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Mit dem Erfolg ist das so eine Sache. Entweder man entwickelt aufwendig selbst etwas Neues oder man imitiert einfach das Beste von anderen. Die Japaner kopierten seinerzeit erfolgreich Elektronikgeräte, die Koreaner bauten einfach bekannte Autos nach und die Chinesen überschwemmen uns mit billigen Nachahmungen von Kinderspielsachen. Nun scheint es, als ob auch noch die Magyaren damit anfangen wollen. So kupfert die ungarische Spielschmiede Black Hole Entertainment ganz unverblümt bei den Klassikern StarCraft und WarCraft 3 ab. Das Ganze mischen sie mit einer zweiten Kampfebene und fertig ist das Echtzeitstrategiespiel Armies of Exigo. Ob das zum Hit reicht schauen wir uns gleich einmal etwas näher an. Drei Feinde – eine WeltWie soll es in einem RTS-Game auch anders kommen? Das ehemals so friedliche Reich Noran wird tatsächlich bedroht. Die sogenannten Gefallenen, bestehend aus einem illustren Haufen von dunklen Elfen, gefallenen Rittern und allerlei Kreaturen, stören den trauten Frieden in dieser idyllischen Welt. In drei Kampagnen mit insgesamt 36 Missionen obliegt es uns das Chaos mit kämpferischen Mitteln wieder zu befrieden. Klingt erst einmal alles nicht gerade sehr innovativ, ist aber – dank gutem und abwechslungsreichen Missionsdesign - dennoch spannend. So verteidigen wir Burgen gegen unzählige Angreifer, befreien mit einer großen Belagerungsarmee besetzte Gebiete, müssen verfeindete Stämme wieder vereinen, oder bahnen uns mit einer Handvoll Getreuen den Weg durch ein mit riesigen Schlangen verseuchtes Moorgebiet.Dabei spielen wir nacheinander alle drei Völker: Imperium (Menschen), Untiere und Gefallene. Die Allrounder stellen dabei die Menschen dar. Ganz klassisch werden hier Rohstoffe abgebaut und Gebäude hochgezogen. Die Armee besteht aus Fußsoldaten, Bogenschützen, Lanzenträgern und Priestern. Hinzu kommen mächtige Artillerie und magische Elben. Oger, Trolls und Goblins beherrschen das Bild der Untiere. Der Rohstoffabbau geht hier wie bei den Menschen mit Arbeitern vonstatten. Jedoch spielen hier Bisons eine wichtige Rolle. Diese werden als Kampfmaschinen genutzt und dienen gleichzeitig als Nahrungslieferant. Je mehr Bisons man züchtet, um so höher ist das Einheitenlimit. Magisch begabte Schamanen runden das Bild ab. Die Gefallenen kommen einer Mischung aus den Untoten und den Zerg aus WarCraft 3 bzw. StarCraft sehr nahe. So werden hier die Gebäude nicht gebaut, sondern nur auf speziell verseuchten Untergründen beschworen. Als Kämpfer kommen hier insektenähnliche Kreaturen und Dunkelelfen zum Einsatz. Alles Gute kommt von untenGanz klassisch ziehen wir unsere Gebäude hoch, sammeln fleißig die drei Rohstoffe Gold, Holz und Edelsteine, forschen und bauen eine schlagkräftige Truppe auf. Das ultimative Feature, das den Titel dennoch von der direkten Konkurrenz abhebt, sind die beiden Kampfebenen. Der Spieler kämpft also an mehreren Fronten gleichzeitig und das nicht nur auf und über, sondern auch noch unter der Erde. Nun werden gleich wieder einige sagen: Gab es schon einmal, etwa im gefloppten Dawn Of Empire. Doch Halt! So war die Ober- und Unterwelt noch nicht miteinander verbunden und verstrickt. Steht etwa auf der Erde ein Baum, so behindern die Truppen an der gleichen Stelle in der Unterwelt auch tatsächlich dessen Wurzeln am Durchmarsch.Eine interaktive Welt wird hier groß geschrieben und führt zu ganz neuen taktischen Möglichkeiten. So können wir etwa auch strategisch wichtige Brücken sprengen und somit Angriffswege der Feinde sabotieren. Genauso überraschen wir unsere Gegner mit einem Scheinangriff, während wir eine Truppe durch die unterirdischen Gänge direkt ins verwundbare Hinterland des Feindes schicken. So erwischen wir ihn quasi mit heruntergelassenen Hosen. Unter der Erde findet man auch so manche dringend benötigten Rohstoff um die Lager wieder zu füllen. Außerdem gibt es den einen oder anderen Bonus-Schatz zu finden, der meist hinter besonders fiesen Monstern versteckt ist. Zum besseren Überblick gibt es natürlich auch gleich zwei Mini-Maps auf dem genretypischen Bildschirm. Ganz einfach per Button oder per Hotkey wird zwischen den Welten umgeschaltet. Lass mich dein Held seinJede Einheit, sei sie auch noch so stark, hat seinen entsprechenden Gegner. So wurde das Stein-Schere-Papier-Prinzip wunderbar umgesetzt. Gegen durchschlagskräftige aber langsame Artillerie helfen schnelle Reiter. Scheinbar übermächtige Trolle werden von Speerträgern empfindlich gepiekst. Und geupdatete Wachtürme enttarnen unsichtbare Gegner. Auch Transporte per Luftschiffe sind möglich und vergrößern die taktische Vielfalt. Alle einfachen Einheiten im Spiel sammeln durch mehr oder weniger glorreiche Siege Erfahrungspunkte. Dabei können sie bis zu fünf Ränge aufsteigen und bekommen u.a. verbesserte Rüstungswerte oder höhere Geschwindigkeit. Ranghohe Einheiten können schon einmal in Unterzahl gegen eine Übermacht „Frischlinge“ die Schlacht für sich entscheiden. Auch Gebäude können dank Forschung geupdatet werden und produzieren fortan neue oder stärkere Einheiten. Die „Mitnahme“ von besonders ranghohen Einheiten in den nächsten Level ist leider nicht möglich.Jedes Volk hat bis zu drei verschiedene Helden die mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten aufwarten. Auf der Seite der Menschen steht etwa Alric do Rei zur Verfügung. Er kann per Zauber „Zorn der Götter“ gleich großflächig Feinde platt machen. Auf der Gefallenen-Seite entzieht hingegen die Heldin Domina den Gegner gleich reihenweise die Lebensenergie. Dennoch sind die Helden nicht so stark und spielentscheidend wie in WarCraft 3 und bleiben eher blass. Dies wird noch dadurch verstärkt, das Helden unverständlicherweise nicht im Rang aufsteigen können. Immerhin findet man ab und an noch verschiedene Artefakte die u.a. Leben oder Mana der Helden und Einheiten wieder auffüllen können. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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