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Kolumne: Mein Rechner hört mir nicht zu
Als Neill Armstrong 1969 seine Schritte auf dem Mond machte, da war das schon eine bedeutende Sache. Die Jungs ernährten sich auf ihrer Reise durch das All von Trockennahrung, die später auch in den Handel kam. Überhaupt haben viele Errungenschaften aus der Raumfahrt ihren Weg in die Haushalte gefunden, umgekehrt kommt das eher seltener vor. Das Space Shuttle lässt sich nicht via SixAxis oder Nunchuk steuern, in den Pilotensitzen gibt es keine ForceFeedback-Funktion und die Helme und Anzüge kommen ohne Luftdruck-Vibration daher.
Dafür soll es schon bald in den Spielen ganz neue Arten der Steuerung geben: mit Spracheingabe zum Erfolg. Ja, das ist wirklich eine großartige Idee, ich sehe schon Generationen von Spielern „muuf forwart“ in die Headsets brüllen und die Aussprache dabei immer wieder variieren, um endlich das Team zu überreden, sich vorwärts zu bewegen. Fast so wie mit dem Schlüsselfinder, den ich mir gekauft habe und der auf Pfeifen reagiert. Dummerweise kann ich pfeifen, so lange ich will, das bringt gar nichts – aber wenn meine Freundin lacht, dann piept das Ding wie verrückt. Aber zurück zur Sprachsteuerung: Wenn das schon umgesetzt wird, dann wünsche ich mir noch eine erotische, weiche Frauenstimme, die meine Eingaben mit „Ich habe sie leider nicht verstanden, aber ich komme gleich vorbei, dann können sie den Befehl aufschreiben“ kommentiert.
Als nächstes, noch höheres Gut steht dann die Gedankensteuerung auf dem Plan – ein 14-Jähriger hat in den USA auf diese Weise „Space Invaders“ gespielt, auf GameCaptain gibt es leider nur die herkömmliche Version. Aber mit der Gedankensteuerung wäre mein Highscore noch deutlicher ausgefallen. Es sei denn, ich würde während des Spielens nachdenken, dann ist es natürlich schnell mit dem Rekord vorbei – aber welcher Zocker hat beim Spielen schon etwas anderes im Kopf als „rechts, links, schießen“? Dann sitze ich also nur noch regungslos vor dem Bildschirm und denke mir meinen Teil? Kann ich dann nicht gleich auf das Spiel verzichten und mir das Ende einfach vorstellen? Und, bitte, liebe fortschrittlichen Zocker, keine dummen Gedanken. Diese werden umgehend im Spiel gespeichert und gemeldet. Wer also denkt: „Cooles Spiel – und ich habe nichts dafür bezahlt“, kann sich schon mal auf einen Hausbesuch vorbereiten.
Ich finde diese neuen Funktionen ja toll, aber das ist letztlich doch alles Murks. Warum wird die Sprachsteuerung nicht bei Porsche getestet, dann könnte ich mal an der Ampel einen wütenden Neureichen sehen, der versehentlich „Gib Gummi“ vor sich hinbrabbelte, was der Wagen als Start zum Reifenwechsel interpretierte und umgehend die Karosse aufbockte. Klar, das ist lustig, aber uns Spielern wird es mit solchen neuen Funktionen ähnlichen gehen, nur weil wir die Kommandos zu schnell, zu laut oder einfach falsch betont aussprechen. Ein Kabus 22 wäre sicher eine lustige Sache geworden und hätte scharenweise die Zocker in die Dönerbuden getrieben, die sich dort Aussprache-Tipps geholt hätten.
Nicht, dass mich jemand als technikfeindlich abstempelt, ich finde Neuerungen beim Spielen klasse – aber es muss auch im Rahmen bleiben, es muss auch ein Spiel bleiben. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass vier Menschen schweigend vor einem Bildschirm sitzen und sich dort in welchem Spiel auch immer duellieren, dann wird mir ganz anders. Mit der Sprachsteuerung dürfte das im Offline-Multiplayer zudem schwierig werden. Und wenn meine Kolumnen in Zukunft mit noch mehr Tippfehlern gespickt sind, dann kann ich mir als Ausrede zu Gurte halfen, dass ich es besser weil, aber beim Aussterben gewuschelt Narbe. In diesem Sinne: Fröhliche Steuerungsalternativen.
