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Ogallala ist der zungenbrechende Titel dieses nicht mehr ganz taufrischen Kartenspiels, das einige Jahre gebraucht hat bis es seinen Weg auf den Computer gefunden hat. Es geht um Indianer, Boote, und Siegpunkte. So funktioniert‘sZwei bis vier Krieger des Ogallala-Stammes wetteifern darum die wertvollsten Boote zu bauen. Dazu errichtet jeder Spieler auf seinem Bauplatz bis zu fünf Kanus aus einzelnen Karten. Ein Boot beginnt immer mit einem Startstück und hört mit einem Endstück auf, was dazwischen ist, variiert. Im wesentlichen gibt es Beute (bringt Punkte), Kämpfer (erhöhen die Kampfstärke um die auf der Karte abgebildete Zahl) sowie den Totem (schützt vor Übergriffen).Diese Karten zieht man von drei Stapeln. Man zieht so lange neue Karten bis man entweder eine Karte zieht die man bereits hat, eine Karte zieht die man nicht anlegen kann oder will, oder bis man eine Aktionskarte zieht. Auch wenn man ein Boot abschließt (d. h. Anfangs- und Endstück sind ohne Lücke mit Karten verbunden) endet der Zug. Diese Regelung sorgt dafür das zurückliegende Spieler mit wenig Karten auf dem Bauplatz i.d.R. mehr Karten ziehen können und so wieder aufholen. Von den Aktionskarten gibt es drei: Mit dem Lasso kann man aus einem gegnerischen Boot eine Beutekarte stehlen und in sein eigenes Boot einbauen, mit dem Bogenschützen kann man ein gegnerisches Boot schwächen (eine Kämpferkarte muß auf den Ablagestapel gelegt werden). Weniger erbaulich ist es, wenn man den selbstmörderischen „Verrückte Axt“-Indianer zieht, der versenkt nämlich ein eigenes vollständiges Boot nach Wahl. Stellt man ein eigenes Boot fertig kann man ein gegnerisches das über weniger Kampfstärke verfügt versenken und die Beute die an Bord war in eigene Boote einsetzen. Siegpunkte gibt es für die eigenen Boote, allerdings nur die fertiggestellten. Und da diese von anderen noch versenkt werden können, ist bis zum Schluß unklar wer gewinnen wird, denn wird das Boot versenkt, gehen auch die Punkte flöten, was voraussetzt das alle Mitspieler gute Verlierer sind, denn es kann mächtig frusten wenn man kurz vor dem Sieg steht und dann plötzlich „Verrückte Axt“ zieht und sein fertiges Boot versenken muß. Für die Punkte ist zum einen die Länge der Boote, zum anderen die Zahl der Beutekarten entscheidend. Als Besonderheit gibt es noch die mehrteiligen Beutekarten. Hat man von diesen mehrere zusammengehörige in einem Kanu, gibt es Extrapunkte. Ist einer der drei Kartenstapel aufgebraucht, wird er mit dem Ablagestapel aufgefüllt. Sind alle Kartenstapel leer, endet das Spiel. Außerdem kann ein Spieler entscheiden ob er das Spiel beendet, wenn er das dritte oder vierte Boot fertigstellt. Vervollständigt ein Spieler sein fünftes Boot, endet das Spiel auf jeden Fall. Liebevoll umgesetztObwohl das Spiel mit zehn Euro sehr günstig ist, wurde es recht ansprechend umgesetzt. Die Comicgrafik ist humorvoll, witzig auch die indianischen Beinamen die man sich zulegen kann, a la „Junger Iltis, der langsam denkt“. Erklärt werden die nicht ganz unkomplizierten Regeln mit einem interaktiven Tutorial, dennoch hätte ich das Regelwerk gern auch nochmal im Handbuch gesehen, aber dort fehlt es. Die Steuerung ist eingängig, die dreistufige KI kann überzeugen, an Musik wird nicht viel geboten, aber das kann man verschmerzen.Lobenswert ist der Multiplayer-Modus. Man kann sowohl im Netzwerk als auch im Internet spielen, dazu gibt es noch einen Hotseat-Modus an einem PC. Auch für den Einzelspieler hat man sich Gedanken gemacht und einen Storymodus kreiert. Hier wird das Spielprinzip leicht variiert und es gilt bestimmte Aufgaben zu lösen, die in eine kleine Rahmenhandlung eingebettet sind, die per Text transportiert wird. Nicht das wahreEs ist weniger die Umsetzung, sondern viel mehr das Spielprinzip selbst, das bei mir kaum Begeisterungsstürme aufkommen lässt. Der Glücksfaktor (welche Karte zieht man, kann man sie gebrauchen, oder zieht man gerade eine der wenigen die man schon hat und der Zug endet) ist ähnlich hoch wie der Frustfaktor (Gegner oder Verrückte Axt versenkt fertiges Boot), das Spiel selbst abwechslungsarm und unspektakulär. Da helfen selbst Erweiterungen wie der Storymodus nichts, Ogallala hätte man lieber in seiner Kartenspielvergangenheit belassen und sich nach anderen Vorlagen umgesehen. Cafe International aus gleichem Hause ist auf jeden Fall vorzuziehen. | ||||||||||||||||||||||
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