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Da ich es mittlerweile schon oft genug erwähnt habe, werde ich diesmal auf die Moralpredigt bezüglich des völlig überfüllten MMORPG-Marktes verzichten – ok nicht ganz, aber ich verspreche mich zumindest bis zum Fazit zurückzuhalten. Wer NCSoft kennt, der verbindet mit dem Namen stets innovative Produkte, die das Massively Multiplayer Genre um neue, ungeahnte Universen erweitern. Und zweifellos macht das von NetDevil entwickelte Auto Assault da keine Ausnahme. Das Augenscheinlichste dürfte da wohl die Tatsache sein, dass man sich nicht auf gepanzerten Pferden oder gestreiften Tigern fortbewegt, sondern in hochtechnisierten Autos. Die drei sich bekriegenden Fraktionen heißen auch nicht Albion oder Horde, sondern Menschen, Biomeks und Mutanten. Und die Umgebung ist eher von zerstörten Häuserfassaden und Bombenkratern verziert, als mit saftigen, grünen Wiesen und Wäldern. Letzteres mag vielleicht nicht sonderlich einladend klingen, aber jegliche Abwechslung ist für alle Genreanhänger, die genug von Orks und Elfen haben, wahrlich ein Licht am Ende des Tunnels (selbst wenn sich dieses Licht mit über 100 km/h auf einen zu bewegt). Zur Story: Unzählige Meteoriten schlagen auf der Erde ein und versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Allerdings bleiben die prognostizierten Schäden eher gering, da die meisten lediglich aufs Meer treffen und so gerät dieses Naturereignis schon bald in Vergessenheit. Doch mit der Zeit weisen immer mehr Menschen Anzeichen von Mutationen auf, die immer schlimmer werden und die Regierungen sind wieder einmal damit beschäftigt, das ganze zu vertuschen. Jedoch breiten sich diese Deformierungen rasend schnell unter der Bevölkerung aus und die Mutanten werden in spezielle Internierungslager eingesperrt. Das lassen sich diese natürlich nicht bieten und rotten sich zusammen, um fernab der menschlichen Zivilisation ein Leben in Freiheit fristen zu können. Anstatt sie aber endlich in Ruhe zu lassen, fühlen sich die Menschen von der wachsenden Mutanten-Population bedroht und beginnen alsbald deren neue Heimat anzugreifen. Dank den Mutationen und den damit freigesetzten Kräften gelingt es ihnen aber, die Angreifer abzuwehren. Die militärischen Anführer sehen nun keine andere Möglichkeit mehr, als ihre gefährlichste Geheimwaffe einzusetzen: Biomechanische Kampfeinheiten. Die Kontamination ist jedoch unaufhaltsam und den Biomechs gelingt es nicht Herr über die Lage zu werden. Also entschließen sich die verbliebenen Mitglieder der verschiedenen Regierungen dazu, eine neue Zivilisation zu gründen, wozu ein gigantischer, unterirdischer Komplex errichtet wird, der sie vom Rest der Weltbevölkerung abschirmt. Als ob das nicht schon genug wäre, werden sämtliche Massenvernichtungswaffen der Welt eingesetzt, um alle Lebewesen also alle, die nach Ansicht der Regierung nicht wichtig genug sind zu vernichten. 100 Jahre später sind die Menschen durch Überbevölkerung und daraus resultierende Hungersnöte dazu gezwungen, wieder an die Oberfläche zu kommen. Die Mutanten sind aber immer noch da und nun stärker als je zuvor. Das ist allerdings nicht die einzige Sorge der Menschheit, denn die Biomechs, welche die Menschen bei ihrem Rückzug zum Sterben verurteilt hatten, haben ebenfalls überlebt und sich in der Zwischenzeit um ein vielfaches vermehrt und sie sind nicht sehr gut auf die Verräter zu sprechen. So kommt es also, dass sich die drei Parteien fortan erbittert bekriegen und der Spieler wird mitten in dieses postapokalyptische Szenario versetzt, um sich für eine Seite zu entscheiden. Ist das neu oder mit Perwoll gewaschen?Trotz der ungewohnten Thematik verbirgt sich hinter dem Spiel ein solides Rollenspielgerüst, wie man es auch bei den meisten Konkurrenzprodukten vorfindet. Zu Beginn muss man erst einmal sein Alter-Ego inklusive Alter-Auto erstellen, wobei sich die Möglichkeiten jedoch stark in Grenzen halten. Aber keine Angst, zumindest für die virtuelle Blechschüssel erhält man später noch genügend Individualisierungsmöglichkeiten. Ebenfalls auswählen muss man hierbei eine von vier Klassen, wobei diese bei jeder der drei Fraktionen prinzipiell gleich ist. Unterschiede gibt es lediglich in den rassenspezifischen Fähigkeiten, die neben den klassenspezifischen aufgewertet werden können. Dieses Aufwerten gestaltet sich ähnlich wie in World of Warcraft über die Vergabe von Punkten auf mehrere Talentbäume. Jene Punkte erhält man durch das Aufsteigen einer Stufe, wobei man zusätzlich noch die Möglichkeit hat, seine Charakterwerte geringfügig zu erhöhen.Schön, hat man alles schon unzählige Male gesehen aber wo ist nun die Innovation? Laut Ankündigung des Herstellers sollte diese ja schon beim System des Auflevelns beginnen und zwar in Form von variablen Missionen, die sich an die Fähigkeiten und die Spezialisierung des Spieler anpassen. Allerdings ist es mir bisher noch nicht gelungen, die Auswirkungen dieses Systems zu entdecken. Vielmehr präsentieren sich die Missionen als abwechslungsarme Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die einen quer über die riesigen Karten schicken und versuchen mit einer kleinen Hintergrundgeschichte zu vertuschen, dass man genau dasselbe machen muss, wie in den Missionen zuvor. OK, das war in World of Warcraft meist auch nicht anders, aber jeder der einmal Guild Wars gespielt hat, weiß, dass man diesen Spielpart auch wesentlich interessanter gestalten kann. Zumindest muss man sein Ziel nicht bei jeder Mission erneut suchen, denn jenes wird stets per Wegpunkt auf der Karte markiert und einen Questgeber erkennt man schon aus großer Entfernung durch eine riesige Lichtsäule, welche über dessen Kopf schwebt. Eine andere Möglichkeit als Quests zu erfüllen gibt es zum Leveln übrigens nicht, denn die Erfahrungspunkte für das Töten von Gegnern tendieren stark gegen null. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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