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Kommentar: Hype Rain?
Quelle: intern
von Joerg, 19.02.2010 11:30

Einmal habe ich Heavy Rain bereits durchgespielt, das zweite Mal ist bislang eher ernüchternd. Keine Frage, das Spiel hat mich mitgerissen und so schnell habe ich lange keinen 8-Stunden-Titel mehr durchgespielt, dennoch wundere ich mich über die sehr hohen Wertungen einiger Kollegen.
Sicher, Heavy Rain ist anders. Nicht nur, das interaktive Filme lange Zeit ein totes Genre waren (auch wenn böse Zungen behaupten, Metal Gear Solid 4
sei auch beinahe ein solcher gewesen). Es erzählt auch eine erwachsene Geschichte, nimmt sich Zeit für stille Momente, in denen der Spieler sich in die Charaktere hinein versetzen und ihr Schicksal nachfühlen kann. Aber nur weil es anders ist, und aus dem Rahmen fällt, soll man doch bitte nicht die Augen vor offensichtlichen Kritikpunkten verschließen.
Da wäre zum Beispiel die Steuerung: Jeder Quick-Time-Event-Hasser wird bei dem Spiel an einigen Stellen die Krise kriegen - vor allem auf höheren Schwierigeitsgraden, die man zum Glück jederzeit ändern kann. Nicht-Gamer werden sogar nahezu komplett ausgesperrt, weil die das Gamepad nicht blind bedienen können. Warum hat man sich nicht auf linken und rechten Analogstick beschränkt, wenigstens auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad, um neue Käuferschichten zu erschließen? Welcher Gelegenheitsspieler weiß denn in einer Stresssituation blind wo Kreis und Dreieck sind?
Dass eine Story mit Variablen nicht immer in sich schlüssig ist, ist in Ordnung. Und - den Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen - verglichen mit Modern Warfare 2
ist die Geschichte von Heavy Rain sogar geradezu vorbildlich in Sachen Logik. Dennoch: Wer nach dem Durchspielen die Geschichte noch einmal Revue passieren lässt, wird einige Löcher feststellen. Dinge die eingebaut wurden, um den Verdacht auf bestimmte Personen zu lenken und später einfach nicht aufgeklärt werden. Entscheidungen des Spielers, die eigentlich schwerwiegende Folgen haben müssten - aber überhaupt keinen Effekt haben. Und auch die Logik hinkt an einigen Stellen gewaltig. Wäre das ganze ein Kinofilm, einige Kritiker würden sich über die Story wohl das Maul zerreißen.
Und die Interaktivität hat auch ihre Grenzen - engere Grenzen, als ich erwartet hatte. Damit meine ich nicht, dass ich mehr Rätsel oder gar ein Inventar erwartet hätte. Was das angeht, war mir vorher klar, was mich erwartet. Oft kann man als Spieler aber nicht das tun, was einem selbst naheliegend erscheint - zum Beispiel mit dem Telefon einen Arzt rufen, wenn man einen Verletzten findet - einfach weil die Entwickler das nicht vorgesehen haben.
Und beim zweiten Durchspielen tat ich mein möglichstes, um die Dinge in eine andere Richtung laufen zu lassen als beim ersten Mal, doch in der ersten Hälfte sind die Einflussmöglichkeiten eher kosmetischer Natur. An der grundsätzlichen Handlung ändert sich fast nichts, erst in der zweiten Hälfte kann man dann wirklich schwerwiegende (Fehl-)Entscheidungen treffen - hier experimentiere ich auch noch, denn ich will möglichst viele Enden sehen, ehe ich eine Wertung abgebe.
Ja, Heavy Rain ist anders, ein wichtiger Titel, der versucht gezielt ein älteres Publikum anzusprechen - und deshalb wünsche ich ihm auch Erfolg. Ja, das Spiel hat mich emotional berührt und war spannend - beim ersten Mal. Das ändert aber nichts daran, dass Quantic Dream vieles noch besser hätte machen können, gerade um die Wiederspielbarkeit bei dem immerhin rund 65 Euro teuren Titel zu verbessern. So werden viele es schnell gebraucht verkaufen, was einen ganz großen Verkaufserfolg und damit vielleicht auch viele Nachahmer ausbremsen wird. Schade.