Armin Sengbusch
Dafür soll es schon bald in den Spielen ganz neue Arten der Steuerung geben: mit Spracheingabe zum Erfolg. Ja, das ist wirklich eine großartige Idee, ich sehe schon Generationen von Spielern „muuf forwart“ in die Headsets brüllen und die Aussprache dabei immer wieder variieren, um endlich das Team zu überreden, sich vorwärts zu bewegen. Fast so wie mit dem Schlüsselfinder, den ich mir gekauft habe und der auf Pfeifen reagiert. Dummerweise kann ich pfeifen, so lange ich will, das bringt gar nichts – aber wenn meine Freundin lacht, dann piept das Ding wie verrückt. Aber zurück zur Sprachsteuerung: Wenn das schon umgesetzt wird, dann wünsche ich mir noch eine erotische, weiche Frauenstimme, die meine Eingaben mit „Ich habe sie leider nicht verstanden, aber ich komme gleich vorbei, dann können sie den Befehl aufschreiben“ kommentiert.
Als nächstes, noch höheres Gut steht dann die Gedankensteuerung auf dem Plan – ein 14-Jähriger hat in den USA auf diese Weise „Space Invaders“ gespielt, auf GameCaptain gibt es leider nur die herkömmliche Version. Aber mit der Gedankensteuerung wäre mein Highscore noch deutlicher ausgefallen. Es sei denn, ich würde während des Spielens nachdenken, dann ist es natürlich schnell mit dem Rekord vorbei – aber welcher Zocker hat beim Spielen schon etwas anderes im Kopf als „rechts, links, schießen“? Dann sitze ich also nur noch regungslos vor dem Bildschirm und denke mir meinen Teil? Kann ich dann nicht gleich auf das Spiel verzichten und mir das Ende einfach vorstellen? Und, bitte, liebe fortschrittlichen Zocker, keine dummen Gedanken. Diese werden umgehend im Spiel gespeichert und gemeldet. Wer also denkt: „Cooles Spiel – und ich habe nichts dafür bezahlt“, kann sich schon mal auf einen Hausbesuch vorbereiten.
Ich finde diese neuen Funktionen ja toll, aber das ist letztlich doch alles Murks. Warum wird die Sprachsteuerung nicht bei Porsche getestet, dann könnte ich mal an der Ampel einen wütenden Neureichen sehen, der versehentlich „Gib Gummi“ vor sich hinbrabbelte, was der Wagen als Start zum Reifenwechsel interpretierte und umgehend die Karosse aufbockte. Klar, das ist lustig, aber uns Spielern wird es mit solchen neuen Funktionen ähnlichen gehen, nur weil wir die Kommandos zu schnell, zu laut oder einfach falsch betont aussprechen. Ein Kabus 22 wäre sicher eine lustige Sache geworden und hätte scharenweise die Zocker in die Dönerbuden getrieben, die sich dort Aussprache-Tipps geholt hätten.
Nicht, dass mich jemand als technikfeindlich abstempelt, ich finde Neuerungen beim Spielen klasse – aber es muss auch im Rahmen bleiben, es muss auch ein Spiel bleiben. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass vier Menschen schweigend vor einem Bildschirm sitzen und sich dort in welchem Spiel auch immer duellieren, dann wird mir ganz anders. Mit der Sprachsteuerung dürfte das im Offline-Multiplayer zudem schwierig werden. Und wenn meine Kolumnen in Zukunft mit noch mehr Tippfehlern gespickt sind, dann kann ich mir als Ausrede zu Gurte halfen, dass ich es besser weil, aber beim Aussterben gewuschelt Narbe. In diesem Sinne: Fröhliche Steuerungsalternativen.
Armin Sengbusch
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