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Test: El Grande

Vor acht Jahren schon, erhielt El Grande die Auszeichnung Spiel des Jahres. Jetzt erst, hat es das Spiel auf den PC geschafft...
 
Nach einer wahren Flut von Brettspielumsetzungen auf den PC ist es zuletzt etwas ruhiger geworden. Nun hat das Spiel des Jahres 1996, El Grande den Weg auf den Rechenknecht gefunden.
Macht und EinflussEl Grande spielt im spanischen Mittelalter. Jeder der bis zu fünf Spieler mimt einen Granden, einen einflussreichen Adligen. Aber die sind niemals einflussreich genug und wollen ihren Dunstkreis noch erweitern. Dazu verteilen sie ihre Caballeros(Ritter) auf neun spanische Provinzen und auf das Castillo, das auf den Balearen steht und hoffen immer dann wenn gewertet wird (nach Runde 3, 6, und 9 sowie zwischendurch durch Aktionskarten), die meisten Caballeros in den Provinzen zu haben. Für jede Provinz gibt es Punkte, die durch eine Skala angezeigt werden (z.B. 7-5-2). Der Spieler der bei der Wertung die meisten Caballeros in dieser Provinz hat, bekäme in diesem Beispiel sieben Punkte, der zweite fünf, der dritte zwei und alle weiteren nichts.
Doch auch der König ist unterwegs im Land, er wird mit Aktionskarten versetzt. Und natürlich wollen die Granden vor allem in seiner Umgebung sein, deshalb können sie nur in den Provinzen Caballeros einsetzen, die an diejenige angrenzen in der der König sich gerade befindet. In der Provinz in der der König steht, herrscht hingegen Ruhe, hier darf nichts verändert werden und wer bei der Wertung in der Königsprovinz vorne liegt, bekommt sogar noch einen Bonus.
Sieger ist, wie sollte es auch anders sein, derjenige der nach der letzten Wertungsrunde die meisten Punkte auf dem Konto hat.

Spielablauf

In jeder Runde werden fünf Aktionskarten ausgelegt. Mit diesen kann man - der Name lässt es schon vermuten - bestimmte Aktionen ausführen, z.B. eine Sonderwertung auslösen, den König versetzten, die Gegner dazu zwingen Caballeros aus einer Provinz zurückzuziehen und so weiter. Außerdem ist durch die Aktionskarten festgelegt, wie viele Caballeros man von seinem Hof auf das Spielbrett bringen darf.
Vor jeder Runde wählt man als Spieler eine von seinen dreizehn Machtkarten (mit den Werten 1-13) aus. Das hat in zweierlei Hinsicht Auswirkungen. Wer die höchste Machtkarte ausgespielt hat ist zuerst an der Reihe und hat die freie Wahl bei den Aktionskarten, wer zuletzt dran ist, kann nur noch die Aktionskarte nehmen, die übrig ist (bzw. eine von mehreren bei weniger als fünf Spielern). Doch die Machtkarte legt auch fest, wie viele Caballeros man vom Ablagestapel an seinen Hof holen darf (und nur die, die dort sind, kann man ins Spiel bringen). Je höher die Machtkarte, desto niedriger die Anzahl an Caballeros die man an den Hof holen kann. Es gilt also abzuwägen zwischen der Notwendigkeit Caballeros am Hof zu haben und dem Wunsch sich die Aktionskarte frei aussuchen zu können.
Einmal an der Reihe, sucht der Spieler zunächst eine Aktionskarte aus und kann dann in beliebiger Reihenfolge erst die Aktionskarte einsetzen und dann (sofern die Aktionskarte ihm dies erlaubt) Caballeros auf das Spielbrett bringen, oder rumgekehrt. Wird eine Sonderwertung ausgelöst, wird diese sofort ausgewertet, danach ist der nächste Spieler an der Reihe.
Nach der dritten, sechsten und neunten Runde werden alle Provinzen gewertet. Hier kommt aber das Castillo ins Spiel. Es wird zum einen wie eine normale Provinz gehandhabt und bringt denen, die hier die meisten Caballeros haben, Punkte. Anschließend kann sich aber jeder Spieler eine Provinz aussuchen in die er die im Castillo geparkten Caballeros schicken will, so dass die Mehrheitsverhältnisse in den Provinzen noch mal ordentlich durcheinander gewürfelt werden können, ehe diese ausgewertet werden.

Umsetzung

Die Macher haben sich wirklich Mühe gegeben bei der Portierung des Klassikers auf den PC. Die Grafik ist ordentlich, das Musik-Gedudel passend aber auf Dauer nervig. Etwas arm ist die Optionsvielfalt, man kann das Spiel auf sechs Runden verkürzen, das Castillo offen halten (man sieht wie viele Caballeros jeder Spieler dort hat) oder geschlossen, aber das war’s. Vergeblich sucht man leider die beiden Erweiterungen des Brettspiels (König & Intrigant sowie Großinquisitor & Kolonien). Witzig aber nicht wirklich nötig ist die Notizfunktion. Natürlich kann man auch Züge zurücknehmen, es gibt die Möglichkeit ganze Partien als Replay zu speichern und am Schluss gibt es eine schöne grafische Darstellung der Punkteentwicklung.
Das Tutorial ist ausführlich, zuweilen aber etwas zu textlastig geraten. Die Steuerung ist ansonsten ordentlich gelöst, die Züge der KI kann man durch gestrichelte Linien gut nachvollziehen. Fährt man mit der Maus über eine Provinz kann man neben den Spielsteinen auch in einem Tooltip erkennen, welcher Spieler hier wie viele Caballeros hat.
Auch Multiplayer ist möglich per HotSeat, über LAN oder online. Koch Media hat einen Server aufgesetzt, allerdings treiben sich dort zumeist nur Bots herum.
Screen 1
Das Tutorial - Ausführlich aber sehr textlastig
Screen 2
Die gestrichelten Linien zeigen die Züge der KI-Gegner
Screen 3
Wohin mit den Caballeros aus dem Castillo
Screen 4
Die Grafik zur Entwicklung: Am Schluß den Sieg noch verspielt...
Screen 5
Online ist nicht eben die Hölle los

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El Grande

Packshot
Brettspiel-Umsetzung
von KOCH Media
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PCOktober 2004

Alle Infos zum Spiel   Preisübersicht

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