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![]() 2D-Echtzeitstrategie von KOCH Media, Paradox Entertainment
Victoria – An Empire under the Sun (Victoria) ist der neueste Titel von Paradox Entertainment. Einer der wichtigsten Punkte, die über diesen Titel gesagt werden sollte, ist wohl die Tatsache, dass dieses Spiel von den Machern der Europa Universalis-Reihe (EU) stammt und auf der gleichen Engine basiert. Auch könnte man diesem Zusammenhang das Spiel Hearts of Iron erwähnen, welches ebenfalls seinen Weg aus der selben Softwareschmiede fand. Während sich Hearts of Iron um die Neuschreibung der Weltgeschichte im zweiten Weltkrieg drehte, beschäftigt sich Victoria mit der Zeitgeschichte nach dem Sieg über Napoleon bis zum Ende des ersten Weltkrieges. Genauer gesagt von 1836 bis 1920 oder kurz: zur Blüte der viktorianischen Zeit. Dem Spieler werden zunächst vier Kampagnen, die man nicht nur als Herrscher(in) einer der damaligen Weltmächte, sondern auch aus der Sicht eines jeden Zwergenstaates, wie zum Beispiel der ionischen Inseln oder Äthiopien spielen kann. Bei letzteren ist es jedoch so gut wie unmöglich, das Spiel mit einem Sieg zu beenden. Das komplexe Spielgeschehen läuft in Echtzeit ab, mit der Möglichkeit zu jedem nur erdenklichen Zeitpunkt auf die Pausentaste zu drücken. Diese Funktion ist besonders wichtig, da man auch bei der langsamsten Spielgeschwindigkeit so viele Aufgaben zu bewältigen hat, dass man nicht ohne die Pause auskommt. Die vom Spieler abverlangten Tätigkeiten gliedern sich im wesentlichen in fünf Hauptbereiche auf: Wirtschaft, Technologie, Militär sowie nationale und internationale Politik. ProduktvielfaltDie Spieltiefe des Wirtschaftsbereiches wurde im Vergleich zur EU-Reihe deutlich erhöht. In dem damaligen Spiel produzierte jede einzelne Provinz nur eine einzige Ressource, doch jetzt könnten es theoretisch bis zu 52 sein. Die riesige Menge an verschiedenen Gütern wird in 28 unterschiedlichen Fabriken hergestellt. Jede dieser Fabriken benötigt eine bestimmte Güterauswahl um arbeiten zu können. Für die Stahlproduktion benötigt man neben einer solchen Fabrik noch Eisen und Kohlen. Der Stahl selbst kann später wieder mit anderen Gütern zu etwas „noch besserem“ weiterverarbeitet werden. Die Aufwertung einiger Produkte zu Flugzeugen oder Panzern erfordert eine ganze Reihe von Fabriken, die mit der nötigen Zeit und Finanzmitteln erst einmal gebaut werden müssten. Fehlen einmal die Grundgüter zur Produktion oder hat man einen Überschuss produziert, dürfen die Waren auf dem sogenannten Weltmarkt veräußert oder gekauft werden.Weitere Aufgaben des Spielers in diesem Bereich liegen in Personalmanagement, will heißen, dass die Bevölkerung in den jeweiligen Provinzen an den Strukturwandel angepasst werden muss. Nach dem Bau von Fabriken werden halt nicht mehr so viele Farmer gebraucht, dafür aber zahlreiche Malocher. SozialreformenAuch im Bereich der Nationalen Politik hat sich eine ganz Menge getan. Hier finden sich nicht nur Statistiken, wie es um die Bevölkerung des Landes bestellt ist, sondern es werden weitreichende Funktionen geboten diese zu beeinflussen. Diese sind weiter in verschiedene Unterbereiche, wie die politische oder berufliche Ausrichtung der Bürger, aufgeteilt. Weiterhin ist die Durchführung verschiedenster Sozialreformen möglich, beispielsweise die Einführung von Renten oder Krankenversicherungen. Natürlich ist auch die andere Richtung eine manchmal überdenkenswerte Option.Nach längerer Spielzeit offenbarte sich das eine oder Phänomen, welche bei genaueren Überlegungen ein paar Fragen aufwerfen. Wie kann es sein, dass um 1870 mehr als eine Milliarde Menschen in Russland leben oder in „meinem“ dänischen Wohlfahrtsparadies das Bevölkerungswachstum stagniert und ein anderes mal im Gegenzug „meine“ faschistische Diktatur in den USA (alle sozialen Vergünstigungen abgeschafft, sehr niedrige Steuern) das Ziel tausender europäischer Immigranten darstellte. DiplomatenparkettDer „internationale Diplomatie“- Bereich ist im Vergleich zu den anderen Genrevertretern recht gut gelungen. Neben üblichen Standardfunktionen, wie Kriegs-/Friedensangebot verfügt Victoria über eine ganze Reihe weiterer diplomatischer Missionen, wie unter anderem Kolonialkriege oder die sogenannten Expeditionskorps. Letzteres zieht im Erfolgsfall die friedliche Machtübernahme des Zielstaates nach sich, während bei einem Kolonialkrieg das Kriegsmaterial nur in den „niederen“ Ländern verschlissen wird. Weiterhin ist sogar politischer Tauschhandel mit allen Kombinationen aus Territorium, Technologie, Provinzen oder Geld machbar. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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