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Test: Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde

C&C trifft Herr der Ringe. Ein Tophit, sollte man meinen, warum es nicht für 90% gereicht hat, erfahrt ihr hier...
 Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde
Es war ein Paukenschlag, als vor etwas mehr als einem Jahr angekündigt wurde, dass die Macher von C&C Generäle sich des Herr der Ringe-Themas annehmen und ein Echtzeitstrategiespiel in dem beliebten Universum ansiedeln würden, das noch dazu über die Filmlizenz verfügte. Spätestens als sich das kurz danach erschienene War of the Ring als mittlere Enttäuschung erwies, hofften die Fans auf SuM.

Gut oder Böse

In der Kampagne hat der Spieler die Wahl ob er der Vorlage des Buches/der Filme folgen will und mit den Gefährten, Elben, und den Völkern von Rohan und Gondor den Schatten von Mordor zurücktreiben und den Ring vernichten will, oder ob er mit den Armeen von Saruman und Sauron genau das verhindert, die Gefährten niedermetzelt, den Ring zurückerobert und Mittelerde überrennt.
Beide Kampagnen sind in jeweils zwei Teile geteilt und bieten mehr als dreissig Missionen. Bei den Guten startet man in Moria mit den Gefährten und muß sie alle (incl. Gandalf, hier weicht das Spiel von der Filmvorlage ab) durch die orkverseuchten Zwergenminen führen. Anschließend steuert man Rohan im Kampf gegen die Uruk-Hai von Isengart und gewinnt dabei die Ents als Verbündete um schliesslich mit Gondor den fall von Minas Tirth zu verhindern und dann Saurons Schergen zurückzutreiben. Bei den Bösen übernimmt man zuerst die Kontrolle über die Armeen Isengarts und unterwirft Rohan um später mit Mordor gegen Gondor vorzugehen.
Die Missionsauswahl läuft dabei auf der sogenannten Living World Map ab. Die nach den Originalzeichnungen angefertigte Karte überzeugt mit liebevollen Animationen, Nazgul fliegen durch die Lüfte, der Schicksalsberg spuckt Feuer... Fährt man mit der Maus über einen Landstrich erscheint ein dazu passender Filmschnipsel in einem Palantir links unten am Bildschirm. Auch wenn man manchmal mehrere Missionen zur Auswahl hat, ist der Ablauf recht linear. Zu entscheiden hat der Spieler lediglich welche der Armeen, die er befehligt er in die entsprechende Provinz entsenden will, sofern er mehrere zur Verfügung hat. Ausnahmen bilden da natürlich die Heldenmissionen, in denen man die Gefährten (bzw. einige von ihnen) kontrolliert.
Die Kampagne besteht aus einer Reihe von Eroberungsmissionen, in denen gegnerische Basen auf der Karte vernichtet werden müssen. Außerdem gibt es Schlüsselmissionen, die der Vorlage entsprechen, so zum Beispiel die Belagerungen von Helms Klamm und Minas Tirith. Für jede erfolgreiche Mission bekommt der Spieler einen Bonus, sei es ein Plus bei den Kommandopunkten (die bestimmen wie viele Einheiten man bauen darf), bei der Rohstoffförderung, oder bei den Spezialfertigkeiten.
Auch wenn die sich bewegenden Armeen des Feindes auf der Karte den Eindruck erwecken: Das Spiel ist vollkommen missionsbasiert und die Karte dient allein der Auswahl, man muß also nicht Provinzen verteidigen, die der Gegner zurückerobern will...

Bauen nur mit Genehmigung

Startet man eine Mission wird man quasi sofort auf eine Neuerung des Spiels aufmerksam. Gebaut werden darf nicht, wo man will, sondern da wo es der Mapdesigner vorgesehen hat. Überall auf den Karten sind sogenannte Slots verteilt, die man erobern muß um dort eine Basis zu errichten. Unterschieden wird zwischen Siedlungen (nur ein Slot, hier kann man nur Farmen, Sägewerke und andere Rohstoff produzierenden Gebäude errichten), Außenposten (Zitadelle plus drei Bauslots für beliebige Gebäude) und Festung (Zitadelle plus acht Bauslots, sowie kleine Bauplätze für Verteidigungsanlagen. Bei Rohan und Gondor sind diese Festungen von einer Holzpalisade/Mauer umgeben). Klickt man auf solch einen Bauplatz werden alle Gebäude die man dort bauen kann in einem PopUp-Menü angezeigt und per simplem Klick wird das Gebäude errichtet. Man braucht keinerlei Bauern oder sonstige Einheiten um den Bau voranzubringen.
Ebenso simpel gestaltet sich das Fördern von Rohstoffen. Es gibt zwar verschiedene Gebäude die Rohstoffe produzieren (Sägewerk, Farm, Schlachthaus...), aber sie alle fördern in einen Rohstofftopf. Abgesehen von den Sägewerken ist die Förderung auch völlig unabhängig von der Umgebung, nur bei diesen schwärmen Orks aus um Bäume zu fällen.
Eine weitere Neuerung ist, das Gebäude Erfahrung gewinnen, in dem sie besonders viele Einheiten produzieren. Das hat vor allem Auswirkungen darauf, welche Upgrades oder Einheiten gebaut werden können (so kann man z.B. erst in einem Schießstand der Stufe 2 den Feuerpfeil erforschen), außerdem können sich manche Veteranengebäude selber verteidigen.

