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Test: Civilization IV
Im vierten Anlauf wagt die Serie den Schritt in die Dreidimensionalität. Was gibt es sonst noch an Neuerungen?
Eine unendliche Geschichte findet ihre Fortsetzung. Entstanden in den barbarischen, unzivilisierten Anfängen des Computerzeitalters im letzten Jahrtausend erreicht uns nun, wie ein guter Freund aus der Jugendzeit, die neue Ausgabe von Sid Meiers digitalisiertem Lebenswerk: Civilization IV. Für mich persönlich eine großartige Geschichte, transportiert das Spiel doch eine gehörige Portion Vertrautheit und Nostalgie, erinnert es mich doch an die guten, alten Zeiten, als das Leben noch nicht so hektisch und mein Haar voller war. Ich weiß noch, so als ob es gestern gewesen wäre, wie wir uns in anregenden Diskussionen die selbstgeschnitzten Keulen über den Schädel gezimmert haben, das erste Rad an unsere Mülltonnen geschraubt und im Schein der neuen elektrischen Glühbirnen den Bombenangriffen der Luftwaffe gelauscht haben. Ganz großes Kino diese Menschheitsgeschichte. Nun ja, zumindest für die Glücklichen, die nicht unter die Ketten der Panzer gerieten sondern an den Schalthebeln der Macht spielen durften. Und genau das bietet uns Civilization, die Verwirklichung aller Kleinerjungenträume, Ruhm, Ehre, Macht – der Weltraum, die Unendlichkeit und haufenweise schöne Frauen oder Männer. Oder nee, letzteres eigentlich nicht, an der Spitze eines Weltreichs bleibt für solch irdisches Vergnügen keine Zeit. 1. Hilfe durch den MeisterEhrlicherweise muß ich zugeben, dass es schon eine Weile her ist, seitdem ich zuletzt eine Civ-Version auf der Platte hatte. Demgemäß gönne ich mir eine Runde Tutorial, in dem der nette Herr Meier höchstselbst den Spieler an die Hand nimmt und in beruhigender, eingedeutschter Stimmlage den neuen und alten Fans die Grundbegriffe des Spiels erklärt. In aller Seelenruhe kann ich mich mit den komplexen aber nicht unübersichtlichen Features und dem Interface vertraut machen, durch die zahlreichen Statistiken und Beratermenüs wursteln, keine Hektik, dass Spieltempo wird rundenweise von mir bestimmt - rundenbasierende Strategie at its best. Nach einigen instruktiven Runden fühlte ich mich stark genug mein eigenes Volk zu wählen und der restlichen Menschheit zu zeigen wo der Hammer hängt!Wie gewohnt stehen mir zu Beginn des Spiels diverse Konfigurations- bzw. Wahlmöglichkeiten offen. Die Form und Verteilung der Kontinente, das vorherrschende Klima und die Höhe des Meeresspiegels, die Kartengröße und natürlich 18 Nationen mit teilweise zwei verschiedenen Führern stehen zur Disposition. Jedes Volk verfügt über individuelle Eigenschaften. So bringen die Araber als Startkapital das Wissen um Mystik und das Rad, sowie als Spezialeinheit den Kamelbogenschützen mit ins Rennen, die Russen verstehen sich hingegen auf die Jagd, die Landwirtschaft und können die Kampfeinheit Kosaken entwickeln. Patriotisch wähle ich das deutsche Volk, entscheide mich gegen Bismarck als Führer und gebe dem guten Friedrich die Zusage, der gemäß seines Naturells einen philosphisch, kreativen Schwerpunkt hat. Aus dem Tagebuch eines BarbarenDie erste Aufgabe des Spielers ist es seinen Siedlern einen geeigneten Platz für die Hauptstadtgründung zuzuweisen um dann mit Aufklärungstruppen das umliegende Terrain zu erforschen. Wir treffen Entscheidungen über unsere Forschungsprojekte und ob wir unsere noch spärlichen Ressourcen in den Bau einer Kaserne oder in einen Bautrupp stecken sollen, der Straßen baut und unser Umland beackert. In der ersten Phase des Spiels geht es um das reine Überleben. Wir wägen ab zwischen kulturellen, wirtschaftlichen, militärischen Fortschritten und klettern so langsam auf dem Technologiebaum weiter nach oben. Die nächsten Städte werden gegründet und es gibt den ersten Kontakt mit einem andern Volk. Nun stellt sich die Frage: Expansion oder friedliche Koexistenz? Anders formuliert: Sehe ich eine Chance ihn bereits jetzt mit meinen berittenen Bogenschützen ins Nirwana zu schicken oder scheue ich das wirtschaftliche und militärische Risiko und schließe den selbstgefälligen Barbaren in meine Arme.... um ihn 500 Jahre später zu zerstäuben!Zu diesem frühen Zeitpunkt sind die sechs möglichen Gewinnziele noch in weiter Ferne. Neben der naheliegenden Variante, die die Vernichtung aller Konkurrenten beinhaltet, kann ich noch die beliebte Weltraummission nach Alpha Centauri starten oder meinen Beliebtheitsgrad ins unerträgliche steigern und mich zum Chefe wählen lassen. Der kulturelle Sieg und die pure Übermacht an Bevölkerung und Landbesitz bringen mich ebenfalls auf Tröhnchen. Im Jahre 2050 ist spätestens alles vorbei und der Herrscher mit der besten Punktewertung gewinnt. |
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