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Test: Spellforce

Einen so plötzlichen Hype wie in den letzten Wochen für diesen Titel hat man selten erlebt. Lest was dahinter steckt...
 Spellforce
Laut Spielschmiede phenomic ist mit dem Echtzeit- und Rollenspiel-Mix SpellForce – The Order of Dawn die Geburt eines neuen Genres, der Role Playing Strategy (RPS), vollbracht wurden. Seit Ende 1999 geht der Chefentwickler Volker Wertich (u.a. Siedler 1-3) mit der Idee und der Umsetzung des gewaltigen, rein deutschen Mammutprojektes bereits schwanger. Nun ist das Baby in den Händlerregalen gelandet - es sieht zauberhaft aus und hält in vielen Belangen was es verspricht, doch es gibt auch ein paar kleine Gänsefüßchen.
So verlief die Geburt nicht ganz ohne Komplikationen. Bereits der recht unleserliche CD-Key auf der Hülle brachte ersten Unmut und auf einigen Systemen kann es gar zu Installationsproblemen kommen. Doch Entwarnung: Dies wurde noch einen Tag vor dem offiziellen Release per Patch behoben. Unser Test basiert somit auf der gepatchten Version 1.02.

Welcher Charakter darf es sein?

Typisch, die größten Zauberer aller Zeiten mit all ihrer großen Magie bauen Mist und stürzen die Welt in Chaos und Verzweiflung. Doch einer von ihnen – Meister Rohen - zeigt Verantwortungsgefühl und beschwört einen Menschen, der laut Prophezeiung das Schicksal aller verändern und das alte Königreich wieder zusammenführen soll. Ist doch klar, diese Aufgabe bleibt wieder einmal an uns Spielern hängen, denn wir sind es, die den Helden, den Avatar, durch die Spielwelt steuern und somit mit ihm die Geschichte und das Schicksal der Welt Fiara positiv oder negativ beeinflussen. Diese einstmals so blühende Welt besteht inzwischen nur noch aus mehreren Inseln. Verbunden werden diese durch sogenannte Portale mit deren Hilfe unser Avatar von einer Insel zur nächsten bzw. von einer Karte zur nächsten gelangen kann (Diablo 2 lässt grüßen).
Bevor wir aber mit unserem Avatar in die ersten Schlachten ziehen können, gilt es erst einmal einen Charakter zu generieren. Dabei ist eine hohe Identifikationsmöglichkeit gegeben, da man den Helden in Aussehen, Geschlecht, Beruf und mit vielen Charakterwerten wie Intelligenz, Stärke oder Weisheit völlig frei erschaffen kann. Weiterhin können wir die Grundausrichtung in Kämpfer oder Magier vorgeben. Allerdings besitzt jede Spielfigur trotzdem sowohl Kampf- als auch Magierfähigkeiten. Die im Spielverlauf durch Lösen von Quests oder durch gewonnene Kämpfe erhaltenen Erfahrungspunkte steigern bestimmte Fähigkeiten unseres Avatars, wobei die Spielfigur im fertigen Game nie in allen Bereichen perfekt werden kann und man somit die Chance hat, bis zum endgültigen Ausbau die komplette Ausrichtung umzupolen.

Bringe Er mir Dies und Er erhalte von mir Das

In der 21 Inseln umfassenden Kampagne wird die stark an „Herr der Ringe“ angelehnte Story leider recht zäh weitererzählt. So muss man viel Zeit investieren, um mit SpellForce so richtig warm zu werden. Die vielen Nebenquests mit den zahlreichen, dazugehörigen NPCs, sowie die zum Teil recht schweren Hauptquests brauchen je Karte bereits in der einfacheren der beiden Schwierigkeitsstufen zirka fünf bis sechs Stunden reine Spielzeit. Vorbildlich aber etwas übertrieben werden im Tutorial alle, aber auch wirklich alle Funktionen bis auf das Kleinste erklärt.
Die 22 Hauptquests sind in der Summe eher Langweiler und bestehen meist nur aus dem Durchkämpfen durch immer größer und gefährlicher werdenden Gegnerhorden um das Portal zur nächsten Insel zu erreichen. Ab und an gibt es einmal noch ein Lager zu verteidigen oder eine besetzte Stadt zu befreien.
Viel abwechslungsreicher sind da die 28 Nebenquests. Die meisten Aufgaben sind Hol- und Bringdienste nach dem Motto: Besorg mir dies – ich geb dir das. Natürlich ist da meist ein Haken dabei und man muss sich die Dinge wie echte Spinnenseide zum Herstellen eines magischen Anzuges oder den Schlüssel für ein bestimmtes Tor erst hart erkämpfen. Simple Vermisstensuche oder das Ausradieren von Wegelagerern gehört ebenfalls zu den Aufgaben.
Viele Quests erstrecken sich über mehrere Inseln, so dass es sich lohnt auf eine bereits befreite Insel zurückzukehren um etwa alte Feinde mit neu erlernten Fähigkeiten anzugreifen und somit wichtige Gegenstände zur Lösung der Aufgaben zu erbeuten. Ärgerlich ist an diesem „Inselhopping“ aber, das zwar bei der Rückkehr auf die Karte alle einmal erlegten Gegner für immer im Jenseits bleiben, jedoch auch die gesamte eigene, mühselig aufgebaute Basis mitsamt den Helden, Arbeitern und aufgestellten Armeen verschwunden ist. Ein schwacher Trost ist dabei, das alle Rohstoffvorkommen in der Natur, wie von Zauberhand, wieder aufgefüllt und nachgewachsen sind. Schade das nur der Avatar auf den Inseln herumreisen darf.

