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Test: Golden Age of Racing

Golden Age of Racing oder doch eher Dark Age of Racing Game?
 
Golden Age of Racing: Das waren noch Zeiten als Anfang der 60er die (alle leider viel zu früh verstorbenen) Herren Graham Hill, Jim Clark oder Bruce McLaren auf BRM, Lotus Climax oder Cooper Climax den Grand Prix Zirkus unter sich ausmachten. Dieses Goldene Zeitalter des Rennsports will uns nun Entwickler Brain in a Jar (u.a. Indy Car, Euro Rally Champion) auf dem PC für knapp 10 Euro näher bringen. Als Grundlage dient dabei der relativ unbekannte PlayStation 2-Budget-Titel gleichen Namens aus dem Jahr 2005. Letzteres ist schon einmal kein gutes Vorzeichen.

Kein Umfang – kein Spass

Machen wir es kurz und schmerzlos: Golden Age of Racing spielt sich genauso schlecht, wie man es von einem Titel für knapp 10 Euro erwarten kann. Lizenzen sind leider Fehlanzeige und so muss man sich mit Fantasieautos, -fahrern und –strecken begnügen. Von letzteren gibt es fünf Stück, die wiederum jeweils in zwei Varianten zur Verfügung stehen. Dabei hat man (vergeblich) versucht das Flair einiger Originale umzusetzen. So düst man etwa auf der deutschen Strecke „Tieferwald“ durch ein Waldgebiet, was wohl an Hockenheim angelehnt sein soll. Gleiches gilt auch für die fünf Wagen im Spiel. So soll wohl der BR-R den legendären BRM verkörpern.
Antreten kann man im SinglePlayer im Modus Challenge. Hier muss man versuchen, die für die entsprechende Strecke festgelegte Zeit zu unterbieten. Wenn man dies schafft, schaltet man eine neue Lackierung frei. Im Modus Race kann man dann Rundenrennen gegen KI-Gegner fahren. Für Podestplätze gibt es eine Trophäe, die man sich dann im „Trophy Room“ anschauen kann. Wird es gar Platz eins, schaltet man jeweils eine der Rennstrecken frei. Im Modus Championship fährt man dann um die Meisterschaft. Anfangs steht nur eine Meisterschaft mit fünf Rennen und je fünf Runden auf dem Plan. Nach und nach schaltet man aber eine weitere „5er-Meisterschaft“, eine „10-Strecken-10-Runden-Meisterschaft“ und zum Finale ein - wohlgemerkt ein - 30 Rundenrennen frei.

Bissige Heckschleudern

Die KI-Gegner agieren, egal in welcher der drei Schwierigkeitsstufen man auch startet, äußerst rücksichtslos und brettern einem immer wieder in den Wagen. Dadurch wird man oft ungewollt in haarsträubende Unfälle verwickelt. Trotz Überschlag oder Frontalkuss der Streckenbegrenzung bei Tempo 160 mph fliegen aber keine Wagenteile weg, wie man es physikalisch korrekt erwarten könnte. Die Wagen sind unkaputtbar, lediglich die Räder fangen an zu eiern und man kommt dadurch nicht mehr auf siegbringende Höchstgeschwindigkeit.
Fahrerisch muss man allerdings durchaus mit den bissigen Hecktrieblern umgehen können. Dadurch ist das Spiel auch garantiert nichts für unerfahrene PC-Fahrfänger. Zuviel Gas und die Boliden stehen schneller quer als einem lieb ist. Um etwa optimal um steile Kurven zu kommen reicht es nicht aus, nur einzulenken, die Klassiker wollen auch noch mit entsprechend dosierten Gasstößen um die Kurve gedrückt werden. Auch das Bremsen will geübt sein. Vollbremsung und die Boliden rutschen mit blockierenden Reifen geradeaus in die Streckenbegrenzung. Vielmehr muss man mit „Stotterbremsen“ die Wagen in die passende Geschwindigkeit zwingen. Die Fahrphysik ist daher noch das Erwähnenswerteste am ganzen Spiel, ohne jedoch auch nur annähernd an Genregrößen wie GT Legends heranzukommen. Das Fahrverhalten geht tendenziell sicher eher in Richtung Simulation. Das Spiel allerdings nicht, da u.a. Setupmöglichkeiten, Boxenstopps, Training oder Qualifikation vollkommen fehlen.

Grafik von gestern

Optisch zeigt das Spiel wie eine 10 Euro-Grafik aussieht, die zu allem Überfluss auch noch 1:1 von der PlayStation 2-Version portiert wurde. Die Wagen wurden den flügellosen Originalen aus den 60er im groben recht passabel nachempfunden, strotzen aber im Detail nur so vor grobpixeligen Treppeneffekten. Erfreulicherweise sind die Räder aber wirklich rund geworden. Die Umgebungen, sei es Wald, Stadt oder Rennstrecke, sind regelrecht hässlich. Pappzuschauer bevölkern die Tribünen und übergroße Leitplanken und Strohballen begrenzen die Streckenschläuche.
Gefahren werden kann aus Cockpit-, Stoßstangen- oder Verfolgerperspektive. Alle möglichen Eingabegeräte werden unterstützt. Allerdings müssen diese extern unter Windows konfiguriert werden. Das schlichte Menü ist nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich eine Katastrophe. Immerhin kann man sich die Rennen in einer Wiederholung anschauen. Der Hintergrundsound ist nervig und die Motorengeräusche schneiden auch nicht viel besser ab. So kommt garantiert keine Golden Age of Racing Atmosphäre auf.
Übrigens haben wir den auf dem Cover und im virtuellen Handbuch (nur auf CD!) angekündigten Two-Player-Modus mit Splitscreen-Rennen vergeblich gesucht.
Screen 1
Eine der Kameraperspektiven der Wiederholung
Screen 2
Einer von vielen sinnlosen Auffahrunfällen
Screen 3
Fahrt durch die Boxengasse
Screen 4
Blick aus der Cockpitperspektive

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Golden Age of Racing

Packshot
Renn-Simulation
von THQ, Midas Interactive
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PCMärz 2006

» Alle Infos  » Preisentwicklung

will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

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