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Test: Die Siedler - Das Erbe der Könige
Endlich wird wieder gesiedelt. Und das mit vielen Neuerungen die nicht immer alle Fans der Serie verzücken werden.
Mit Die Siedler – Das Erbe der Könige haben es die Entwickler von Blue Byte samt Partner Ubi Soft fertig gebracht, das ansonsten sehr verträgliche Siedler-Fanlager in zwei Hälften zu spalten. Während die einen wilde Schimpfkanonaden in Richtung Entwickler schicken, frohlocken und jubeln die anderen. Stein des Anstoßes ist dabei weniger der vollständige Grafikwechsel auf 3D, als vielmehr die fulminante Abkehr vom bekannten Spielprinzip mit all seinen komplexen Warenkreisläufen, hin zu einem unbeschwerten Aufbaupart mit durchaus actiongeladenen Echtzeitstrategiekämpfen. Schauen wir uns doch das Streitobjekt einmal genauer an.Die spannende HeldensagaIm Brennpunkt der im spätem Mittelalter spielenden Story steht der verkappte Thronfolger Dario. Er wächst wohlbehütet in einem kleinen Dorf auf und weiß weder von seiner Vergangenheit noch von seiner Bestimmung. Genau zu jener Zeit treibt ein ominöser schwarzer Ritter sein Unwesen und verbreitet Angst und Schrecken. Als Darios Mutter durch einen Überfall im Sterben liegt gerät auch Dario in den Sog des Krieges und zieht fortan für Gerechtigkeit und Freiheit mit seinen Alliierten in den Kampf. Doch Dario wird schnell ein Teil von hinterlistigen Intrigen und muss sich alsbald die Frage stellen, wem er trauen kann und wem nicht.Auf 16 schicken Karten wird die Geschichte erzählt. Die Missionen sind wesentlich abwechslungsreicher als noch im Vorgänger. Hier braucht ein Händler Schutz, da werden Räuber vertrieben oder im nächsten Dorf müssen dringend benötigte Rohstoffe für einen Dombau her. Auch der durchgeknallte Erfinder Leonardo sorgt nicht nur mit seiner Wettermaschine für die eine oder andere Katastrophe, die man wieder ins rechte Lot bringen muss. Vorbildlich: Es gibt meist unterschiedliche Lösungswege. So steht man beispielsweise einmal vor der Frage ein feindliches Heer selbst zu schlagen oder Verbündeten Geld zu geben damit diese die „Drecksarbeit“ selbst erledigen. Auffallend oft ist man allerdings auf der Suche nach Schlüsseln unterwegs, die dann wichtige Gebiete auf den Karten aufsperren. Der Versuch der Entwickler die Motivation und Spannung durch ganz verschiedene und zum Teil auch verschachtelte Nebenmissionen ständig hoch zu halten, misslingt zum Teil durch simple Logikfehler. So kommt es vor, das man durch frühes Erkunden der Karten bereits kommende Nebenquests löst oder Gegner bereits erledigt. Dies merkt aber das Programm nicht und die Story kommt dadurch regelrecht ins stocken. So musste ich u.a. eine für den Missionsablauf „zu früh“ gebaute Schwefelmine wieder abreissen und neu bauen, damit die Mission überhaupt beendet werden konnte. Solche kleinen Kunstfehler sollten sich die Entwickler doch bitte verkneifen. Das neue WirtschaftswunderEinfacher, übersichtlicher und schlanker – diese Attribute gelten für das neue Wirtschaftssystem in Das Erbe der Könige. Deshalb sucht man auch die großen Produktionskreisläufe mit unzähligen Warenstapeln und dem beschwerlichen und zeitraubenden Transportmanagement der Vorgänger vergebens. Kleine Kreisläufe sind in Mode und die Ressourcen wurden auf fünf (Holz, Eisen, Steine, Lehm, Schwefel) beschränkt. Dazu spielt erstmalig in der langen Siedlergeschichte der schnöde Mammon eine Rolle. Kurzum, ohne Rohstoff sechs, das Geld bzw. Taler, geht einfach nichts mehr. Tipp: Taler und einige Ressourcen findet man beim Erkunden der Karten in versteckten Schatztruhen.Im neuen Siedler baut man einfach eine Mine auf einen Steinbruch. Dazu ein Wohnhaus und eine Farm für das Wohl der Arbeiter, plus eventuell noch eine Veredlung, in diesem Falle den Steinmetz. Und fertig ist einer der neuen schlanken Warenkreisläufe. Die Produktivität kann nochmals durch Upgrades der Gebäude in mehreren Stufen erhöht werden. So erhält die Mine zum Beispiel einen Kran und kann so schneller abbauen. Übrigens sieht man anhand von kleinen Denkblasen über den Köpfen welche Bedürfnisse die Arbeiter haben (ähnlich Tropico 2). Außerdem kann man die Effektivität eines Gebäudes an kleinen hochfliegenden Zahlen, welche die Fördermenge anzeigen, erkennen. Die Upgrades und viele Gebäude müssen allerdings erst einmal in der Universität erforscht werden. Auch in verschiedenen Gebäuden selbst stehen Upgrademöglichkeiten zur Verfügung. Ellenlange Forschungsstränge mit massig Verzweigungen sucht man vergebens. Schlank und übersichtlich ist auch hier in (Tech Tree liegt zum ausdrucken bei). Im neuen Siedler-Teil unterscheiden wir zwei Arten von Arbeitern. So gibt es die unqualifizierten Leibeigenen, die wir im Haupthaus (wie in Siedler 2) kaufen können. Diese gehorchen uneingeschränkt dem Willen des Spielers. Sie sind die einzigen Bauarbeiter im Spiel, können aber auch für den, zugegeben unproduktiven, Abbau der massig herumliegenden Ressourcen eingesetzt werden. Viel effizienter mit bis zur fünffachen Ausbeute arbeiten da Spezialisten. Diese Arbeiter können vom Spieler nicht befehligt werden und strömen ohne Zutun aus dem Haupthaus. Danach gehen sie eigenständig auf Jobsuche und besetzten freie Arbeitsstellen in der Hochschule, in Farmen oder beim Schmied. Die Arbeiter sind recht wählerisch und nehmen zuerst die Jobs an, bei denen auch das Umfeld stimmt und die Steuern nicht zu hoch sind. Letztere kann man in fünf Stufen erheben. Für eine bessere Moral der Arbeiter kann man seine Siedlung mit Obelisken, Pavillons oder Brunnen verschönern lassen. Das Bevölkerungslimit wird übrigens von der Anzahl der besetzten Stadtzentren bestimmt. Die Bauplätze für diese sind auf den Karten vorgegeben. Pro Stadtzentrum gibt es anfangs nur wenige Einheiten, später nach diversen Upgrades erhöhen sich die Zahlen. |
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