Suche Bauplan, biete rostige Schwerter

Ganz neue Wege geht SpellForce beim Aufbaupart. Hier gilt es sogenannte Runen im Besitz zu haben um damit riesige auf den Karten verteilte Monumente zu aktivieren. Hier erstellt man, je nach Runen die man besitzt, die Figuren der sechs Rassen (Menschen, Zwerge, Elfen, Dunkelelfen, Orks, Trolle) aufgeteilt in Arbeiter und Kämpfer (Maximalgröße der Armee 80 Einheiten) her. Dabei hat jede Rasse zehn verschiedene Varianten, so dass wir im Spiel auf genau 60 verschiedene Einheiten kommen. Die kämpfenden Einheiten werden noch unterteilt in Kämpfer mit Waffen oder Kämpfer mit Zauberkraft. Die größte zu bauende Einheit stellt der jeweilige Titan dar, welcher es locker mit 20 normalen Einheiten auf einmal aufnehmen kann. Die Menschen kämpfen mit einem riesigen Greif, die Elfen mit einem „Enz“ oder die Zwerge mit einem mächtigen Zyklopen.
Die Arbeiter, je nach Rune in verschiedenen Ausbaustufen erhältlich, stellt man ab um die verschiedenen Rohstoffe wie Holz, Eisen, Steine, Nahrung, Mondsilber, Ariawasser und Lenyakraut anzuhäufen. Doch keine Angst, jede Rasse braucht nur zwei bis drei davon um eine stattliche Basis aufzubauen. Vielmals kommt es vor, das auf den Karten die Monumente unterschiedlicher Rassen verteilt sind. So kann man gleich mehrere Rassen und deren Vorteile nutzen.
Für die einzelnen Gebäude wie, Eisenmine, Holzfällerhütte oder Wachturm benötigt man Baupläne. Nur wenn man diese in seinem Inventar besitzt kann man die Gebäude auch bauen. Selbiges gilt übrigens auch für die verschiedenen Kampfeinheiten. Die Baupläne für Einheiten und Gebäude findet man genau wie die Runen auf den Karten, kann sie von besiegten Gegnern stibitzen oder beim Händler um die Ecke, für die nötigen Geldmittel, auch kaufen. Beim Wechsel der Karten mit Hilfe der Portale oder Seelensteine bleiben alle Gegenstände, auch die Baupläne und Runen, im Inventar, so dass unser Avatar nicht alles wieder von vorn erlernen muss.
Die Gebäude in SpellForce haben alle, ähnlich wie in Rise of Nations, sogenannte Slots um Arbeiter aufzunehmen. Besetzen wir zum Beispiel einen Slot in der Jägerhütte mit einem einfachen Arbeiter, steigt dieser zum Jäger auf und wird dann selbständig die Jagd auf das reichlich vorhandene Wild aufnehmen und den Nahrungsvorrat dadurch vergrößern.

Hilfe für den Avatar

Ohne Hilfe kommt auch ein gut ausgebauter Avatar gegen die Monster nicht zu Recht. Dafür können in sogenannten Heldenmonumenten je nach Erfahrungslevel des Avatars bis zu fünf Helden erschaffen werden. Voraussetzung auch hier: Man muss die entsprechenden Runen im Besitz haben um Helden wie Hexen, Priester oder Kämpfer zu beschwören. Im Spielverlauf bekommt man die eine oder andere Heldenrune dazu, so dass man schwächere Helden durch besser ersetzen kann. Gefallene Helden können übrigens im Heldenmonument jederzeit wieder neu beschwört werden.
Gleiches gilt auch für den Avatar der am sogenanntem Seelenfels wiederbelebt wird. Letztere stellen auch ein schnelles Transportmittel dar, kann man doch den Helden von Seelenfels zu Seelenfels teleportieren.
Screen 1
Heldenausbau
Screen 2
Der Menschen-Titan im Einsatz
Screen 3
Blick über die Schulter auf eine kleine Elfenarmee
Screen 4
Das war es für das Gobelinlager

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Packshot
3D-Echtzeitstrategie
von JoWooD, phenomic
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCNovember 2003
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besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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