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Test: The Bard's Tale
Der Barde hat eine Weile gebraucht, um vom Konsolenlager auf den PC zu finden - seinen Humor hat er dabei aber zum Glück nicht verloren ...
| Als Bewohner einer mittelalterlichen Welt hat man es schon nicht leicht. Tiefe Wälder mit finsteren Gestalten, hinter jedem Baum ein Meuchelmörder und nur alle drei Tagesreisen mal ein halbwegs annehmbares Gasthaus, in dem die Fleischeinlage im Abendessen nicht ausschließlich aus Maden besteht und sich die Flohpopulation in Grenzen hält – und selbst in solch gehobenen Etablissements tanzen einem die Monster-Ratten auf der Nase herum. Der Barde kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Liedchen davon singen. Dabei war er doch lediglich auf kühle Bierchen, heiße Bräute und klingelnde Münzen aus... Zu Prinzessinnen-Rettungsmissionen lässt sich unser Hauptdarsteller jedenfalls nur animieren falls das Zielobjekt Traummaße und ein stattliches Vermögen vorweisen kann. Lady Caleigh scheint über beides zu verfügen. Begleitet von einem kleinen gescheckten Köter stürzt sich der Spielmann nun also in haarsträubende Abenteuer, erfrischenderweise ganz ohne das Gutmenschentum typischer Helden und dafür stets mit einem bissigen Spruch auf den Lippen. Prädikat: Besonders witzigDas herausstechendste Merkmal des Spiels ist sein Humor. Sämtliche Arten von Fantasygeschichten werden gekonnt auf die Schippe genommen. Egal ob Rollenspiel, bekannter Film oder alte Legende – alle kriegen mehr oder weniger offensichtlich ihr Fett weg. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, abgesehen von der erfrischend selbstsüchtigen Grundeinstellung des Protagonisten, gerade auch der unsichtbare Erzähler. Dieser zieht immer wieder treffsicher über den Helden her und lässt kein gutes Haar an ihm. Wer bei all den genialen Wortgefechten und sonstigen witzigen Details nicht wenigstens gelegentlich ins Schmunzeln gerät, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen.In vielen Dialogen steht man zusätzlich vor der Wahl, entweder einen richtig bösen, oder aber einen geringfügig netteren (jedoch unter Umständen nicht weniger vor Sarkasmus triefenden) Spruch vom Stapel zu lassen. Die durch zwei Gesichter symbolisierten Entscheidungen wirken sich oftmals lediglich auf den Gesprächsverlauf aus, können aber bisweilen auch weitreichendere Folgen haben und etwa kurze Nebenaufgaben in Gang bringen. Über die Reaktion der Gesprächspartner kann man sich vorher nie völlig im Klaren sein: Imponiert manchen Zeitgenossen etwa eine harte Haltung oder gezielte Drohung, drücken andere dem Helden nur dann ein Geschenk in die Hand, wenn er beruhigende Worte für sie übrig hatte. Keine StartschwierigkeitenDas Gameplay ist zugegebenermaßen nicht ganz so pfiffig wie die Präsentation. Im Prinzip kann man sich weitgehend auf ein typisches Action-RPG im Diablo-Stil gefasst machen, dessen Elemente in mancherlei Hinsicht sogar noch einen Tick vereinfacht wurden, um auch weniger erfahrenen Spielern einen angenehmen Einstieg zu ermöglichen (was aber nicht bedeutet, dass der generelle Schwierigkeitsgrad von schlechten Eltern wäre). Die Begegnung mit bekannten Prinzipien beginnt schon bei der Charaktergenerierung - man verteilt Punkte auf Statuswerte und wählt ein Start-Talent aus - und setzt sich beim Kampfsystem bzw. der allgemeinen Steuerung fort. Der Barde schwingt auf Mausklick seine Waffe gegen die meist nicht übermäßig intelligente Monsterbrut, wechselt bei Bedarf zu alternativen Mordwerkzeugen wie Bogen und Morgenstern, geht in die Blockstellung über, oder erledigt das Öffnen von Türen und das Anlabern mitteilungsbedürftiger Personen. Also bis dahin praktisch nix Neues.Eher ungewöhnlich ist das Inventarsystem. Es gibt nämlich gar kein richtiges. Der Held schleppt seine Beute nicht etwa endlos (oder bis zum nächsten Händler) mit sich herum. Treibt man bessere Ausrüstungsgegenstände auf, werden die alten Objekte dieser Kategorie genau wie alle anderen Fundstücke, darunter Souvenirs aus Stonehenge und leere Bierflaschen, automatisch in bare (Silber)Münze verwandelt. Das aus Konkurrenzprodukten gewohnte Anhäufen von allen möglichen Schwertern, Schilden, Kettenpanzern, Handschuhen, Stiefeln und sonstigem mehr oder minder nützlichem Kram fällt deswegen weg. Überhaupt beschränkt sich das Gepäck auf das Nötigste - eine einzige Körperrüstung plus Schild muss dem Barden jeweils als Ergänzung zu den Waffen reichen. Solcher Firlefanz wie Helme und Co. taucht erst gar nicht auf. Musikalische Gestalten und der beste Freund des MenschenDer wertvollste Besitz des Barden ist natürlich seine Laute – aber nicht etwa nur, weil man damit fröhlich zum Tanz aufspielen kann. Vielmehr schlummern in dieser historischen Gitarre magische Beschwörungs-Kreaturen. Greift der Held schwungvoll in die Seiten, erscheint je nach vorheriger Auswahl eines dieser Wesen (samt eigener Lebensanzeige) und geht ihm kräftig zur Hand. Wenn nötig können den Geschöpfen dann sogar noch einfache Befehle wie „Angriff!“ oder „Warte hier“ erteilt werden. Im Laufe des Spiels erlernt man weitere Beschwörungsformeln, um - sofern es die passende Energie erlaubt - Hilfe herbeizurufen. Das Geschehen wird dabei übrigens nicht pausiert, weshalb man sich am besten beeilen sollte. |
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