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Test: Desperados 2

Spellbound will dem Genre neues Leben einhauchen. Gelingt das mit Coopers zweitem Western-Abenteuer?
 Desperados 2
Die Pyro Studios schufen 1998 mit Commandos ein neues Genre, die Echtzeit-Taktik. Das Spiel war ein großer Erfolg und schon bald waren die Spanier nicht mehr die einzigen, die solche Spiele produzierten. Zuletzt hatten sich die Spellbound Studios ganz dem Genre verschrieben, sie starteten mit Desperados im wilden Westen, schickten den Spieler mit Robin Hood ins Mittelalter und wandten sich dann mit Chicago 1930 der Mafia zu. Nun kehren sie mit Desperados 2 und einigen frischen Ideen zum Ursprung zurück.

John Cooper ist wieder da

Den Kopfgeldjäger John Cooper kennt man schon aus dem ersten Teil. Er ist der Anführer eines Sextetts, das in diesem Western-Abenteuer auf den Spuren einer Indianerlegende ist. Aber auch der Untertitel Cooper’s Revenge kommt nicht von ungefähr. John’s Bruder, seines Zeichens Marshall, kommt in der Anfangssequenz (ein schickes Renderfilmchen) nach Santa Fe und wird prompt von Banditen überfallen und gefangen genommen. John will ihn befreien... Mehr sei nicht verraten.
Das Sextett ist aber nicht von Beginn an komplett. Schon im Tutorial stößt die Dirne Kate zu ihm. Sie kann z.B. mit ihrem freizügigen Erscheinen Gegner ablenken, ihnen Puder in die Augen pusten und sie dann mit einem gezielten Tritt ins Land der Träume schicken und fesseln. Auch eine Pistole hat sie dabei. Ein Meisterschütze ist Doc McCoy, der einem mit seinem Sniper-Gewehr unschätzbare Dienste leisten wird, aber auch seine Betäubungsphiolen und sein Verbandszeug werden oft gebraucht. Er gesellt sich nach dem Tutorial zu John, der wiederum mit Colt und Messer bewaffnet ist und betäubte Gegner durch die Gegend schleppen kann.
Ein Deja Vu erlebt man nach der ersten richtigen Mission. Die weiteren Kameraden müssen mal wieder befreit werden. Das hatten wir doch schon im ersten Teil. Konkret geht es um Sam und Sanchez. Sanchez ist ein Kraftpaket und kann Gegner mit Tequila anlocken, Sam wirft mit Dynamit um sich, kann Hindernisse sprengen und hat eine Flinte dabei. Viel später kommt dann noch der Indianer Hawkeye hinzu, dessen Spezialität das lautlose Töten ist.
Die Story von Desperados 2 ist leider auch enttäuschend. Mal abgesehen davon, dass man das Einsammeln der Kameraden schon von Teil 1 her kennt, ist das Story-Telling einfach grauenhaft. Plötzlich begleiten die Helden einen Siedlertreck (von dem vorher nie die Rede war) und werden von Indianern überfallen. Von denen wiederum werden einige von US-Kavallerie gefangen genommen, was wieder eine nicht ganz nachvollziehbare Wendung mit sich bringt. Auch die Zwischensequenzen sind gewöhnungsbedürftig. Nach der schicken Rendersequenz zu Beginn bekommt man nämlich anschließend nur noch animierte Bilder in Ölschinkenoptik geboten.

Ganz klassisch

Wer den Vorgänger oder ein anderes Spiel des Genres kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Jeder Charakter kann gehen, sich hinknien oder kriechen und verfügt über seine unterschiedlichen Fähigkeiten (F-Tasten), die es geschickt einzusetzen gilt. Den eigenen Missionszielen stehen immer diverse Gegner im Weg, die einem festen Muster folgen, so dass man sich einen Plan zurecht legen kann. Um zu erahnen wohin die Gegner blicken, kann man sich deren Sichtkegel einblenden lassen. Die Gegner verlassen ihre eingetretenen Pfade nur, wenn sie etwas Außergewöhnliches sehen oder hören, also z.B. die Leiche eines Kameraden. Dass ein Gesprächspartner, der vorher immer hinter der Ecke zu einem Plausch wartete, nicht mehr da ist, stört die KI hingegen nicht, aber das war auch schon in den früheren Spielen so. Etwas übertrieben hat man es aber mit den Sichtkegeln. Beispiel: Zwei Wachen laufen nebeneinander her und schauen nach vorn. Man erledigt einen von beiden mit dem Messer (sprich: lautlos) und der neben ihm läuft einfach weiter, weil die Leiche nicht in seinem Blickfeld war.
Screen 1
Während der (langen) Ladezeiten sehen wir, wohin sich die Helden bewegen
Screen 2
Gewöhnungsbedürftig: der Stil der Zwischensequenzen
Screen 3
Im Tutorial wird alles Wichtige erklärt
Screen 4
Vier Gegner in Sicht, nur einen kann man treffen

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Desperados 2

Packshot
Taktik
von Spellbound, Atari
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PCApril 2006

» Alle Infos  » Preisentwicklung

will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

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