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Test: Titan Quest
Statt Orks und Trollen werden hier Minotauren und Zyklopen zerbrezelt. Ein Schlachtfest für Diablo-Fans?
Junge, Junge, manchmal reagiert die Softwareindustrie wirklich auf den Punkt! Mit prophetischer Weitsicht, tiefem Verständnis der deutschen Seele und nachgerade weltmeisterlicher Ballgenauigkeit bringen die Entwickler von Iron Lore Titan Quest auf den grünen Rasen und in die Händlerregale. Titan Quest ist ein lebensnahes Sportrollenspielsim, in dem der Spieler in die Haut des deutschen Weltklassetorwarts Oliver Kahn schlüpft und aus der Egoperspektive die Spiele der deutschen Fussballnationalmannschaft von der Ersatzbank aus erlebt. Nach der sehr kurzen Charaktererstellung, geht es direkt auf die Bank und der „Titan“ übt sich im Langzeitsitzen, ausdruckslos gucken und Zähne knirschen. Dabei gilt es erfolgreich den ständig steigenden Blutdruck und die wahnsinnige Wut in positive Energie, sprich freundliche Ratschläge an Lolli Lehmann umzusetzen. Ziel des neuartigen Genremixes ist es, solange gute Miene zum bösen Spiel zu machen, bis man im kleinen (!) Finale endlich zum Einsatz kommt und auf dem Gipfel der Popularität seinen Abschied verkündet. Original Filmschnipsel aus der Mannschaftsdusche und die integrierten Minispielchen „Rasen sprengen“ und „Klinsmann köpfen“ runden den gelungenen Auftritt ab. Großes Kino - klare Kaufempfehlung!Trotzige TitanenDie Wahrheit ist wie immer weitaus profaner, denn Titan Quest verspricht mitnichten ein neuartiges Spielprinzip, sondern beschreitet den komfortablen und ausgetretenen Diablo-Pfad. Kein schlechter Plan wie es scheint, denn Diablo ist immer noch in den Budgethitlisten zu finden und artverwandte Spiele wie z.B. Sacred haben ein Millionenpublikum. Der spielende Mensch will eben getreu seiner evolutionären Entwicklung jagen, sammeln und dicker werden (leveln).Die Handlung von Titan Quest ist in der Antike angesiedelt, Griechenland, Ägypten und das alte China sind die Schauplätze. Vorlagen zu dem Szenario findet man nur begrenzt in den geschichtlichen Überlieferungen, vielmehr dienten die Sagen des klassischen Altertums als Vorbild. So sind es die Titanen, die mächtigen Herrscher der Vorzeit, die ihr Leben auf der Ersatzbank bzw. in der Verbannung so richtig satt haben und wieder ans Ruder wollen. Dabei laufen sie und die in ihrem Gefolge erscheinenden Monsterhorden nicht nur Sturm gegen die Menschen und ihre Siedlungen, sondern auch den Göttern und ihren Tempeln gilt ihr Zorn. Landauf, landab brandschatzen die ortsüblichen legendären Fabelwesen. Satyre, Harpyrien, Minotauren, Zyklope, menschliche Schakal-, Schwein- und Krokodilwesen sowie das übliche untote und insektoide Kroppzeug stellen sich dem tapferen Einzelkämpfer, der ausgezogen ist das Unheil zu stoppen, in den langen, schweißtreibenden Weg. So belanglos und unspannend die Hntergrundgeschichte, so unspektakulär die Generierung des Spielcharakters: Grieche oder Griechin, Farbe der Tunika (!) wählen, rasch nen Namen erfinden und ab gehts. Kunstvolles KornBoah, boah und nochmals boah, sieht das toll aus! In den ersten Spielstunden kommt man aus dem Staunen kaum heraus, da zoomt man rein da zoomt man raus, drehen geht leider nicht, um alles mal ganz genau anzusehen. Was auf den unbewegten Screenshots schon gut aussieht, wird beim Spielen durch die absolut flüssigen Animationen erst wirklich großartig. Nicht nur die Bewegungsabläufe des kurzberockten Griechen, das meterweite Auseinanderspritzen der Gegner, wenn der Held mit mächtigen Wumms den Hammer schwingt, auch die Aktionen der menschlichen und unmenschlichen Monster wirken stimmig und „natürlich“. Beeindruckend die Schatten- und Lichteffekte, sehr stimmungsvoll wenn die Intensität und der Stand der Sonne sich verändert. Kunstvolle Wellenringe im Wasser hat man auch schon woanders gesehen, aber wie sich die Ähren in den Kornfeldern zu Seite biegen, wenn sie jemand durchläuft, das ist schon einmalig. An Klippenrändern und Anhöhen reicht der Blick in weite Ferne, die dreidimensionale Tiefenwirkung ist verblüffend. Wie gesagt, in solchen Situationen vermisst man eine frei rotierende Kamera, um in den vollen Grafikgenuss zu kommen. |
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Titan Quest

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