Mit Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth erreicht uns endlich die PC-Version eines Videospiels, das bereits vor einiger Zeit für die Xbox erschienen ist und dort für Gänsehaut und Gruselstimmung bei vielen Spielern sorgte. Es basiert auf der erfolgreichen Buchvorlage von H.P. Lovecraft. Dieser gilt als einer der erfolgreichsten Horror-Autoren der USA und hat Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen Werken für viel Aufruhr gesorgt. Kann die von ihm ersonnene Geschichte als Videospiel genauso schockieren wie als Buch?
Es beginnt als Routineeinsatz
Jack Walters ist ein ziemlich erfolgloser Detective bei der Polizei in Massachusetts, Neuengland, im Nordosten der USA. Zu Beginn von Call of Cthulhu, im Jahr 1915, werden er und einige Kollegen zu einer heruntergekommenen, schon seit vielen Jahren nicht mehr bewohnten Villa in der Stadt Arkham gerufen. Als sie dort eintreffen, stellen sie fest, dass sich eine Gruppe seltsamer Personen darin verschanzt hat. Welche Ziele diese verfolgen ist Jack und seinem Team unbekannt, allerdings sind die Fremden bewaffnet und haben keine Scheu, ihre Pistolen auch zu benutzen.
Schon nach kurzer Zeit steigt der Spieler ins Geschehen ein und schlüpft in die Haut von Jack. Um das Geschehen näher zu untersuchen, bewegt er sich auf die Villa zu, bis etwas Seltsames passiert: Auf einmal stellen die Menschen in der Villa ihr Feuer ein, senken ihre Waffen, begrüßen ihn freundlich und bitten ihn herein. In der Villa angekommen, wird das Geschehen für Jack noch seltsamer, denn dort muss er feststellen, dass die Fremden einer Art Sekte angehören und ihm scheinbar schon seit einiger Zeit nachstellen, denn überall hängen Fotos von ihm. Was daraufhin passiert, bleibt an dieser Stelle besser geheim, da wir nicht zu viel verraten wollen. Es sei jedoch gesagt, dass die Hintergrundgeschichte überaus spannend und abwechslungsreich inszeniert wurde und man es im Spielverlauf nicht nur mit seltsamen Menschen, sondern auch mit allerlei außerirdischen Monstern zu tun bekommt.
Das nächste Mal bekommen wir Jack Walters einige Jahre später zu Gesicht, nämlich im Jahr 1922. In seinem Leben hat sich inzwischen einiges getan, er hat den Dienst bei der Polizei quittiert und ist nun als Privatdetektiv tätig. Sein Gedächtnis weist außerdem einige größere Lücken auf. Von manchen Ereignissen der letzten Jahre fehlt ihm jegliche Erinnerung, so auch von dem, was in besagter Villa am Anfang des Spiels passiert ist. Als Privatdetektiv erhält Jack nun den Auftrag, in einer Küstenstadt namens Innsmouth nach einer verschwundenen Person zu suchen. Somit nimmt das Spiel seinen weiteren Lauf.
Ungewöhnliche Spielansicht
Das besondere an Call of Cthulhu ist zum einen, dass das Spiel komplett aus der Ego-Perspektive gesteuert wird. Bei anderen Genrevertretern beobachtet man das Geschehen normalerweise von außen und steuert den Helden aus der Third-Person-Perspektive. Zum anderen ist außergewöhnlich, dass das Spiel komplett ohne Bildschirmanzeigen auskommt. Abgesehen von deutschen Untertiteln (die Sprachausgabe ist komplett auf Englisch) wird nichts eingeblendet. Informationen über die Gesundheit des Hauptdarstellers werden nämlich nicht etwa durch Zeichen auf dem Bildschirm dargestellt, stattdessen lassen sich sein Gesundheits- und Geisteszustand an zahlreichen anderen Indizien ablesen. Gerät er in Panik, verschnellert sich zum Beispiel sein Puls und sein Sichtfeld verengt sich. Wenn er es mit der Angst zu tun bekommt, verschwimmt gelegentlich das Geschehen auf dem Bildschirm, da Jack vor Schreck nicht mehr alles im Blick hat. Wer ein entsprechendes Gamepad anschließt, bekommt außerdem von Zeit zu Zeit über Vibrationsstöße mitgeteilt, wie es um Jacks Puls steht. In erschreckenden Situationen schießt dieser mitunter rapide in die Höhe, sodass die Vibrationen schneller und heftiger werden. Dies ist zwar ein netter Effekt, aber auch mit Tastatur und Maus lässt sich Call of Cthulhu sehr gut steuern.