Auf das Schlachtfeld

Der Titel des Spiels legt es schon nahe und die Vereinfachung bei Basisbau und Rohstoffgewinnung unterstreicht es noch: Der Kampf steht bei Schlacht um Mittelerde im Vordergrund. Schon deshalb, weil man es sich gar nicht leisten kann sich einzuigeln, es ist zwingend notwendig sich auszubreiten und die verstreuten Bauplätze zu erobern und die hier und da vorzufindenden Monster niederzumachen, damit die eigenen Einheiten an Erfahrung gewinnen.
Bzgl. der Einheiten unterscheiden sich die vier Fraktionen erheblich. Bei Rohan dreht sich alles um die Reiterei, mit den Pferden kann man gegnerische Einheiten einfach niederreiten und schnelle, schmerzhafte Nadelstichangriffe ausführen. Unterstützt werden die Pferdeherren von Bauern, Bogenschützen, Ents und Elben. Gondor hat zwar auch Reiterei, setzt aber mehr auf Infanterie und Bogenschützen sowie Belagerungseinheiten. Isengarts Armee basiert vor allem auf Orks, die nur langsam vorankommen, einzige Ausnahme sind hier die Warg-Reiter. Außerdem verfügt Sarumans Armee über ein beeindruckendes Arsenal von Belagerungswaffen. Die Lanzenträger sind ihre wichtigste Waffen gegen die Reiter der Guten. Mordor rekrutiert seine Soldaten aus Orks aber auch aus Menschen (Haradrim, Soldaten von Rhun) und hat mit Olifanten und Trollen große Einheiten im Repertoire, die beträchtlichen Schaden anrichten können, wenn man sie zu nahe herankommen lässt. Auch hier steht ein Arsenal an Belagerungswaffen zur Verfügung.
Auch bei den Upgrades unterscheiden sich die beiden Parteien leicht. Zwar gibt es hier wie da den Feuerpfeil und bessere Schwerter/Rüstungen, aber während die Guten auf Heilung setzen und dafür sowohl ein Gebäude (Brunnen) als auch eine Spezialfähigkeit besitzen, setzen die Bösen auf Masse (höheres Einheitenlimit) und können mit dem Bannerträger verlorene Soldaten wieder rekrutieren. Besonderheit bei den Upgrades: Sie müssen einmal erforscht werden, stehen dann aber noch nicht den Einheiten zur Verfügung, sondern jede Einheit muß noch einmal einzeln das Upgrade bekommen, was dann auch optisch dargestellt wird. Zwar realistisch, aber doch etwas fummelig im Schlachtengetümmel.
Fast alle Truppentypen in Schlacht um Mittelerde werden nicht einzeln sondern in Trupps gesteuert. Ausnahmen sind nur große Einheiten wie z.B. Ents, Trolle, Belagerungswaffen und die Helden. Diese Truppen können auch miteinander kombiniert werden, so ist es z.B. sinnvoll Bogenschützen und Lanzenträger zu kombinieren, dann bilden die Lanzenträger eine Reihe vor den Bogenschützen und verhindern dass diese von gegnerischen Reitern einfach niedergewalzt werden.
Die Erfahrung spielt bei Einheiten eine sehr wichtige Rolle. Deshalb sollte man seine Veteranen nicht einfach verheizen sondern gut pflegen, vor allem deshalb, weil man sie in die weiteren Schlachten mitnimmt (man kann sogar jede Einheit die eine Mission überlebt hat, umbenennen). Deshalb können die Bösen ihre Orks sogar aufeinander hetzen um Erfahrung zu gewinnen.

Helden und Spezialfähigkeiten

Neben den Veteraneneinheiten bilden die Helden das Rückgrat einer jeden Armee, zumindest bei den Guten. Sie geben ihren Truppen nicht nur Boni sondern besitzen auch diverse Spezialfertigkeiten. Boromir kann mit seinem Horn die Gegner einschüchtern, Aragorn heilt andere Truppen, Gandalf lässt Blitze auf Gegner regnen und Saruman bekehrt Gegner zeitweilig. Jeder Held besitzt mehrere Fähigkeiten, die sich mit jedem gewonnen Level nach und nach freischalten. Abgesehen von den passiven Fähigkeiten (Führerschaftsbonus...) muß aber jede Fähigkeit erst wieder aufgeladen werden, wenn sie eingesetzt wurde.
Die Guten sind deutlich mehr auf Helden angewiesen und da sie auch in den Filmen viele auf ihrer Seite haben, findet man hier nicht nur alle Gefährten, sondern auch noch Faramir, Theoden, Eowyn, Eomer und Baumbart. Die bösen Fraktionen müssen hingegen jeweils mit nur zwei bzw. drei Helden auskommen, Saruman und Lurtz bei Isengart, sowie der Hexenkönig sowie zwei „normale“ Nazgul bei Mordor. In den Missionen der Kampagnen startet man mit einer vorgegebenen Zahl von Helden, im Multiplayer kann man diese für Rohstoffe herbeirufen.
Screen 1
Missionswahl auf der Living World Map
Screen 2
Bauplätze werden oft von Monstern bewacht
Screen 3
Die Balliste zieht eine Spur hinter sich her
Screen 4
Der Adler ist schon mit Pfeilen gespickt
Screen 5
Zuerst macht Isengart Aragorn nieder....
Screen 6
....tötet dann die letzten Widerständler vor der Rohan-Basis...

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Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde

Packshot
3D-Echtzeitstrategie
von EA
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCDezember 2004

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