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Killerspiele: Nach Missbrauch in Jugendcamp wieder Verbots-Forderungen aus Bayern

von Joerg, 22.07.2010 18:10
Seit vielen Jahren tun sich bayrische Innen- und Justizminister mit Verbotsforderungen für "Killerspiele" hervor - dabei wurden diese auch schon einmal in einem Atemzug mit (Kinder-)Pornographie genannt. So auch heute.

Anlass sind die noch nicht vollständig geklärten Missbrauchsvorfälle in einem niederländischen Feriencamp, wo deutsche Jugendliche von anderen Jugendlichen sexuell missbraucht wurden (mehr dazu hier), die derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht werden.

Obwohl die Details noch gar nicht geklärt sind, preschte die bayrische Justizministerin Merk denoch mit einem Rundumschlag vor. In erster Linie bekam der Koalitionspartner FDP sein Fett weg, wegen dem die Sperrung von Kinderporno-Seiten ja ausgesetzt wurde - statt dessen sollen die Inhalte gelöscht werden. Laut Merk der falsche Weg: "Wenn man sich ansieht, welche Folgen der Konsum von schädlichen Videos haben kann, ist die Laissez-faire-Politik der FDP bei Kinderpornos im Netz grob fahrlässig."

Und wo sie dann schon mal in Fahrt war, brachte sie auch gleich das Killerspiel-Verbot wieder ins Gespräch - obwohl es keinerlei Zusammenhang zu den oben genannten Taten gibt. Was Spiegel Online dazu anmerkt kann man (egal ob Gamer oder nicht) nur unterschreiben:

"Die Logik von Beate Merk ist die des Reflexes: Wenn etwas Entsetzliches passiert, muss man handeln, und zwar, indem man etwas anderes, was man selbst entsetzlich findet, möglichst schnell aus der Welt schafft, oder das wenigstens öffentlichkeitswirksam fordert. Fakt ist: Weder Spiel- noch Pornografieverbote haben in Deutschland derzeit Aussicht auf Erfolg.

Den Opfern sexueller Gewalt wird mit solchen Forderungen nicht geholfen, im Gegenteil: Sie werden auf plumpe Weise instrumentalisiert, um diffuse Gefühle zu bedienen, die man innerhalb der eigenen Wählerschaft vermutet."
Tags:
Killerspiele

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Kommentare (7)

jory schrieb am 22.07.2010 20:39
wie rückständig doch manche leute noch immer in ihrem denken sind. wenn man etwas hat,was man visuell konsumieren kann,ist man von der praktischen ausführung weiter entfernt als jemand,dem diese spiele oder gewaltfilme fehlen und seine fantasie nach darstellungsmöglichkeiten schreit nach sowas.was ihm aber den großen leuten nach verwehrt bleiben soll... die menschen reiten sich mit ihren ganzen verboten immer weiter in ihre probleme.aufklärung oder sowas wär angebracht.denn vorfälle wie diese gibt es schon seit tausenden von jahren,erst heutzutage werden sie nach aufdeckung nicht mehr vertuscht (ps. was kinderpornographie angeht,kommen ja zum erstellen dieser videos menschen zu schaden,weshalb sie aus dem verkehr genommen werden sollten) killerspiele damit zu vergleichen ist nicht nur dumm sondern gefährlich
Iceman2010 schrieb am 22.07.2010 23:26
Sehr geehrte Frau Merk, ich beglückwünsche sie, nicht einmal die Presse hat diesen ungewöhnlichen Bogenschlag von Mißbrauch zu Killerspielen und Kinderpornographie vorhergesehen, doch wie so oft in ihren Reihen sehen sie nicht das wirkliche Problem, egal was Sie verbieten, die Jugendlichen können übers Ausland, Verwandschaft und was weiß noch immer noch an alles kommen. Es gibt also nur ein einziges Verbot, das uns in dieser verfahrenen Situation wirklich helfen kann, und das ist das sofortige ausnahmslose Verbot von Kindern und Jugendlichen zwischen 3- 18 Jahren. Danke
Zadock schrieb am 24.07.2010 10:21
Irgendwie hat die Frau recht. Die letzten Wochen war es vielzu warm, also verbieten wir die "Killerspiele" (bei dem Wort könnte ich k*****) und am besten gleich Sachen wie Black&White und schon ist das Problem gelöst. Diese Forderungen nach Verbot scheint ja ein Allheilmittel für einfach alles zu sein. Solche Lappen bezahle ich dann noch mit meinen Steuergeldern, oh man. Lieber würde ich das Geld für Afrika etc spenden, dann wäre es wenigstens sinnvoll angelegt. Wenn unsere, ach so weisen, Politiker immernochnicht wahrhaben wollen das das Problem ganz wo anders liegt, dann tut es mir leid. Mit Verboten erreicht man aber sowas von überrhauptnichts, aber Hauptsache mal in der Presse erscheinen.
jousten schrieb am 24.07.2010 11:53
Also wie man da den Bogen von Vergewaltigung unter Jugendlichen zu Killerspielen schlägt, ist mir echt ein Rätsel. :o Denke da hat jemand eher ein großes Problem mit Killerspielen, muss wohl was persönliches sein...
Sméagol schrieb am 24.07.2010 16:27
Die arme Frau, ich glaube sie kriegt langsam Entzugserscheinungen, weil es nun schon länger keine Amokläufe mehr gab, die man mit Killerspielen in Verbindung bringen könnte. Aber irgendwie musste sie ja wieder auf sich aufmerksam machen und da liegt Missbrauch und Pornografie als Vorwand noch am nächsten. Denn Vergewaltigung = Killerspiele, wir sind alles Verbrecher und potenzielle Vergewaltiger von kleinen Kindern. Mfg Sméagol
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