dafür eure Augen für den Bruchteil einer Sekunde ablenkt – wenn überhaupt. Jeder Sportverein bedient sich der Werbe-Einnahmen, um seine Kosten zu reduzieren, das muss auch den Entwicklern gestattet sein.
Nur weil jedes Mal beim Start von Assassin’s Creed das Ubisoft-Logo auftaucht, kaufe ich von diesem Verein weder Aktien noch sämtliche Spiele. Und wenn mir das „Siemens“-Logo von der Brust eines virtuellen Fußballers ins Auge springt, besorge ich mir auch nicht gleich eine neue Waschmaschine. Ich habe mich schon seit langem dafür entschieden, meine Kolumnen an große Industriekunden zu verkaufen: Die ausgedruckte Version muss auf dem Kopf stehend aus einer Entfernung von 17 Metern betrachtet werden, dann wird das Logo sofort sichtbar, die Internetadresse des Werbepartners ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben aller Sätze, die entweder ohne Verb sind oder eine ungerade Zahl von Worten beinhalten. Diese Lettern dann bitte nur noch in die richtige Reihenfolge bringen. Jeder Klick bringt mir bares Geld, damit möchte ich mir die Ausbildung zum Werbekaufmann finanzieren.
Sollte wirklich mal zu viel Werbung in einem Spiel sein, dann wird es jeder in den Rezensionen der einzelnen Print- und Online-Magazine lesen können. Die Jungs und Mädels von GameCaptain.de sind da im Übrigen sehr kompetent, wenn ich das mal schleichend einfügen darf. Die meisten werden es jedoch gar nicht bemerken, dass da für irgendein Produkt geworben wird und sind gar nicht in der Lage „InGame-Werbung“ zu schreien. Allen anderen wünsche ich: Fröhliches Brüllen bis die Werbung weg ist.
Armin Sengbusch
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