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Test: The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay
Hier können Knackis noch richtig was lernen. Riddick zeigt uns einen fast perfekten Ausbruch.
Machen wir uns nichts vor: Computerspiele zu bekannten Filmen oder Serien sind meistens nur dahingeschluderter Lizenzmüll. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Und Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay ist definitiv so eine. Während der neuste Kinofilm um den glatzköpfigen Antihelden eher durchwachsen war, ist das neueste Baby der Starbreeze Studios (u.a. Enclave) und der Diesel’schen Spieleschmiede Tigon Games richtig gut geworden und hat nach kurzer Wartezeit den Sprung von der Xbox auf den PC geschafft.Gute Zeiten für Kopfgeldjäger...und schlechte für Richard P. Riddick dessen Rolle wir übernehmen. Macht aber eigentlich nichts, denn Riddick ist der härteste Verbrecher der Galaxis und schlechte Zeiten sind für ihn normale Zeiten. Selbst als er vom Kopfgeldjäger Johns gefangengenommen und für ein fettes Lösegeld an den Maximum-Sicherheitsknast Butcher Bay ausgeliefert werden soll, bringt ihn das nicht aus der Ruhe. Kein Wunder. Ist der muskelbepackte Hüne doch ein Meister in Sachen Flucht und Ausbruch und so dermaßen cool, dass „seine Scheiße nicht stinkt“ – wie ein Wächter, der uns nach der Übergabe in unsere Zelle führt, sarkastisch anmerkt. Nach einer entwürdigenden Entlausungsdusche bekommt der Spieler erstmals die Kontrolle über Riddick. Bis man Butcher Bay schliesslich den Rücken kehrt, vergehen etwa sechs bis acht höchst unterhaltsame Stunden.Ego-Prügel-AdventureAnders als in gewöhnlichen Gefängnissen steht es den Häftlingen in Butcher Bay anscheinend jederzeit frei, in den Gängen und Innenhöfen herumzulaufen (zumindest solange man keinen Ärger macht). Dabei trifft man auf zahlreiche andere Häftlinge mit denen man sich unterhalten kann und auch muss, da man nur eine Chance auf Flucht aus Butcher Bay hat, wenn man sich mit seinen Mitgefangenen arrangiert. Aber die anderen Knackis schenken einem natürlich nichts, sondern wollen für Infos, Waffen oder andere nützliche Dinge auch einen Gegenwert haben. Entweder verlangen die Knastbrüder Geld von Riddick (das man in dunklen Ecken oder von ausgeknockten Gegnern einsammelt) oder man bekommt den Auftrag irgendwelche Sachen zu besorgen bzw. unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Gefällt einem ein Angebot nicht, kann man auch ablehnen und sich eine andere Möglichkeit suchen – es gibt oft mehrere Wege sein Ziel zu erreichen.Der Leser merkt schon: Riddick ist kein gewöhnlicher Egoshooter, sondern vermischt gekonnt Baller-, Schleich-, Prügel-, und Adventureelemente miteinander. Der Schwerpunkt liegt aber klar bei der Action, denn die Adventureeinlagen sind recht einfach gestrickt (hole mir Gegenstand A, haue Person B zu Brei etc.) und wirklich gewaltfrei (d.h. durch Schleichen) lässt sich auch kein Blumentopf gewinnen. Es kommt regelmäßig zu Feuer- oder Faustkämpfen. Faustkämpfe? Ja. Anders als in den meisten Egoshootern kommt letzterem eine starke Rolle zu. Nur etwa in der Hälfte des Spiels läuft man mit einem mickrigen Waffenarsenal von vier Schusswaffen herum (Pistole, Schrotgewehr, MG, Betäubungspistole). Mit der linken Maustaste wird geschossen, mit der rechten gibt’s mit dem Kolben auf die Zwölf und mit der F-Taste lässt sich die eingebaute Taschenlampe einschalten. Das schicke MG darf man aber leider erst einsammeln, wenn man sich in den Hauptcomputer eingehackt hat, da diese Waffen DNS-codiert sind und unbefugte, die das Teil unvorsichtigerweise anfassen, heftig einen gewischt bekommen. Kurz vor Schluss darf man dann noch in einen monströsen Kampfroboter steigen und jede Menge anderer Mechs aufmischen. Den Rest der Zeit ist Riddick jedoch auf seine flinken Fäuste angewiesen. Gerade in den Adventure-orientierten Abschnitten finden häufig solche Nahkämpfe statt. Diese spielt man ebenfalls in der Egoperspektive: mit der linken schwingt man Faust oder Knüppel, mit der rechten blockt man. Mit etwas Timing sind so alle Kämpfe recht einfach zu gewinnen. In Kombination mit den Richtungstasten lässt sich zudem die eine oder andere Combo ausführen. Um die Schlagkraft aufzuwerten, findet Riddick auf seiner Ausbruchstour noch diverse Nahkampfwaffen wie improvisierte Schlagringe, Knüppel, Messer oder Schraubenzieher die bei den Boxkämpfen gegen die feindlich gesinnten Knackis gute Dienste leisten. Aber Riddicks bester Freund ist nicht nur nackte Gewalt, sondern auch die Dunkelheit. Etwas später im Spiel erlangt Riddick nämlich die bereits aus den Filmen wohlbekannte Nachtsichtfähigkeit. Per Knopfdruck wird diese dann eingeschaltet und verschafft Riddick einen Riesenvorteil in dunklen Räumen – die Knarrenfunzel braucht man dann kaum noch. Und falls ein Raum zu hell ist (denn dann wird Riddick geblendet) – kein Problem. Ganz wie in Splinter Cell kann man Lichtquellen mit einem gezielten Schuss beseitigen. Nur dumm das die meisten Wächter an ihren Schiesseisen auch Taschenlampen haben und penibel in dunklen Ecken herumleuchten. Überhaupt ist die KI recht gut geworden. Vor allem die Wächter sind bei Kämpfen ständig in Bewegung und nutzen jedwede Deckung gut aus. Simples Kanonenfutter muss man zum Glück nicht befürchten. Aber selbst in hellen Räumen kann sich Riddick gegenüber seinen Widersachern einen Vorteil verschaffen (zumindest sofern er noch nicht entdeckt wurde) indem er in den Schleichmodus wechselt. Dieser ist zwar langsam, dafür aber flüsterleise, so dass sich Riddick von hinten an Wachen heranschleichen kann um ihnen überraschend den Hals umzudrehen. Befindet sich Glatzi zudem in einer dunklen Ecke, wird er für seine Gegner unsichtbar – was sich durch ein blau getrübtes Bild bemerkbar macht. |
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