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Test: Kinder des Nils
Die Macher von Pharao, Zeus und Cäsar sind wieder da. Und wieder geht es um Ägypten...
Aufbaustrategen können nach dem kräftigen Ruck Richtung RTS-Lager von Siedler 5 wieder frohlocken: Endlich gibt es mit Immortal Cities: Kinder des Nils wieder echtes neues Aufbaufutter. Die Entwickler Tilted Mill sind dabei relativ neu im Genre - zumindest auf den ersten Blick. Denn in dieser Produktionsfirma finden sich viele bekannten Gesichter der von Vivendi einstmals dichtgemachten Firma Impressions wieder. Bei diesem Namen bekommen wiederum Aufbauler angesichts solcher Titel wie Pharao, Zeus oder Cäsar ganz große Stielaugen.Was macht ihre Pyramide, Herr Pharao?Oooch - Fragen sie bloß nicht, so ein Leben als Pharao ist ja der absolute Stress pur. Immer wieder diese anstrengende Hatz von Termin zu Termin. Da ein Staatsempfang, hier eine Baubesichtigung und dann muss ich als oberster Richter auch noch über die ganzen abstrusen Streitfälle des Landes befinden. Und dann noch diese oberfaulen und gierigen Untertanen, immer muss man hinter ihnen her sein. Hier muss ich sehen das diese dümmlichen Bauern auch ordentlich die Felder bestellen, da wollen diese nimmersatten Edelleute mehr Luxuswaren und dieses anstößige Künstlervolk schreit schon wieder nach einem großen Fest zu Ehren von Hathor? Diese fuchsteufelswilden Kerle wollen doch wieder nur auf Staatskosten saufen und... Na ja, lassen wir das lieber. Da sind mir diesen scheinprüden Priestern viel, viel lieber. Allerdings gackern die wieder nach mehr Papyrus für die Schule? Und dann auch noch die faulen Schreiberlinge, die werden und werden einfach nicht mit der neuesten Steuerschätzung fertig. Ganz zu schweigen von diesen revoltierenden Handwerkern die nach einem allgemeinen Gesundheitswesen schreien. Kinder, Kinder wisst ihr eigentlich was das alles kostet? Zu allem Übel macht auch noch einer meiner Sänftenträger dank unbehandelter Malaria schlapp - ich werd doch am Ende nicht etwa noch zu Fuß gehen dürfen? Ob ich es nun will oder nicht, ich werd wohl doch so ein viel zu überteuertes Krankenhaus bauen müssen. Na ja - vielleicht tut es auch erst mal eine Apotheke, ich brauch doch die Ressourcen woanders viel, viel dringender. Schaut euch nur einmal meine Riesenpyramide an. Die muss ganz, ganz dringend fertig werden - man will ja auch nach dem Tod noch standesgemäß dahin mumifizieren....Eine Pyramide bitte!Bis man letztendlich als Spieler so eine Riesenpyramide wirklich in Angriff nehmen kann, läuft noch so einiges Wasser den Nil herunter. Zuerst sind Hausaufgaben angesagt. Sprich: Gleich drei dicke Tutorials warten auf den Spieler. Diese sollte man auch ganz gewissenhaft runterspulen, da Kinder des Nils doch sehr komplex ist. Wer es dennoch ohne Tutorial versucht, wird spätestens mit der nicht immer ganz nachvollziehbaren Menüstruktur so seine Schwierigkeiten haben. Zu allem Übel lässt auch die Soforthilfe des Spiels und das Handbuch die eine oder andere Frage offen. Doch keine Angst, die Kinder des Nils sind hart im nehmen und hauen nicht gleich beim erst besten Versorgungsmangel ab. Vielmehr geben sie auch im schweren der beiden Schwierigkeitsgrade dem Spieler bis zu einem gewissen Punkt die Möglichkeit Fehler wieder auszubügeln. Und wenn alle Stränge reißen kann man den Pöbel immer noch mit einem von sechs Edikten erfreuen. So kann man die Steuern aussetzen, Feste geben oder Brot kostenlos verteilen.Insgesamt warten 20 Missionen auf das Aufbaugeschick des Spielers. Dazu kommt noch eine Kampagne die auf ihre Art und Weise die Geschichte Ägyptens in den verschiedenen Epochen erzählt. Wem das nicht reicht, der nutzt ganz einfach den beigelegten Editor und erstellt weitere Szenarien. Die Aufgabenstellungen der Szenarien sind recht unterschiedlich. So gibt es reine Aufbaumissionen, bei denen das Ziel meist mit der Fertigstellung bestimmter Bauwerke oder dem erreichen eines bestimmten Prestigelevels erfüllt ist. Weiterhin gibt es Entdeckungsaufgaben in denen der Spieler u.a. Afrika umsegeln soll oder bestimmte Städte erschließen muss. Dazu gesellen sich Szenarien in denen man mit militärischen Mitteln bestimmte Gebiete erobern soll. Unter anderem geht es darum die Nubier zu unterwerfen oder das Nildelta von Feinden zu säubern. Leider finden die Ereignisse außerhalb der eigenen Stadt nur auf einer öden 2D-Landkarte statt. So schickt man etwa eine Forschungsexpedition auf der Karte los und wartet dann auf eine schnöde Textmeldung mit dem Ergebnis. Genauso lahm gehen die Kämpfe vonstatten. Einfach reichlich Soldaten herstellen, losschicken und auf das Text-Ergebnis warten. Die Seite, die dabei die meisten Truppen aufstellt hat erfahrungsgemäß bereits im Vorfeld gewonnen. Wo bleibt nun meine Pyramide?Gewappnet mit den Infos der Tutorials geht es dann ans eingemachte. Die wichtigsten der über 30 Rohstoffe im Spiel sind vorerst Brot und Ziegel für die man ganze Warenketten aufbauen muss. Da wären erst einmal die Bauern, welche die fruchtbaren Überschwemmungsgebiete des Nils bestellen. Diese ziehen wir mit dem Bau von Bauernkaten ins Land. Damit Bauern auch effektiv arbeiten können braucht es Edelleute die sich wiederum um die Bauern kümmern. Den Edelleuten bauen wir einfach ein paar Villen, damit sie in unsere Stadt einziehen. Wie Edelleute nun mal so sind, können diese aber den Hals nicht voll genug kriegen und schreien alsbald nach Luxusgütern (Schmuck, Sandalen, Möbel usw.) und einfachen Waren (u.a. Töpfe, Matten, Körbe). Schnurstracks erfüllen wir ihnen den Wunsch und siedeln Kaufleute an, in dem wir Händlergebäude bauen.Bis hierher haben wir noch keinen einzigen Ziegel gebraucht. Erst für die Bauten in denen Staatsdiener ihre Arbeit verrichten und für einfach Grabstätten oder Monumente brauchen wir diese Steine. Ziegelmacher stellen die Dinger her und Maurer verbauen diese dann zum Beispiel zu einer Bäckerei. In dieser wiederum wird das Brot gebacken von dem sich die Staatsbediensteten ernähren können. Weiterhin braucht man Papyrushersteller, Schiffsbauer, Gärtner, Steinhauer usw…. Gepflasterte Straßen und einfache Wege kann man übrigens auch anlegen. Diese sind allerdings nicht zwingend notwendig. Plätze, Bäume oder Büsche dienen dagegen nur der Verzierung. Soweit so gut aber eine Pyramide haben wir nun immer noch nicht. |
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