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Test: Richard Burns Rally
Ex Rally-Weltmeister Richrad Burns bittet zur Fahrstunde mit 300 PS Boliden und einer ultra-realistischen Fahrphysik.
Du bist leicht reizbar, hast wenig Geduld und verlierst schnell die Nerven? Bei Simulationen wie Nascar Season 2003 oder Grand Prix Legends hast du vor Wut ständig ins Lenkrad gebissen? Dann lass lieber gleich die Finger von der knackigen Rallysimulation Richard Burns Rally. Dieses Spiel ist unter Garantie nichts für Gelegenheitsspieler oder monotone Bleifußfahrer, sondern nur für Profis mit stählernen Nerven und Rallyfans mit Engelsgeduld. Doch wer sich erst einmal auf die Rallysimulation einlässt wird mit einem einzigartigen, realistischen Fahrgefühl belohnt das derzeit seines Gleichen sucht. Ob der Spielspaß dabei auf der Strecke bleibt?Wo Richard Burns drauf steht ist auch Richard Burns drinLeider fehlt der 2001er Weltmeister Richard Burns durch seine krankheitsbedingte Zwangspause in der aktuellen Saison. Doch dafür hat Burns prächtig an „seinem“ Rallyspiel mitgearbeitet. So wurde das komplette Programm von Anfang an unter ständiger Hilfe, Beobachtung und Beratung des Meisters persönlich entwickelt. Natürlich wurde auch sein Stammbeifahrer Robert Reid mit einbezogen. Seine Ansagen kann man sich übrigens bei englischer Spracheinstellung anhören. Doch besonders Burns wurde ins Spiel direkt integriert. So sollte (muss) man diese Rallysimulation mit einer Fahrschule beginnen. Hier bekommt man in mehreren Lektionen vom Meister persönlich einige wichtige Kniffe in Sachen Fahrkunst erklärt. Wie muss ich bremsen, wie Gas geben, wie ist das mit der Handbremse und was in aller Welt ist ein skandinavischer Flick?Die Lektionen machen Spaß und geben dem Spieler das nötige Wissen mit auf den Weg zum Profi. Jede Übung wird ausgewertet, so dass man seine Fehler erkennt und sein Können jederzeit verbessern kann. Dabei hat man auch einmal das Vergnügen bei Burns und Reid mitzufahren und mit offenen Augen zu staunen wie sauber beide mit ihrem Subaru um die Strecke rasen. Zum Abschluss des Trainings gilt es Burns Zeit auf genau dieser vorgeführten Rallystrecke zu knacken. Dazu muss man nicht nur jede Lektion aus dem FF beherrschen, sondern wirklich verinnerlicht haben um im richtigen Augenblick mit der richtigen Reaktion das Auto am Limit zu halten. Modi, Strecken und AutosWer glaubt alle Kniffe zu kennen kann den Start einer Rallysaison riskieren. Dabei wird in Großbritannien, Japan, Finnland, Frankreich, USA und in Australien auf 24 Strecken in 36 Wertungsprüfungen (einige Strecken fährt man in Gegenrichtung) gefahren. Das ist leider für eine Simulation etwas mau, da die echte Saison 2003 in insgesamt 16 Ländern und mit je weit mehr als 20 Wertungsprüfungen ausgefahren wird. Die länderspezifischen Gegebenheiten sorgen dafür aber wiederum für reichlich Abwechslung. So gibt es etwa enge schlammige Waldwege in Großbritannien, breite schnelle staubige Pisten in den USA, verschneite Straßen in Finnland oder kurvenreiche Asphaltstrecken in Frankreich.Auch der Fahrzeugpark ist leider etwas begrenzt. So stehen sieben Allradfahrzeuge und ein Frontriebler in der Garage. Neben dem 2003 und dem 2000er Subaru Impreza (Burns Lieblingsauto) gibt es noch den Peugeot 206, Citroen Xsara, Mitsubishi Lancer, Huyndai Accent und den Toyota Corolla, sowie den Bonuswagen MG ZR Super (2WD). Der Ford Focus oder der Skoda Octavia fehlen ebenso wie viele Klassiker oder Gruppe-N-Fahrzeuge. Hier hat die direkte Konkurrenz Colin McRae Rally 2005 und Xpand Rally einfach mehr im Programm. Im Verlauf des Spiels fährt man nach und nach die Fahrzeuge und Strecken frei und kann letztere im Modi SchnellRally zu Übungszwecken jederzeit wiederholen. Im sogenannten Challenge-Modus trifft man dann wieder auf den Meister. Auf sieben ausgewählten Strecken tritt man hier abermals gegen die von Burns (am PC) gefahrenen Zeiten an. Wer allerdings hier gewinnen will muss schon ein absoluter Profi am Lenkrad sein. Genau letztere dürfte dieser Modus aber auch ganz besonders motivieren. Nicht motivierend sondern eher enttäuschend stellt sich der Multiplayer-Modus dar. Lediglich per Hotseat können maximal vier Spieler nacheinander an einem PC mit den freigefahrenen Fahrzeugen auf freigefahrenen Strecken oder zu einer ganzen Rally antreten. Immerhin können die Gegner als Ghost-Fahrzeuge eingeblendet werden. Auto fahren? Nein Auto arbeiten!Während man in herkömmlichen Rallyspielen dank Arcade-Modus oder zuschaltbaren Fahrhilfen sofort einfach nur Auto fahren kann, muss man bei Richard Burns Rally Auto regelrecht arbeiten. Zum einem liegt dies natürlich am einmaligem realen Fahrverhalten der 300 PS Boliden. Heißt es herkömmlich immer: “Wer bremst verliert“, ist es hier deutliche anders. Gerade der behutsame Umgang mit Gas- und Bremspedal ist enorm wichtig. Bleifußfahrer haben eh keine Chance und fliegen selbst auf schnurgeraden Strecken unweigerlich ab. Vielmehr gilt es hier Gas und Bremse behutsam und zum Teil gleichzeitig zu bedienen um die Bestzeiten der Gegner zu knacken. Die Stärke der virtuellen Gegner (leider mit Phantasienamen) und damit den Schwierigkeitsgrad kann man sich vor einem Rallybeginn in drei Stufen aussuchen. Fährt man gegen Anfänger gibt es ziemlich schnell gute Platzierungen, da diese Gegner unnatürlich viele Fehler machen. Einen Gesamtsieg darf man trotzdem nicht gleich erwarten. Gegen Profis wird es dann schon viel schwerer aber auch realer und gegen die Champions muss man dann schon wirklich jede Kurve genau im Gedächtnis gespeichert haben. Den Schadensgrad bei Unfällen und die Art der Schaltung (manuell, Automatik) kann man ebenfalls noch einstellen. Weitere Fahrhilfen wie ABS, Traktionskontrolle oder gar ESP sucht man vergebens.Dafür lassen sich die enorm wichtigen Beifahreransagen und Streckensymbole nach den Vorlieben des Spielers anpassen. So kann man die Vorlaufzeit der Ansagen verändern, die Symbole stapeln oder gar sogenannte 3D-Symbole direkt auf der Strecke einblenden. |
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