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Test: Wächter der Nacht
Die Silent Storm Engine wird für die Filmumsetzung nochmal recycelt. Kann das Ergebnis überzeugen?
| Der ewige Kampf des Guten gegen das Böse, des Lichtes gegen das Dunkel, ist seit Adam und Eva zentraler Bestandteil aller großen Weltreligionen, philosophischer Auseinandersetzungen und der samstäglichen Fußballbundesliga (Schalke gegen Bayern!). Sonnenklar das „Wir“ auch immer die Guten und „Die“ die Bösen sind, denen man auch wirklich jede Schandtat zutrauen kann - der Stammtisch klatscht Beifall. Aber, so sagt auch die Bibel, wir haben die Wahl, wir können uns für das Gute oder das Böse entscheiden. Das dieser Kampf nicht nur in unserem Inneren ausgetragen wird, sondern ganz real unbemerkt von den Ahnungslosen draußen auf den Straßen stattfindet, lehrt uns der russische Schriftsteller Sergei Lukjanenko. In seiner Fantasy-Miniserie, die mit dem Roman „Wächter der Nacht“ seinen Anfang nimmt und literarische Vorlage für den erfolgreichsten russischen Film aller Zeiten ist, beschreibt er die Welt der Anderen, übersinnlich begabter Menschen, die in einem immerwährenden Krieg gefangen sind. Nachtwächter bringen Licht ins DunkelIrreführend aber verkaufsfördernd wird „WdN“ als russische Antwort auf den „Herrn der Ringe“ bezeichnet - ebenso könnte man Bambi mit unser aller Lieblingsoger Shrek vergleichen. „WdN“ hat nix mit Hobbits oder Orks am Hut sondern handelt im Moskau unserer Tage und beschreibt, geleitet von jahrhundertealten Führern, das stetige Ringen der Lichten mit den Dunklen um die Macht. Damit die Welt nicht vollends im Chaos versinkt, existiert „Der Vertrag“, der die Dinge regelt und das Gleichgewicht zwischen den Parteien garantieren soll. Die „WdN“ sind die mobile Einsatztruppe der Lichten, die bei Verstößen der Bösewichter auf den Plan tritt und diese bekämpft. Das Spiel zum Film zum Buch der Entwickler von Silent Storm, dessen Grafikengine auch hier zum Einsatz kommt, führt uns mit einem rollenspiel- und rundenbasierten Taktikspiel in diese Welt der Vampire, Werwölfe, Formwandler und Magier.Die erste Mission beschreibt im Rahmen eines Tutorials die Rekrutierung des Hauptdarstellers Stas für die „WdN“. Eigentlich wollte Stas ja mittels eines sauberen Blattschusses einen Auftragsmord begehen, um die Krankenhauskosten für seine arme, alte Mutter aufbringen zu können. Schluchz, schluchz - so ein guter Sohn und scheiß Hartz IV! Aber wie er so durch Zielfernrohr äugelt und sieht wie hübsch das todgeweihte Frollein ist, packen ihn doch erhebliche Zweifel. Das passt nun seinen plötzlich auftauchenden Auftraggebern überhaupt nicht in den Kram und sie stellen ihn vor die Wahl: Mutter oder Mädchen, Sekt oder Selters. Bevor es zum Äußersten kommt, taucht wiederum wie aus dem Nichts die nette Olga auf und schlägt die Ganoven bzw. die Dunklen in die Flucht. Sie eröffnet Stas, dass auch er besondere Fähigkeiten besitzt und somit zu den Anderen gehört und beschwatzt ihn sich den Lichten anzuschließen. Als Belohnung darf Stas sich eine von drei Charakterklassen aussuchen. Neben dem Formwandler, der sich bei Bedarf in eine wilde Bestie verwandeln kann, dem klassischen Magier mit diversen Schadenszaubern, bietet sich noch der Hexer an, der Gegenstände des täglichen Gebrauchs in Amulette und todbringende Waffen verwandeln kann. Wie kompatibel sind Vampire mit Leuchstoffröhren?Die Karten der Einsatzgebiete sind überschaubar, mittels der scrollenden Karten hat man recht schnell einen Überblick über das Gelände. Gekämpft wird auf den Straßen, in Wäldern und Parks, U-Bahn-Stationen und mehrstufigen Wohn- und Bürogebäuden. Mittels der diagonalen Draufsicht und der sowohl zoom- als auch drehbaren Kameraperspektive hat man in der Regel eine gute Übersicht.Ähnlich wie in der guten, alten X-Com-Serie bewegen sich Stas und seine maximal zwei Mitstreiter per Mausklick frei über die Karte. Kommt ein Feind in Sicht, wird in den rundenbasierten Taktikmodus umgeschaltet. Von nun an bestimmen Aktionspunkte und der geschickte Einsatz der diversen Superfähigkeiten das Kampfgeschehen. Von diesen hat jeder Charakter eine erkleckliche Anzahl, bis zu 70 Spezialfähigkeiten hält „WdN“ bereit. Während der Formwandler mit seinen diversen Schlagvarianten die Handarbeit verrichtet und die Gegner bindet, beharkt der Magier die Werwölfe, Hexen und Vampire mit weitreichenden Feuerbällen, Todesflüchen und energiezehrenden Sprüchen. Der Hexer unterstützt mit selbstfabrizierten Schutzzaubern und steuert ebenfalls einige kernige Angriffssprüche bei. Neue Fähigkeiten werden beim Levelaufstieg freigeschaltet, davon steht aber jeweils immer nur eine zur Wahl. Stetige Übung macht den Meister, je häufiger die Fähigkeit angewandt wird, desto besser wird der Charakter diese beherrschen. Aber auch der Einsatz dieser Fertigkeiten wird durch Energiepunkte begrenzt, hier schafft magische Schokolade oder das anzapfen eines Gegners Abhilfe. |
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