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Test: Puerto Rico
Das beliebte Brettspiel aus dem Jahr 2002 nun auf dem PC.
Nachdem eine Weile Ruhe im Sektor der Brettspiel-Umsetzungen eingekehrt war, kehrt Dartmoor Softworks nun zurück und bietet über den Publisher bhv eine Versoftung des Spiels Puerto Rico aus dem Jahr 2002 an. Schon beim Öffnen der Packung fällt dabei Besitzern des Brettspiels ein nettes Gimmick auf, es liegt quasi eine Erweiterung bei: eine Satz neuer Gebäudekarten, die man im Brettspiel verwenden kann.Worum geht es überhaupt?Trotz Anleitung und Tutorial, das Spielziel wird einem nicht so richtig erklärt. Die 2-5 Spieler sind auf der Insel Puerto Rico gelandet und haben ein Stück Land erworben, auf dem sie nun Plantagen und Gebäude errichten können und die auf Plantagen produzierten Waren (Mais, Zucker, Tabak, Indigo und Kaffee) entweder verkaufen oder für Siegpunkte in die Ferne verschiffen können. Für bestimmte Gebäude gibt es weitere Siegpunkte und wer am Spielende die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Damit Gebäude und Plantagen aber überhaupt „funktionieren“, muss man sie mit einem oder mehrere Kolonisten besetzen, die man in der Bürgermeisterphase bekommt.Freunde von Aufbau-Strategie werden sich bei der Beschreibung leicht an Spiele der Anno-Serie oder Die Siedler erinnert fühlen. Warenkreisläufe gibt es zwar nicht, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu verkennen. RollenEine Spielrunde teilt sich in sieben Phasen. Jede Phase ist einer Rolle zugeordnet, so gibt es den Bürgermeister (neue Kolonisten), den Aufseher (Produktion), den Kapitän (Verschiffung) usw. Jeder Spieler entscheidet sich für eine der Rollen, die übrigen Phasen werden in dieser Runde nicht gespielt und mit einer Dublone versehen, die man bekommt, wenn man sie in der nächsten Runde auswählt. Die gewählten Phasen werden nacheinander gespielt, wobei derjenige, der die entsprechende Rolle gewählt hat, immer einen Bonus hat. Der Bürgermeister bekommt zum Beispiel einen zusätzlichen Kolonisten, der Aufseher darf bei der Produktion eine Ware seiner Wahl zusätzlich produzieren usw. Man muss also bei der Wahl der Rolle zum einen den Bonus im Sinn haben, zum anderen aber auch, welche Phase man in dieser Runde unbedingt braucht, zum Beispiel um seine vollen Warenhäuser zu leeren.Generell muss man sich immer wieder überlegen was man am besten macht. So kann man zwar z.B. wie wild Waren produzieren, wenn man die aber nicht verkaufen oder verschiffen kann, darf man am Rundenende nur eine Produktionseinheit EINER Ware behalten, es sei denn man hat ein Lagerhaus. Ausserdem stehen nur drei Schiffe für die Ausfuhr zur Verfügung, die jeweils genau eine Ware aufnehmen. Kann man seine Waren dort also überhaupt unterbringen? Nimmt man eine Plantage oder doch lieber einen Steinbruch, der alle künftigen Gebäude-Bauten verbilligt? Oder spart man seine Dublonen um ein teures Gebäude zu bauen, das am Spielende Siegpunkte bringt? Und wenn ja, kann man die nötigen Kolonisten denn überhaupt aufbringen? Es gibt in jeder Runde vieles zu bedenken, immer wieder muss man in seine Überlegungen auch mit einbeziehen, was wohl die Gegner machen werden, damit man seine Waren los wird, oder das Gebäude (es gibt nicht von allen genug für alle Spieler) seiner Wahl errichten kann. Das Spiel endet wenn keine Kolonisten mehr zur Verfügung stehen, alle Siegpunkte vergeben wurden oder ein Spieler sein ganzes Land mit Gebäuden zugepflastert hat. Die UmsetzungSo bemüht die Umsetzung des Spiels auch ist, Puerto Rico ist definitiv eine der schlechteren. Das Hauptproblem des Spiels ist, das es eben nicht einen großen Spiel plan gibt sondern, je nach Spielerzahl, 2-5 kleine, die natürlich unmöglich auf dem Bildschirm unterzubringen sind. Folglich sieht man immer nur den eigenen sowie den EINES Gegners, zu den anderen muss man umschalten. So bekommt man kaum mit was die anderen Spieler machen und gerade für die Rollenwahl (welche Ware werden die anderen wohl verschiffen usw) ist ein Überblick vonnöten. In die Kategorie „nett aber sinnlos“ fällt die 3D-Ansicht, die höchstens Aufbau-Fans ein bisschen optisches Feedback für IHRE Siedlung bringt, aber weder sonderlich übersichtlich (hier kann man sogar immer nur die Gebäude eines Spielers sehen) noch wirklich hübsch ist.Dazu kommt ein zwar bemühtes aber nicht wirklich gelungenes Tutorial, das sehr textlastig ist und nur die Phasen kurz interaktiv anreisst. Immerhin – bei früheren Dartmoor-Titeln war das nicht so – gibt es einen Hot-Seat Multiplayer für Spiele zu mehreren an einem Rechner. Wer im Internet spielen will muss aber Peer2Peer spielen, spezielle Server wo man nach Onlinegegnern suchen kann, gibt es nicht. |
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