Darauf habe ich doch gerade gewartet, die Fortsetzung von Divine Divinity, welches ich erst letztens für schlappe 4.95 bei Conrad auf dem Wühltisch gefunden und mit Behagen durchgespielt habe. War jetzt auch nicht der absolute Abräumer aber das Spiel bestach durch kurzweiliges Monstermetzeln und einen sehr humorigen, selbstironischen Sprach- und Erzählstil. Dementsprechend groß waren meine Erwartungen und gerade im Punkt Präsentation gab es ja so einiges an Verbesserungsmöglichkeiten. Ich empfehle übrigens den Test von Divine Divinity paralell zu lesen, vieles ist doch sehr ähnlich bzw. hat sich nicht verändert.
Hier foltert der Dämon noch selbst!
Die Geschichte von Beyond Divinity (BD) beginnt einige Jahre nachdem der Göttliche den Schwarzen Ring besiegte und das übliche FriedeFreudeEierkuchen auf die Bewohner Rivellions herniederprasselte. Natürlich gibt’s irgendwo auch in den friedlichsten Landen immer jemanden, dem die ganze blümchenduftende Harmonie gewaltig an den Nerven zerrt. Das erfährt unser Held, seines Zeichens Paladin, ganz hautnah, als er bei einem Kampf gegen einen tödlichen Totenbeschwörer von einem dämonischen Dämon in eine andere Dimension verfrachtet wird. Und hier landet der Überrumpelte zunächst einmal im heimeligen Domizil sprich Folterkeller des unangenehmen Teufels namens Samuel.
Und wie sieht es da aus? Genau! Wie bei Diablo im letzten Akt. Immer dasselbe, kaum ist in Rollenspielen von Dämonen und höllischen Orten die Rede wird’s finster, Lavaströme und Feuer hinter jeder Ecke, unter den Füßen knirschen die Knochen und abgetrennte Gliedmaßen soweit das entsetzte Auge reicht. Gäääähn. Das mag vielleicht noch einen behütet aufgewachsenen Fantasyhelden erschüttern aber unsereins, der mit dem Raketenwerfer feindliche Soldaten über mehrere Hektar Landschaft verteilt, schneidet sich an dem herumstehenden Folterwerkzeug doch höchstens noch gelangweilt die Fußnägel! Und kocht sich dann aus den herumliegenden Fleischstückchen ein leckeres Süpp.... Okay, okay- ich hör ja schon auf, bin nur etwas überreizt.
Immerhin haben wir es mit einem einfallsreichen Dämonen zu tun, der foltert nicht nur gern, sondern er verbindet die Seele des Kämpfers für die Gerechtigkeit mit der eines Todesritters. Das ist natürlich für beide Protagonisten ein absolut nicht akzeptabler Zustand und so schmieden sie einen genialen Plan: Ziel A: Raus hier und dabei vieeele Monster töten wegen der Erfahrungspunkte. Ziel B: Seelen wieder auseinanderschnippeln. Ziel C: Dämon plätten.
Neue Features...
Hier begegnen wir bereits der ersten Neuerung von BD. Wir steuern nunmehr eine bis zu drei Mann starke Party, manche Member können gar via Puppenitem beschworen werden. Die beiden Hauptdarsteller werden im Charaktererschaffungsmenü eigenhändig kreiert, drei Klassen stehen hier zur Verfügung: Der Kämpfer, ein Magier und der Abenteurer. Das Skillentwicklungssystem ist wie schon beim Vorgänger sehr flexibel und variantenreich, Fähigkeiten anderer Klassen können ohne Probleme mit eingebaut werden. Einige neue Fertigkeiten sind hinzu gekommen, dabei auch einige auf die ich gern verzichtet hätte. Es muss nun auch die Rüstungs- und Waffenhaltbarkeit trainiert werden, gerade zu Beginn sehr nervig wenn einem alle paar Minuten die Brocken zerlegt werden. Ein weiteres faules Ei und überflüssige Novität ist, dass bevor eine Fähigkeit trainiert und verwendet werden kann, diese erst gefunden bzw. gekauft werden muss. Häh? Wie soll ich mir das vorstellen? „Hey Alter, komm mal rüber, für 3000 Goldstücke verrate ich dir, dass man auch mit Keulen zuschlagen kann!“ Überflüssig das. Aber zurück auf Los.