Sicher, Heavy Rain ist anders. Nicht nur, das interaktive Filme lange Zeit ein totes Genre waren (auch wenn böse Zungen behaupten, Metal Gear Solid 4
sei auch beinahe ein solcher gewesen). Es erzählt auch eine erwachsene Geschichte, nimmt sich Zeit für stille Momente, in denen der Spieler sich in die Charaktere hinein versetzen und ihr Schicksal nachfühlen kann. Aber nur weil es anders ist, und aus dem Rahmen fällt, soll man doch bitte nicht die Augen vor offensichtlichen Kritikpunkten verschließen. Da wäre zum Beispiel die Steuerung: Jeder Quick-Time-Event-Hasser wird bei dem Spiel an einigen Stellen die Krise kriegen - vor allem auf höheren Schwierigeitsgraden, die man zum Glück jederzeit ändern kann. Nicht-Gamer werden sogar nahezu komplett ausgesperrt, weil die das Gamepad nicht blind bedienen können. Warum hat man sich nicht auf linken und rechten Analogstick beschränkt, wenigstens auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad, um neue Käuferschichten zu erschließen? Welcher Gelegenheitsspieler weiß denn in einer Stresssituation blind wo Kreis und Dreieck sind?
Dass eine Story mit Variablen nicht immer in sich schlüssig ist, ist in Ordnung. Und - den Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen - verglichen mit Modern Warfare 2
ist die Geschichte von Heavy Rain sogar geradezu vorbildlich in Sachen Logik. Dennoch: Wer nach dem Durchspielen die Geschichte noch einmal Revue passieren lässt, wird einige Löcher feststellen. Dinge die eingebaut wurden, um den Verdacht auf bestimmte Personen zu lenken und später einfach nicht aufgeklärt werden. Entscheidungen des Spielers, die eigentlich schwerwiegende Folgen haben müssten - aber überhaupt keinen Effekt haben. Und auch die Logik hinkt an einigen Stellen gewaltig. Wäre das ganze ein Kinofilm, einige Kritiker würden sich über die Story wohl das Maul zerreißen.Und die Interaktivität hat auch ihre Grenzen - engere Grenzen, als ich erwartet hatte. Damit meine ich nicht, dass ich mehr Rätsel oder gar ein Inventar erwartet hätte. Was das angeht, war mir vorher klar, was mich erwartet. Oft kann man als Spieler aber nicht das tun, was einem selbst naheliegend erscheint - zum Beispiel mit dem Telefon einen Arzt rufen, wenn man einen Verletzten findet - einfach weil die Entwickler das nicht vorgesehen haben.
Und beim zweiten Durchspielen tat ich mein möglichstes, um die Dinge in eine andere Richtung laufen zu lassen als beim ersten Mal, doch in der ersten Hälfte sind die Einflussmöglichkeiten eher kosmetischer Natur. An der grundsätzlichen Handlung ändert sich fast nichts, erst in der zweiten Hälfte kann man dann wirklich schwerwiegende (Fehl-)Entscheidungen treffen - hier experimentiere ich auch noch, denn ich will möglichst viele Enden sehen, ehe ich eine Wertung abgebe.
Ja, Heavy Rain ist anders, ein wichtiger Titel, der versucht gezielt ein älteres Publikum anzusprechen - und deshalb wünsche ich ihm auch Erfolg. Ja, das Spiel hat mich emotional berührt und war spannend - beim ersten Mal. Das ändert aber nichts daran, dass Quantic Dream vieles noch besser hätte machen können, gerade um die Wiederspielbarkeit bei dem immerhin rund 65 Euro teuren Titel zu verbessern. So werden viele es schnell gebraucht verkaufen, was einen ganz großen Verkaufserfolg und damit vielleicht auch viele Nachahmer ausbremsen wird. Schade.
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