Alles fing vor ein paar Jahren ganz unscheinbar an: Wie viele vermuten ist nicht Battlefield 1942 der Anfang gewesen, sondern ein ganz unscheinbares Programm mit dem Titel Codename Eagle. Dieses bekam eher durchwachsene Wertungen und hatte seinen Schwerpunkt noch auf Singleplayermissionen, aber auch schon einen Multiplayermodus der bereits viele Elemente enthielt, die heute für die Battlefieldreihe typisch sind. Schon damals konnte man mit verschiedenen Fahr- und Flugzeugen die Gegend unsicher machen (obwohl die Flugzeugsteuerung m.M. nach eine Katastrophe war.) Dann kam ein paar Jahre später Battlefield 1942 auf den Markt, welches sich auch dank einiger netter Modifikationen und Add-Ons schnell zu einer festen Größe im Multiplayerbereich mausern konnte. Man hatte dazugelernt. Battlefield Vietnam hingegen wusste die Fans nicht so recht zu überzeugen.
Jetzt ist endlich der langersehnte neueste Ableger Battlefield 2 eingeschlagen und beweisst dass Digital Illusions die Kunst des virtuellen Krieges doch noch beherrschen.
Der Kampf um die Flagge
Worum geht es in Battlefield 2 überhaupt? Nun, wer die Vorgänger kennt, liest hier vermutlich nichts neues. Zunächst einmal ist Battlefield hauptsächlich ein reines Multiplayerspektakel. Es gibt zwar auch einen Singleplayermodus, der ist aber ähnlich wie der Trainingsmodus von Söldner nur zum üben gedacht damit man für die Onlinematches fit ist. Zumindest stellen sich die Bots nicht allzu blöd an, so dass man mit dem Trainingsmodus durchaus eine Weile seinen Spaß haben kann. Prinzipiell geht es darum, dass sich jeweils zwei von drei Fraktionen (Araber, Chinesen und Amerikaner) auf zwölf verschiedenen Maps im sog. Conquestmodus (andere wie z.B. Capture the Flag gibt es nicht - noch nicht) um Flaggenpunkte balgen. Je nachdem ob die Spielerzahl auf 16, 32 oder 64 Mitspieler eingestellt ist, wird die Map noch entsprechend variiert, indem Mapgrenzen, Flaggenpunkte und die Anzahl der Fahrzeuge den Verhältnissen angepasst werden. Die meisten Matches sehen in der Regel so aus, dass jedes Team am Anfang einen Flaggenpunkt am jeweils entgegengesetzten Ende der Karte hält. Jeder eroberte Flaggenpunkt kann dabei als Einstiegspunkt genutzt werden wenn man nach dem Bildschirmtot wieder ins Spiel respawnt. Dazwischen liegen dann mehrere neutrale Flaggenpunkte die vom eigenen Team eingenommen und möglichst gehalten werden müssen. Das geht ganz einfach (sofern keine Gegner dazwischenfunken natürlich) indem man sich in dessen Nähe begibt und wartet bis die eigene Flagge gehisst wurde. Je mehr Mitspieler des eigenen Teams sich in der Nähe der Flagge aufhalten desto schneller geht’s. Sobald eine Fraktion es schafft, mehr Flaggenpunkte zu halten als der Gegner, gehen diesem sog. Tickets verloren. Jedes Team hat davon eine begrenzte Menge und wenn die Tickets einer Fraktion auf Null gesunken sind hat es die Runde verloren. Tickets sind gleichzeitig auch die Rückfahrscheine ins virtuelle Schlachtfeld: jedesmal wenn ein Spieler ins Pixelgras beisst und neu bei einem Flaggenpunkt startet geht ein Ticket dabei drauf. Ein weiteres Szenario das in manchen Maps vorkommt wäre noch, dass am Anfang einer Runde eine Partei alle Flaggenpunkte bis auf einen hält und die andere Mannschaft dementsprechend aggressiv vorgehen muss, dafür aber auch am Anfang als Ausgleich mehr Tickets hat. Tja, das war so das Grobe. Nun zu den Details.
Klassenkampf
Wie in den Vorgängern gibt es auch bei Battlefield 2 wieder verschiedene Spielerklassen die so ziemlich jede Vorliebe abdecken: Der Sturmsoldat z.B. ist der typische Allrounder ohne Spezialfähigkeiten. Der Sanitäter hingegen ist recht schwach auf der Brust, kann dafür aber angeschlagene Teamkameraden heilen und mittels Elektroschocker sogar Tote wieder auferstehen lassen (vorausgesetzt es passiert rechtzeitig). Der Elektroschocker lässt sich sogar als fiese Nahkampfwaffe missbrauchen. Dann gibt es da noch den altbekannten Scharfschützen (dessen Waffen aber leider nicht so effektiv sind wie man sich das vielleicht wünscht.) Meine persönliche Lieblingsklasse ist übrigens der Spec-Ops, eine Art moderner Ninja. Seine Waffe ist ganz brauchbar und er hat den Vorteil, dass er Sprengstoffpakete auslegen und per Fernbedienung zünden kann. Einfach ein paar Ladungen in die Nähe eines Flaggenpunktes legen, ab ins nächste Gebüsch und warten bis ein sorgloser Gegner ankommt um die Flagge einzunehmen. Man kann sich die Schadenfreude kaum vorstellen wenn der arme Tropf kurz vor dem ersehnten Ziel ins Nirvana gesprengt wird! Sogar die Möchtegernruler in ihren fetten Panzern sind den Sprengfallen nicht gewachsen. Noch mehr Angst müssen die Lenker der dicken Stahlmonster höchstens vor dem Anti-Tank-Schützen haben, der diesen mittels Raketenwerfer auf den Pelz rückt (dafür aber mit einer popeligen Maschinenpistole vorlieb nehmen muss). Aber auch wenn ein Panzer schon bedenklich anfängt zu qualmen ist noch nicht aller Tage Abend: der Pionier als Spielerklasse kann beschädigte Fahrzeuge und bestimmte Einrichtungen wie Artillerie nämlich reparieren und zudem Wege verminen. Als letzte Klasse ist noch der Supporter zu erwähnen der ein dickes, aber recht ungenaues Maschinengewehr für Sperrfeuer mitschleppt und andere Teammitglieder mit Munition versorgen kann.